Leistungsorientierte Nachwuchsarbeit wird umstrukturiert!

Bild: Laurin Sawellion

LIQUI MOLY Handball-Bundesliga Nachwuchs

TSV Dutenhofen, TV Münchholzhausen und HSG Wetzlar beschließen Veränderungen – Letzte Saison für U23 in der 3. Liga – Björn Seipp: „Wirtschaftliche und strukturelle Anforderungen nachhaltig nicht zu bewältigen“

Mit dem Ende der laufenden Saison 2019/2020 wird die leistungsorientierte Nachwuchsarbeit bei der HSG Wetzlar umstrukturiert. Darauf haben sich die beiden Stammvereine des Handball-Erstligisten, der TSV Dutenhofen und der TV Münchholzhausen, sowie die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen gemeinsam mit Aufsichtsrat und Geschäftsführung der HSG Wetzlar Handball-Bundesliga Spielbetriebs GmbH & Co. KG verständigt.

 

„Wir haben in den vergangenen Jahren sicherlich tolle Erfolge in unserem männlichen Nachwuchsbereich feiern dürfen, wie zum Beispiel die Deutsche A-Jugend-Meisterschaft und den Aufstieg unserer U23 in die 3. Liga“, so HSG-Geschäftsführer Björn Seipp. „Allerdings hat unter anderem dies auch dafür gesorgt, dass die wirtschaftlichen und strukturellen Anforderungen mittlerweile Dimensionen erreicht haben, die nicht nachhaltig zu bewältigen sind. In Bezug auf die Kaderzusammenstellung der U23 haben wir das bereits diese Saison zu spüren bekommen. Aus diesem Grund haben wir uns, sicherlich schweren Herzens, dazu entschieden, die U23 in der kommenden Saison nicht mehr für die 3. Liga zu melden. Damit einher geht, dass wir unsere Struktur im Nachwuchsbereich verändern werden und auch das Jugendzertifikat der Handball-Bundesliga erstmals nicht mehr beantragt haben.“

 

Ab der Saison 2020/2021 soll die 2. Männer-Mannschaft der Grün-Weißen wieder in der Oberliga Hessen an den Start gehen. „Obgleich der Erfolge der vergangenen und laufenden Saison mussten wir in den vergangenen Monaten feststellen, dass wir Drittliga-Handball über eine 2. Mannschaft nicht etablieren können, ohne dabei gemeinsam ein deutlich höheres finanzielles und strukturelles Risiko einzugehen. Doch dazu sind wir, die Stammvereine und die HSG Wetzlar, nicht bereit“, erklärt Horst Knorz, 1. Vorsitzender der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen und des TSV Dutenhofen. „Unser aller Auftrag ist verantwortungsbewusst und im Sinne der Vereine sowie der Bundesliga-GmbH zu handeln.“

 

Dass der neue Weg der Domstädter in Sachen Nachwuchsarbeit personelle Veränderungen nach sich ziehen wird, darüber sind sich die Verantwortlichen im Klaren. „Trotzdem wollen wir versuchen, dass möglichst viele Spieler und Trainer den künftigen Kurs gemeinsam mit uns einschlagen, denn wir wollen auch in der kommenden Saison von C- bis A-Jugend leistungsorientiert arbeiten. Ebenso in der 2. Mannschaft, die es jungen und ambitionierten Spielern weiterhin ermöglichen soll, auf höhere sportliche Ziele hinzuarbeiten“, so Horst Knorz.

 

„Im Jugendbereich ist und bleibt es natürlich unser vorrangiges Ziel, Talente zu entwickeln und uns mit unseren Mannschaften für die jeweilig höchsten Spielklassen zu qualifizieren“, erklärt der 2.  Vorsitzende des TSV Dutenhofen, Martin Weber. „Dafür werden wir auch in Zukunft auf qualifizierte Trainer setzen, die allesamt einem nicht-hauptamtlichen Jugendkoordinator unterstellt sein werden. Die Verantwortung für den Nachwuchsbereich trägt die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen, die zudem die Leitung innehaben wird. Die HSG Wetzlar wird dieses Projekt auch weiterhin zielführend unterstützen, zum Beispiel im Bereich Sponsorenakquise.“

 

Ein weiteres konkretes Ziel ist klar von allen Beteiligten formuliert. „Wir werden die Zusammenarbeit mit dem TV Hüttenberg weiter intensivieren, damit der Leistungshandball in Mittelhessen weiterhin eine Zukunft hat und es heimische Talente ganz nach oben bzw. in die Bundesliga schaffen können“, so Martin Weber.

 

Genau hier biete die Neuorientierung der Grün-Weißen auch echte Chancen, so HSG-Geschäftsführer Björn Seipp. „In der neuen Konstellation können wir in Bezug auf unsere Toptalente noch intensiver mit ambitionierten Dritt- oder Zweitligisten zusammenarbeiten und den Spielern über Kooperationen die Möglichkeit geben, sich über Zweitspielrechte oder Ausleihen sportlich noch besser weiterzuentwickeln. Es geht darum künftige Talente zu Erstligaspielern bei der HSG Wetzlar zu machen.“