Hängende Köpfe bei HSG Wetzlar zum Abschied!

Bild: Sportfoto Volger

DKB Handball-Bundesliga

Katastrophale Angriffsleistung in den ersten 30 Minuten sorgt für Niederlage gegen TBV Lemgo – Aufholjagd in 2. Halbzeit wird nicht belohnt – Sieben Spieler sagen "Auf Wiedersehen"!

Es hat nicht gereicht für die HSG Wetzlar. Eine miserable erste Halbzeit machte den Mittelhessen einen Strich durch die Rechnung, das letzte Heimspiel der Handball-Bundesliga-Saison gegen den TBV Lemgo zu einem krönenden Abschluss zu bringen. So zeigte sich die 23:24 (7:12)-Niederlage gegen die Ostwestfalen als "Stimmungskiller" für die anschließende Verabschiedungszeremonie für sieben HSG-Akteure, bei der noch einmal Emotionen in grün-weißen Trikots das Bild bestimmten. 

Die Truppe von HSG-Coach Kai Wandschneider wollte dem "fantastischen Wetzlarer Publikum noch einmal einen Sieg präsentieren", doch einmal mehr konnte der Wille nicht in die Tat umgesetzt werden, sodass die Verabschiedung von Jannik Kohlbacher, Philipp Pöter, Benjamin Buric, Kasper Kvist, Evars Klesniks, Miroslav Volentics und Nikolai Weber zwar in einem würdigen Rahmen, aber auch in gedämpfter Stimmung über die Bühne ging.

Schuld daran war eine katastrophale Vorstellung der Gastgeber in den ersten dreißig Minuten. "Wir sind überhaupt nicht in die Zweikämpfe gekommen, haben keinen Zugriff geschafft und unsere freien Chancen nicht genutzt", sagte später ein enttäuschter Maximilian Holst. Ganz schlampig präsentierte sich in der Anfangsphase Joao Ferraz bei den Gastgebern. Mit zwei Fehlwürfen, zwei technischen Fehlern und einem Fehlpass sorgte der Wetzlarer Portugiese fast allein dafür, dass Lemgo in der 17. Minute bereits 5:2 in Front lag. Hinzu kam aber auch die fehlende Durchschlagskraft des Wetzlarer Rückraums, der sich immer wieder an der TBV-Abwehr festrannte. Besser machten es da schon die Gäste mit ihrem überragenden Regisseur und Torjäger Tim Suton. Gegen die Spielsteuerung und das Durchsetzungsvermögen des 22-Jährigen hatte Wetzlar nichts entgegenzusetzen. Da auch die HSG-Torhüter deutlich hinter der Fangquote ihres TBV-Kollegen Piotr Wyszomirski zurückblieben, war es nur folgerichtig, dass Lemgo über die Stationen 8:5, 10:5 (26.) und 12:6 zur Pause mit 12:7 führte.

Nach dem Wechsel stellte Kai Wandschneider Nachwuchskeeper Till Klimpke ins Tor und ließ Miroslav Volentics auf Rechtsaußen stürmen, während Stefan Kneer im linken Rückraum agierte und Olle Forsell auf der Spielmacherposition zu Werke ging. Und tatsächlich, der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Beim 15:18 (43.) hatten sich die Lahnstädter bis auf drei Treffer herangeschlichen. Als dann noch der wieder eingewechselte Benko Buric einen Siebenmeter von Hornke hielt und weitere Paraden ablieferte, gab es einen zusätzlichen Schub im Wetzlarer Spiel.

Jetzt wachten auch die Zuschauer in der fast ausverkauften Rittal-Arena wieder auf. Anton Lindskog verwandelte zunächst ein Anspiel von Kneer zum 19:20, und als der Wetzlarer "Oldie" selbst zum 21:21 (55.) vollstreckte, stand die Arena auf dem Kopf. Theuerkauf sorgte postwendend beim 21:22 für die TBV-Führung. Als danach Stefan Cavor vollkommen frei an Lemgos zweitem Keeper van den Beucken scheiterte, war der erneute Ausgleich vertan. Die Gäste zogen auf 24:21 (58.) davon, doch entschieden war die Partie noch immer nicht. Der in der zweiten Halbzeit stark auftrumpfende Stefan Kneer brachte sein HSG-Team mit zwei Treffern 43 Sekunden vor dem Abpfiff auf 23:24 heran. Sieben Sekunden vor dem Ende parierte Buric noch eine Lemgoer Gelegenheit, sein Abspiel kam zu Kneer, der mit einem Wurf aus zehn Metern aber am Gästekeeper scheiterte. "Die Moral hat uns heute nach der völlig verkorksten ersten Halbzeit zurückgebracht", erklärte HSG-Coach Kai Wandschneider nach dem Schlusspfiff, während Kollege Florian Kehrmann "von einem Spiel auf Augenhöhe" sprach, "das in der Abwehr sich auf einen Abnutzungskampf reduzierte".

Quelle: Gießener Anzeiger