Filip Mirkulovski: „Wir haben 45 Minuten auf sehr hohem Niveau gespielt!“

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DKB Handball-Bundesliga

Team der HSG Wetzlar gibt beim Heimsieg über GWD Minden eingeforderte Antwort auf schwachen Auftritt in Solingen

„Am Sonntag in Solingen waren wir sehr schlecht, aber heute die bessere Mannschaft“, freute sich der Kapitän der HSG Wetzlar, Filip Mirkulovski, nach dem gestrigen 31:27-Heimsieg der Mittelhessen gegen den Tabellennachbarn GWD Minden vor 3.721 Zuschauern in der Rittal Arena. Zuvor war der Mazedonier der Aktivposten der Grün-Weißen schlechthin im Angriff, obwohl er tags zuvor noch das Bett gehütet hatte. Ein Sonderlob gab es deshalb auch von HSG-Trainer Kai Wandschneider für den Spielmacher: „Filip ist unglaublich. Aus einem solchen Holz sind nur wenige Spieler geschnitzt!“ 

Aber nicht nur der sechsfache Torschütze hatte nach dem ernüchternden Auswärtsspiel beim Bergischen HC am vergangenen Sonntag offensichtlich die Zeichen der Zeit erkannt. Die komplette erste Sieben des Tabellenvierzehnten präsentierte sich von Beginn an wie verändert. „Wir hatten eine unglaubliche Präsenz auf dem Spielfeld“, lobte Wandschneider seine Anfangsformation, in der Routinier Stefan Kneer den Abwehrpart für Mirkulovski übernahm. „Dass Stefan nach knapp einem Vierteljahr zurück ist, hilft uns sehr. Er tut uns gut.“

Ansonsten verzichtete Wandschneider in dem von ihm beschriebenen „Bigpoint-Spiel“ fast gänzlich und ganz bewusst auf Wechsel. Lenny Rubin kam einzig in einer Überzahlaktion in der ersten Halbzeit für den angeschlagenen Olle Forsell Schefvert. Nils Torbrügge gab dem wieder erstarkten Anton Lindskog in der zweiten Halbzeit eine knapp fünfminütige Verschnaufpause. Ansonsten setzte der Coach die kompletten 60 Minuten auf seine Anfangsformation. Und die kämpfte sich durch.

„Diese Entscheidung war zwangsläufig“, so Wetzlars Geschäftsführer Björn Seipp nach dem Spiel. „Die Jungs, die gespielt haben, haben eine tolle Antwort auf das Spiel in Solingen gegeben. Die Partie heute war von enormer Bedeutung für uns und der Sieg ein Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt.“

Mitte der zweiten Halbzeit hatten die Hausherren gegen Minden sogar mit neun Toren geführt. „Wir haben 45 Minuten auf einem sehr hohen Niveau und mit deutlich mehr Tempo gespielt. Da ist es klar, dass dann auch fünf, sechs Minuten folgen können, wie geschehen, in denen es nicht so gut läuft“, erklärte Kapitän Filip Mirkulovski nach der Partie, in der neben dem Mazedonier Eigengewächs Till Klimpke herausstach. Der Torhüter parierte sagenhafte 24 Würfe und wurde nach dem Schlusspfiff zu recht von seinen Vorderleuten gefeiert.

Die Erleichterung bei den Mittelhessen war groß, dass die Punkte 15 und 16 eingefahren werden konnten. „Jetzt können wir uns ein oder zwei Tage über diesen wichtigen Sieg freuen, aber dann müssen wir weiter an unseren Schwachstellen arbeiten“, so Björn Seipp. „Zum einen muss unser Auswärtsgesicht ganz dringend ein anderes werden, gerade im Hinblick auf das anstehende schwere Spiel in Friesenheim. Und zum anderen haben sich die Spieler, die gegen Minden annähernd komplett auf der Bank gesessen haben, in eine Form und mentale Verfassung zu bringen, dass sie für die Mannschaft wieder echte Alternativen sind. Das ist die klare Vorgabe und Erwartungshaltung und daran hat sich auch durch den Heimsieg nichts geändert – im Gegenteil.“