Hessenderby in Kassel ein Highlight zum Jahresende!

Die Fans erwarten am Donnerstagabend ein rassiges Hessenderby zum Jahresende. Bild: Florian Gümbel (fgsportfoto)

DKB Handball-Bundesliga

HSG Wetzlar will am Donnerstagabend körperlich robustes Spiel der MT Melsungen annehmen - Kai Wandschneider: „Wollen uns erfolgreich und mit guten Gefühl in Winter- und WM-Pause verabschieden!“

Ausverkauftes Hessenderby einen Tag nach den Weihnachtsfeiertagen und zum Abschluss der Handball-Jahres 2018 für die gastgebende MT Melsungen und die HSG Wetzlar. In der Kasseler Messehalle steigt bereits das dritte Duell der hessischen Rivalen in dieser Saison. Sowohl in der Hinrunden-Partie als auch im Pokal-Achtelfinale siegten die finanzstarken Nordhessen deutlich in der Wetzlarer Rittal Arena. Am Donnerstagabend wollen die Mittelhessen nunmehr die letzte Gelegenheit nutzen, um in dieser Saison Zählbares gegen den Rivalen zu holen. Anwurf der Partie, zu der die Grün-Weißen von zahlreichen Fans nach Kassel begleitet werden, ist um 19 Uhr (live auf Sky).

Für Wetzlars Trainer Kai Wandschneider ist die Favoritenrolle klar. „Melsungen hat uns bereits zweimal in diesem Jahr sehr deutlich geschlagen und verfügt trotz der Verletzungsmisere über einen Topkader“, so der 59-jährige. „Mit Michael Müller ist ein wichtiger Spieler nach Verletzung zurück im MT-Kader. Dazu haben sich mit Roman Sidorowicz einen torgefährlichen Mann nachverpflichtet können.“

Trotzdem rechnet sich der Trainer mit einer Mannschaft  Chancen in Kassel aus. „Wir sind mittlerweile stabiler als noch in der Phase der bisherigen Derbys. Das haben wir zuletzt gegen Hannover und Leipzig gezeigt“, so Wandschneider. „Wichtig wird sein, dass wir in Kassel den Kampf in der Abwehr annehmen und gegen das körperlich robuste Spiel der Melsunger kühlen Kopf bewahren. Dazu brauchen wir eine sehr konzentrierte Leistung im Angriff. Wir müssen unsere Angriffe auf den Punkt spielen und konsequent abschließen, um der MT nicht die Gelegenheit zu geben, in ihr starkes Konterspiel zu kommen.“   

Drei Heimspiele konnten die Mittelhessen zuletzt in Folge gewinnen. Auswärts setzte es dagegen Niederlagen beim Deutschen Meister in Flensburg und in Erlangen. „Natürlich war es ein kräftezehrendes Jahr für unsere Spieler, auch weil wir immer wieder verletzungsbedingte Ausfälle wichtiger Spieler kompensieren mussten. In einem Derby darf das aber keine Rolle spielen, da müssen wir noch einmal alles aus dem Tank rausholen, was noch drin ist. Wir wollen am Donnerstag deutlich besser dagegenhalten als zuletzt, um uns von unseren Fans erfolgreich und somit mit einem guten Gefühl in die Winter- und WM-Pause zu verabschieden“, gibt Wandschneider die Marschrichtung vor. 

Den Heiligen Abend hatten seine Spieler frei und somit Zeit für ihre Freunde und Familien. Am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag hieß es für die Mannschaft Training und Videostudium. „Wir werden gut vorbereitet nach Kassel fahren“, so der Coach, dem am Donnerstag auch wieder Rückraumspieler Alexander Hermann zur Verfügung stehen wird. Der Österreicher hatte bereits im Heimspiel gegen Leipzig als möglicher Backup auf der Bank gesessen und am Dienstag einen Belastungstest für das Derby bestanden. Hermann war zuletzt wegen einer Sehnenentzündung in der Fußsohle einige Zeit ausgefallen.

Weiter fehlen werden den Mittelhessen Stefan Knef (Bandscheibenprobleme) und die beiden Langzeitverletzten Lars Weissgerber (Knöchelbruch) und Tibor Ivanisevic (Außenbandriss im Knie). Alle drei sollen dann im neuen Jahr, wenn sich die Grün-Weißen am 14. Januar treffen, wieder komplett in den Trainingsbetrieb integriert werden.

Sein letztes Spiel für die HSG Wetzlar bestreitet am Donnerstagabend Nikola Marinovic. Der 42-jährige Torhüter kehrt am Januar, nach knapp dreimonatiger Ausleihe, zum Schweizer Erstligisten GC Amicitia Zürich zurück. 

„Das Duell mit Melsungen wird noch einmal ein Highlight für die Fans zum Jahresende“, weiß auch HSG-Geschäftsführer Björn Seipp. „Die Partie wird körperlich und mental noch einmal eine große Herausforderung für unsere junge Mannschaft, die mit 14 Punkten bislang eine gute Saisonausbeute vorweisen kann. Ich hoffe und erwarte jedoch, dass wir uns am Donnerstag konzentrierter und engagierter präsentieren als zuletzt in Erlangen. Da waren wir überhaupt nicht da und das darf uns nicht zweimal passieren. Jedes Spiel ist wichtig im Hinblick auf unser Saisonziel und deshalb müssen wir bereit sein, wenn sich die Chance bieten sollte, auch aus Kassel etwas mitzunehmen.“