Ersatzgeschwächt und nicht bereit: HSG Wetzlar verliert in Erlangen!

Hendrik Schreiber und Maximilian Holst (hinten links) gehörten in Nürnberg zu den besseren Wetzlarer Spielern. (Foto: Sport-/Pressefoto Wolfgang Zink/OGo)

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen unterliegen mit 20:27 (9:13) - Auch Joao Ferraz meldete sich kurz vor Abfahrt nach Franken verletzt ab - Nur mit zehn Feldspielern in Nürnberg angetreten

Nach dem 29:28-Coup am vergangenen Sonntag gegen die TSV Hannover-Burgdorf gab es für die HSG Wetzlar beim Tabellennachbarn HC Erlangen am Samstagabend nichts zu holen. Die Grün-Weißen machten im Angriff einfach zu viele Fehler.

Nürnberg. Wer die HSG Wetzlar am vergangenen Sonntag im Heimspiel gegen die TSV Hannover-Burgdorf gesehen hat, der wird sie am Samstagabend kaum wiedererkannt haben. Beim HC Erlangen lieferten die Grün-Weißen eines ihrer schwächsten Auswärtsspiele in der diesjährigen Saison der Handball-Bundesliga ab und verloren in Nürnberg mit 20:27 (9:13).

Das hing natürlich auch mit den personellen Möglichkeiten zusammen. Die Gäste reisten mit einer Rumpftruppe nach Franken. Zehn Feldspieler und zwei Torhüter standen Trainer Kai Wandschneider zur Verfügung. Nach Tibor Ivanisevic, Lars Weissgerber (beide langzeitverletzt), Alexander Herman (Fußverletzung), Stefan Kneer (Rückenprobleme) und Maximilian Lux (für dieses Spiel gesperrt) fiel kurzfristig auch noch Joao Ferraz (steifer Nacken) aus. Der Portugiese kam zwar zur Abfahrt nach Dutenhofen, wurde aber direkt wieder nach Hause geschickt.

Bis zur zwölften Minute steckten die Wetzlarer die Ausfälle noch gut weg. Lenny Rubin hatte gerade zum 4:3 in Überzahl getroffen, als die erste schlechte Phase der HSG begann. Acht Minuten warf sie kein Tor, weil die Gäste entweder an Erlangens Torwart Nikolas Katsigiannis scheiterten oder ihnen aber haarsträubende Abspielfehler unterliefen, was die Erlanger gnadenlos bestraften. Christopher Bissel erzielte den sechten HCE-Treffer in Folge und traf zum 9:4 (19.). Wenn danach nicht Rubin quasi im Alleingang mit drei Erfolgserlebnissen in Serie zum 8:9 verkürzt hätte, die Mittelhessen wären schon zur Pause abgehängt gewesen. Olle Forsell Schefvert, Stefan Cavor, Anton Lindskog und Filip Mirkulovski - alle vier gegen Hannover-Burgdorf noch so stark - setzten sich im Angriff kaum in Szene. Das lag zum einen an der sehr guten Deckung der Gastgeber, hatte aber zum anderen viel mit der mauen Leistung der Wetzlarer zu tun. "Einige Spieler waren nicht da", meckerte Wandschneider.

Durchgang zwei begann symptomatisch mit einem Fehlpass von Forsell Schefvert, postwendend fiel das 14:9. Als dann Rubin und der schwache Kristian Björnsen in Überzahl an Katsigiannis scheiterten und Johannes Sellin aus dem Rückraum das 17:11 sowie wenig später der im zweiten Durchgang besonders agile Hüttenberger Dominik Mappes das 18:11 markierte (37.), nahm Wandschneider eine Auszeit - doch es wurde nicht besser. In der 45. Minute rief er seine Schützlinge zum dritten Mal zusammen, kurz zuvor hatte Nikolai Link das 22:15 für die Hausherren erzielt. Die Fehler der Gäste minimierten sich auch danach nicht. Es war ein gebrauchter Abend für die HSG Wetzlar. Sechs Tage nach dem Fest gegen Hannover-Burgdorf herrschte nun Katerstimmung bei den Grün-Weißen.

Stenogramm:

HC Erlangen: Skof (bei einem Siebenmeter), Katsigiannis - Sellin (6/2), Overby, Haaß (1), Kellner, Büdel, Bissel (4), Mappes (7) Murawski, Schäffer (2) , Link (2), von Gruchalla, Steinert (3/1), Thümmler, Schröder (2).

HSG Wetzlar: Klimpke, Marinovic (ab 42.) - Björnsen, Mirkulovski (1), Schreiber (1), Torbrügge (2), Frend Öfors, Holst (8/4), Forsell Schefvert (1), Rubin (4), Lindskog (1), Cavor (2).

Quelle: www.mittelhessen.de