Aller guten Dinge sind drei! Grün-Weiße siegen in Göppingen

Nils Torbrügge trifft per Dreher vom Kreis. (Bild: Jürgen Weber)

DKB Handball-Bundesliga

HSG Wetzlar gewinnt Abwehrschlacht bei Frisch Auf! mit 24:22 (9:10) - Kai Wandschneider lobt Abwehrleistung - Till Klimpke mit 13 Paraden

Die erste Halbzeit zwischen Frisch Auf Göppingen und der HSG Wetzlar wirkte zerfahren. Für die Mittelhessen war es nach den Spielen gegen Magdeburg und Kiel die dritte Partie binnen sieben Tagen. Dennoch zeigte sich Wetzlar mindestens ab dem 4:4-Ausgleich (15.) zäher als die Schwaben, die nach dem 13:16 (40.) ihre dritte Auszeit verbrauchten, ihr Fehlerfestival aber auch danach nicht abstellten und mit der 22:24 (10:9)-Niederlage vor 3.800 Zuschauern einen fatalen Rückschlag um einen internationalen Startplatz erleben. Wetzlar trotzte auch dem Göppinger Endspurt (17:22, 55.).

Am Ende der torarmen ersten Viertelstunden lagen Göppingen und Wetzlar wieder gleichauf. Kristian Björnsen glich zum 4:4 aus. Die Schwaben hatten in Überzahl, unter anderem war Kozina an Till Klimpke gescheitert, eine 4:2-Vorlage aus der Hand gegeben. Hartmut Mayerhoffer unterbrach das Spiel und rief seine Spieler zur Seitenlinie. Die Gäste waren beim dritten Spiel innerhalb einer Woche mit einer soliden Deckung gestartet und versuchte sein Glück vorne mit einem trägen Offensivspiel. Göppingen tat sich dabei mit dem Aufbauspiel ebenso schwer wie die Mittelhessen und lief sich häufig fest. 

Nach der Unterbrechung taten sich beide Teams leichter beim Torewerfen, da sie den Ball häufiger auf einen Flügelspieler ablegten. So erhielt Schiller einen Siebenmeter, den er verwandelte, Kristian Björnsen netzte auf direktem Wege ein. Mayerhoffer hatte sein Team derweil offenbar aufgefordert, mutiger anzugreifen. So gelang Kneule das 6:5 (20.) vom Kreis. In der Deckung sollte Zelenovic Schefvert im Blick behalten. Als Nils Torbrügge eine Sperre stellte und der Weg für den Schweden frei war, parierte Rebmann. Doch insgesamt wurden die Abwehrreihen nun auf beiden Seiten anfälliger für Fehler. 

Die Torhüter konnten sich seit dem Spielbeginn immer wieder ins Rampenlicht spielen. Daniel Rebmann ließ nach 23 Minuten bei einem Siebenmeter beim Stand von 6:6 seinen fünften Reflex notieren. Till Klimpke hatte genauso oft pariert. Göppingen profitierte in diesem Zusammenhang vom quirligen Kozina und von Schiller, der die fälligen Siebenmeter nervenstark unterbrachte. Beim 9:7 (27.) legte Rentschler nach Anspiel von Rebmann einen Gegenstoß-Treffer nach. Nach der strittigen zweiten Zeitstrafe gegen Kneule netzte Maximilian Holst jedoch von der Markierung zum 9:9-Remis (30.) ein. 

17 Sekunden vor der Halbzeit-Sirene unterbrach Mayerhoffer nochmals das Spiel. Die Hausherren sollten möglichst mit einem Vorsprung in die Kabine zu gehen. Dies gelang, denn Zelenovic wurde zum 10:9 freigespielt und traf mit der Sirene. Nach dem Wechsel zeigte indes auch Wetzlar ein Kabinettstückchen. Bei einem Kempa-Spielzug wurde Lenny Rubin zum 10:10 in Szene gesetzt. Kurz darauf setzte sich Anton Lindskog durch und errang einen Siebenmeter, den Maximilian Holst verwertete. Anschließend spielte Schöngarth Emil Frend Öfors den Ball in die Hände, der auf Anton Lindskog zum 10:12 (34.) ablegte. Wetzlar lag vorne. 

Göppingen hatte bisher erst sechs Feldtore erzielt, Wetzlar schon zehn. Mayerhoffer wechselte Heymann ein um für mehr Torgefahr aus dem Rückraum zu sorgen. Die Abwehr der Schwaben war einen Moment lang gut, doch die unsicher wirkenden Unparteiischen verhinderten einen Ballgewinn von Kneule und einen von Bagersted. Stattdessen gelang Stefan Cavor das 12:14 (39.) und Lenny Rubin das 13:15 (40.) für die Mittelhessen. Schiller scheiterte beim nächsten Siebenmeter an Tibor Ivanisevic. Spätestens bei Filip Mirkulovskis 13:16-Durchbruch hatte Wetzlar alle Trümpfe. Das dritte Göppinger Timeout folgte. 

Nach 46 Minuten war es an Kai Wandschneider, die erste Unterbrechung für Wetzlar zu fordern. Seinem Team war es nicht gelungen, den Vorsprung auszubauen. Anschließend traf Zelenovic nach einem technischen Fehler zum 15:17 ins verwaiste Netz der Gäste. Doch die Aufholjagd von Frisch Auf blieb in der restlichen Spielzeit aus. Dass der wieder genesene Sliskovic kurz darauf im Kreis stand und den nächsten Siebenmeter verursachte, stand wohl symbolisch für die situative Schlafmützigkeit der Schwaben, die häufig mit Entscheidungen der Unparteiischen haderten. 

Als beim 17:21 Kapitän Filip Mirkulovski dann Emil Frend Öfors per Kempa in Zeitspiel zum 17:22 (55.) unbedrängt einnetzte, schien Wetzlar der sichere Sieger zu sein. Fünf Tore Rückstand waren angesichts des kaum vorhandenen Spielerfolgs der Göppinger im Angriff und des nicht vorhandenen Umschaltspiels in dieser kurzen Zeit kaum mehr aufzuholen. Doch Göppingen zündete eine Aufholjagd. Schiller, Ritterbach, Zelenovic mit einem Doppelschlag führten das 21:22 herbei. Mit Beginn der Schlussminute traf dann Nils Torbrügge und Kristian Björnsen brachte nach einer spektakulären Doppelparade von Till Klimpke den Ball zum 21:24 unter. Die HSG Wetzlar siegte verdient mit 24:22 und rückt in der Tabelle der DKB Handball-BUndesliga wieder auf Platz 12 vor.

Quelle: www.handball-world.news/o.red.r/news-1-1-1-115121.html