Fünf Gründe für den Derbysieg gegen die Melsungen

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DKB Handball-Bundesliga

HSG Wetzlar von Beginn an hellwach – Bärenstarke Deckung legt den Grundstein

Dass die HSG Wetzlar am Sonntag als verdienter Sieger das Parkett der Rittal Arena verlassen hatte, darin waren sich alle Beteiligten einig. Nicht nur Spieler und Trainer der HSG Wetzlar waren nach dem 31:28 (18:12)-Erfolg gegen die MT Melsungen dieser Meinung, auch die Verantwortlichen der Nordhessen mussten eingestehen, dass „das nicht das war, was wir uns vorgestellt hatten“, wie es Trainer Heiko Grimm formulierte. Hier sind fünf Gründe für den Sieg im Hessenderby der DKB Handball-Bundesliga.

Sofort im Spiel: Die Grün-Weißen präsentierten sich von Anfang an hellwach. Wie ein D-Zug überrollten die Ferraz, Björnsen und Co. die lethargisch agierenden Gäste, bei denen im Angriff nicht viel zusammenlief und in der Deckung die Abstimmung fehlte. Dementsprechend führte die Mannschaft von Kai Wandschneider nach wenigen Minuten bereits mit 4:0. Ein perfekter Auftakt in die Partie. Mit viel Selbstvertrauen ausgestattet dominierte die HSG auch den weiteren Verlauf des manchmal hitzigen, aber nie unfairen Hessenderbys.

Bärenstarker Mittelblock: Wer hätte zu Saisonbeginn gedacht, dass das schwedische Neulings-Duo Olle Forsell-Schefvert und Anton Lindskog nur wenige Monate später einen derart guten Mittelblock stellen würde, der nicht nur an diesem Wochenende Melsungen zu Fall brachte, sondern auch schon Grundstein für den Sensationssieg beim THW Kiel war? Wohl die Allerwenigsten. „Diese Entwicklung ist unfassbar“, weiß auch Coach Wandschneider, der seine beiden Skandinavier nach dem Spiel mit einem Sonderlob bedachte. „Das war eine ganz starke Vorstellung!“

Aggressivität: Doch nicht nur die beiden Schweden deckten exzellent, das gesamte 6:0-Gefüge legte eine Aggressivität an den Tag, die den Müllers und Kühns der MT ihre Grenzen aufzeigten. Nicht von ungefähr traf Nationalspieler Kühn erst mit seinem achten Wurf das erste Mal das Tor. Bei den sieben Versuchen  vorher war stets ein Deckungsspieler an dem Rückraum-Shooter dran – oder der Block zur Stelle. Auch das Spiel über den Kreis verteidigten die Wetzlarer über weite Strecken hervorragend. „Wir haben 55 Minuten ganz hervorragend gedeckt“, freute sich Wandschneider.

Kluge Spielsteuerung: Die MT versuchte in der zweiten Halbzeit, mit einer 5:1-Deckung das flüssige Spiel der Hausherren zu stören. Doch was bei den Rhein-Neckar Löwen noch den gewünschten Effekt erzielte, verpuffte am Sonntag. Sowohl Filip Mirkulovski als auch Philipp Pöter fanden immer spielerische Lösungen. „Heiko hat viel mit der 5:1 gespielt und hatte sich sicherlich unser Spiel bei den Rhein-Neckar Löwen angeschaut. Aber meine Mannschaft hat heute gezeigt, dass sie schnell lernen kann. Wir haben stark gegen die 5:1 gespielt. Das war gut, das war ganz wichtig“, sagte Wandschneider.

100-Prozent-Quote: Mit traumwandlerischer Sicherheit verwandelte Maximilian Holst alle seine sechs Versuche vom Punkt. Das war zuletzt nicht immer der Fall. Doch Wandschneider schenkte seinem Linksaußen weiter das Vertrauen – und dieser gab es gegen Melsungen zurück. „Auf dem Spielfeld hatten wir alle das Gefühl, dass wir heute die bessere Mannschaft sind. Wir sind von Anfang an dominant aufgetreten“, freute sich der achtfache Torschütze.