Auswärtssieg in Ludwigshafen dank geschlossener Teamleistung!

Bild: Harry Reis/Die Eulen Ludwigshafen

DKB Handball-Bundesliga

HSG Wetzlar bezwingt "Die Eulen" verdient mit 29:25 (16:13) - Kristian Björnsen und Maximilian Holst erzielen gemeinsam 19 Treffer - Kai Wandschneider: „Gehe davon aus, dass wir den Klassenerhalt jetzt sicher haben!“

Die HSG Wetzlar hat sich mit einem wichtigen Sieg bei den Eulen Ludwigshafen voraussichtlich aus dem Abstiegskampf verabschiedet. Das Team von Kai Wandschneider siegte mit 29:25 (16:13) bei dem Tabellenschlusslicht. In dem intensiven Match lagen die Mittelhessen ab der Anfangsphase in Front und brachten den Vorsprung am Ende über die Zeit. Kai Dippe (38.) und Nils Torbrügge (50.) kassierten jeweils eine direkte rote Karte. Beste Werfer waren Kristian Björnsen mit zehn und Maximilian Holst mit neun Toren für Wetzlar, Azat Valiullin traf fünfmal für die Eulen.

In dem wichtigen Spiel für beide Mannschaften stand in der Anfangsviertelstunde ein Spieler im Blickpunkt: Wetzlar setzte auf sein Tempospiel und kam viel über die Außenbahnen, sodass Vize-Weltmeister Kristian Björnsen in der 13. Minute mit dem 7:5 bereits sein viertes Tor erzielte. Neben dem Norweger hatte sich auch Maximilian Holst als Siebenmeter-Schütze zu diesem Zeitpunkt bereits zweimal in die Torschützenliste eintragen können. 

Die Eulen hielten das Spiel im ersten Durchgang jedoch offen. Der eingewechselte Azat Valiullin stellte den Anschluss zum 7:8 (18.) her, musste kurz darauf jedoch mit einer Zeitstrafe auf der Bank Platz nehmen. Nachdem auch Pascal Durak eine Hinausstellung kassierte, agierten die Gastgeber in doppelter Unterzahl, überstanden diese jedoch mit hohem Einsatz unbeschadet. 

In der 24. Minute reagierte Benjamin Matschke, der bereits eine Auszeit gezogen hatte, auch personell und schickte Stefan Hanemann für Matej Asanin zwischen die Pfosten. Die Torhüter waren in diesem Spiel jedoch auf beiden Seiten kein großer Faktor; dass trotzdem verhältnismäßig wenig Tore fielen, lag an den Abwehrreihen, die aktiv agierten. 

Nach dem 11:9 (24.)-Anschluss durch Frederic Stüber legte Kai Wandschneider die grüne Karte und fand offensichtlich die richtigen Worte. Seine Mannschaft setzte sich mit drei schnellen Treffern auf 14:10 (27.) ab. Die Eulen jubelten kurz vor der Pause über das 15:13, doch Wetzlar trieb den Ball schnell nach vorne und kam durch Holst Sekunden vor dem Halbzeitsignal noch zu einem Torerfolg. Mit 16:13 für die Gäste ging es in die Kabine. 

Nach Wiederanpfiff behauptete Wetzlar seinen Vorsprung in dem intensiven Match. Erst nach über vier Minuten fiel der erste Treffer im zweiten Durchgang, doch das Spiel plätscherte dennoch nicht vor sich hin. Die beiden Teams zeigten vollen Einsatz und gerade die Eulen gingen in der Deckung robust zu Werke. Maximilian Haider erhielt nach einer Aktion gegen Filip Mirkulovski eine Zeitstrafe, welche Holst zum 18:14 (36.) nutzte. 

In der 38. Minute war das Spiel dann für Kai Dippe vorzeitig beendet. Der Kreisläufer erwischte seinen Gegenspieler mit dem Ellenbogen und die Schiedsrichter zögerten nicht - sie zeigten Dippe die rote Karte. Zusätzlich zur Unterzahl verloren die Eulen durch das Foul in der Offensive den Ball und Wetzlar konnte sich erstmals auf fünf Tore absetzen. Holst verwandelte seinen fünften Siebenmeter zum 20:15 (39.) 

Die Eulen stemmten sich jedoch gegen die Niederlage. Ben Matschke stellte auf eine 5:1-Formation um und der vorgezogen agierende Jonathan Scholz sorgte für Irritation. Alexander Falk startete zum Gegenstoß und verkürzte auf 18:22 (45.). Wandschneider reagierte sofort mit einer Auszeit, doch die Gastgeber kämpften - und Scholz verkürzte nach einem weiteren Ballgewinn auf 19:22 (46.). Wetzlar fing sich jedoch und setzte sich durch Björnsen wieder auf 20:25 (50.) ab. 

Kurz darauf ging ein Aufschrei durch die Halle: Nils Torbrügge hatte Pascal Bührer im Gesicht erwischt, er blieb liegen und wurde behandelt. Nach kurzer Beratung entschieden die Unparteiischen auch hier auf eine direkte rote Karte. Die Eulen nutzten die Überzahl und kamen angetrieben von ihren Fans wieder heran. Valiullin netzte zum 23:26 (53.) ein. 

Nach einem Ballverlust von Wetzlar hatte Ludwigshafen die Chance, auf zwei Tore heranzukommen, doch zunächst fing Joao Ferraz einen Querpass ab und dann vergab Haider einen freien Wurf. Wetzlar nutzte die beiden Ballgewinne und holte zwei Siebenmeter heraus, die Holst beide sicher verwandelte. Sein elfter Treffer an diesem Abend war das 28:23 (56.) aus Wetzlarer Sicht und zugleich die Vorentscheidung, da Durak auf der anderen Seite von der Siebenmeter-Linie auch noch an Till Klimpke scheiterte. Am Ende feierte Wetzlar einen 29:25-Erfolg.

Stenogramm:

Die Eulen Ludwigshafen: Hanemann (22. bis 50.), Asanin - Stüber (3), Salger, Dietrich (2), Hideg (n.e.), Scholz (1), Haider, Remmlinger, Falk (3), Hofmann (1), Durak (4/4), Bührer (1), Müller (4), Dippe (1), Valiullin (5).

HSG Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic (bei zwei Siebenmetern) - Kneer, Björnsen (10), Ferraz, Mirkulovski (1), Torbrügge, Weissgerber (n.e.), Frend Öfors (n.e.), Holst (9/7), Forsell Schefvert (3), Rubin, Linskog (5), Cavor (1).

Schiedsrichter: Grobe/Kinzel (Bochum) - Zuschauer: 2165 - Zeitstrafen: Ludwigshafen vier (Dippe, Valiullin, Durak, Haider); Wetzlar vier (Cavor zwei, Rubin, Mirkulovski) - Rote Karten: Dippe (Ludwigshafen) wegen Foulspiels (38.); Torbrügge (Wetzlar) wegen Foulspiels (50.).

Quelle: www.handball-world.news