HSG Wetzlar zieht gegen „abgezockte“ Berliner den Kürzeren!

Bild: Florian Gümbel

DKB Handball-Bundesliga

Champions League-Aspirant aus der Hauptstadt siegt mit 31:26 (16:14) in Mittelhessen – Grün-Weiße produzieren zu viele leichte Fehler im Angriff

Im Spiel eins nach dem REWE Final Four traf Handball-Bundesligist HSG Wetzlar am Donnerstag ausgerechnet auf den Champions-League-Aspiranten Füchse Berlin. Vor 4.311 Zuschauern in der heimischen Rittal Arena zeigten sich die Mittelhessen leicht verbessert gegenüber ihrem Hamburger Auftritt, produzierten jedoch zu viele einfache Fehler, um den Tabellendritten aus Berlin zu gefährden, der zu einem verdienten 31:26 (16:14)-Sieg kam. 

Füchse Trainer Velimir Petkovic hatte es schon vorher gewusst. "Angeschlagene Gegner sind gefährlich. Die HSG Wetzlar will sich vor eigener Kulisse für den Auftritt im Pokal-Halbfinale rehabilitieren", erklärte der 61-jährige Handball-Lehrer vor der Partie. Und tatsächlich zeigten sich die Mittelhessen phasenweise gut erholt vom Hamburger Debakel, hatten es sich aber letztlich selbst zuzuschreiben, dass es gegen die starken Berliner nicht zu einem Happy End reichte.

Von Beginn zeigten die Gäste mit schnellen Ballpassagen, dass sie nicht zum Punkteabliefern an die Lahn gekommen waren. Immer wieder wurde im Positionsangriff der freie Mann gefunden, während die Hausherren Mühe hatten, aus dem gebundenen Spiel heraus Chancen zu kreieren. Kein Wunder, denn die aufmerksame Füchse-Deckung griff beherzt in die HSG-Aktionen und verteidigte so den früh herausgeworfenen Vorsprung von zwei Toren. Als dann noch bei einigen Grün-Weißen die Finger nass wurden, Abspielfehler und Missverständnisse die Angriffe frühzeitig beendeten, nutzten die Berliner die Geschenke, um beim 7:10 und 8:11 (20.) ihre Führung auszubauen.

Wetzlars "Benko" Buric im Tor zeigte danach eine Glanzparade nach der anderen und unterstützte damit die Offensive seiner Vorderleute, die unter dem Jubel der aufgewachten Arena mit fünf Angriffen in Folge den 12:12-Gleichstand (24.) sicherstellten. Nur ihrem Keeper Silvio Heinevetter hatten es die Füchse in dieser Phase zu verdanken, dass sie nicht in Rückstand gerieten. Zweimal parierte der Nationaltorhüter großartig, erst gegen Alexander Hermann und danach gegen Stefan Kneer, der den Abprallen nicht im Berliner Gehäuse unterbringen konnte.

Selbst nach dem 14:14 (27.) lag die Wetzlarer Führung in der Luft, doch technische Fehler der Hausherren brachte die Füchse wieder in Ballbesitz, die zur Pause etwas schmeichelhaft mit 16:14 in Front lagen. Nach dem Wechsel setzte der starke Steffen Fäth seine Gala-Vorstellung fort. Der Ex-HSG`ler gefiel nicht nur im Spielaufbau, sondern setzte auch mit tollen Würfen die Akzente in Durchgang zwei. Oben links, oben rechts, dann einmal flach, lauteten die Adressen der Fäth-Würfe auf das Tor von Buric. Neun Minuten nach dem Wechsel hatte der wurfstarke Noch-Berliner, der zur neuen Saison zu den Rhein-Neckar Löwen wechselt, bereits dreimal eingenetzt und damit beim 17:22 (39.) dafür gesorgt, dass klare Verhältnisse in herrschten. Hinzu kam, dass Füchse-Rechtsaußen Hans Lindberg nervenstark alle seine Strafwürfe gegen Buric und Niko Weber verwandelte und erst kurz vor dem Ende einmal am eingewechselten Till Klimpke vom Siebenmeter-Strich scheiterte.

Wetzlar hielt aber weiter dagegen, zeigte Moral und leistetet sich dann doch unverzeihliche Fehler, um dem Spiel eine Wende geben zu können. "Wir haben Fehler wie eine Schülermannschaft gemacht und den Ball nicht unfallfrei in die Angriffszone gebracht", sagte HSG-Stammkraft Kneer und sprach damit die Unzulänglichkeiten in der zweiten Welle an, die verhinderten, dass es noch einmal richtig eng wurde. Als nach dem 22:25 (48.) noch das Pech in Form eines Pfostentreffers von "Maxi" Holst hinzukam, zog die Petkovic-Truppe auf 23:28 davon. In den letzten fünf Minuten steuerte Steffen Fäth bei seinem Festival noch drei Tore zum 31:26-Sieg bei.

Quelle: Gießener Anzeiger