HSG Wetzlar empfängt Sonntag „Alleskönner“ aus Mannheim!

Power, Emotionen und Konzentration sind am Sonntag für die Anton Lindskog & Co. gegen die Rhein-Neckar Löwen gefragt. Bild: www.sportfoto-vogler.de

DKB Handball-Bundesliga

Handball-Erstligist HSG Wetzlar muss im Topspiel des 7. Spieltags zu Hause gegen Rhein-Neckar Löwen ran – Rückkehr von Nikola Marinovic und Jannik Kohlbacher in Rittal Arena – Große Medienpräsenz

Es ist das Topspiel des 7. Spieltags der DKB Handball-Bundesliga, ab 13.30 Uhr live auf Sky. Zudem berichten die ARD-Sportschau und die ZDF-Sportreportage in Auszügen für ein Millionenpublikum über das Heimspiel der HSG Wetzlar gegen den amtierenden deutschen Pokalsieger, die Rhein-Neckar Löwen. Wenn das Starensemble aus Mannheim am Sonntag in der Rittal Arena aufläuft, dann stehen gleich drei Spieler im Kader, die in Mittelhessen ihre Reifeprüfung in der stärksten Liga der Welt ablegten: Steffen Fäth, Vladan Lipovina und Jannik Kohlbacher. Der bullige Kreisläufer und Europameister von 2016 wechselte erst im Sommer von der Lahn in die Rhein-Neckar Region. 

„Die Rhein-Neckar Löwen können alles, was es im Handball gibt“, schwärmt Wetzlars Coach Kai Wandschneider von den sportlichen Möglichkeiten des zweifachen deutschen Meisters. „Ich habe bislang keinen Gegner gesehen, der gegen diese Mannschaft ein sportliches Patentrezept gefunden hätte!“ Nach einer kurzen Pause fügt der 58-jährige dann mit einem verschmitzten Lächeln an: „Wir werden am Sonntag versuchen, den Anfang zu machen.“

Nach dem 25:21-Auswärtscoup der Mittelhessen am vergangenen Sonntag in Leipzig herrschte bei den Grün-Weißen in dieser Trainingswoche eine gute Stimmung. Da taten auch einige auszukurierende Verletzungen keinen Abbruch. Olle Forsell Schefvert musste aufgrund einer Knieprellung ein paar Tage aussetzen, genauso wie Maximilian Holst. Dazu bekam Torhüter Till Klimpke nach einem Kopftreffer im Training eine medizinisch notwendige Auszeit. Alle drei sollten Kai Wandschneider am Sonntag wieder zur Verfügung stehen können. Zwar macht auch Rückraumspieler Lenny Rubin nach seinem doppelten Bänderriss im Fuß deutliche Fortschritte in Sachen Genesung. Ein Einsatz der Schweizers käme nach derzeitigem Stand aber noch zu früh.

Apropos Eidgenossen! Dem Schweizer Spielmacher der Rhein-Neckar Löwen, Andy Schmid, gehört das Hauptaugenmerk der Wetzlarer Deckung am Sonntag. Er ist der Dreh- und Angelpunkt im Spiel aktuellen Tabellendritten. Wer gegen die Mannheimer bestehen möchte, der muss die Genialität des 35-jährigen stoppen. „Andy ist nicht alles, aber ohne Andy ist alles ein bisschen anders“, wird Kai Wandschneider bei seiner Beschreibung leicht philosophisch. Wohl wissend, wie notwendig die Anspiele des „MVP der DKB HBL“ für die Kreisläufer Jannik Kohlbacher und Jesper Nielsen, aber auch die Weltklasse-Außen Patrick Groetzki und Gudjon Valur Sigurdsson sind. Generell greifen bei den Löwen schon viele Rädchen ineinander. Auch die Neuzugänge Steffen Fäth und Vladan Lipovina zeigten sich in der Champions League am Mittwoch bereits bestens integriert.

„Das wird ein Spiel, auf das wir uns einfach freuen! Sich gegen eine solche Mannschaft messen zu können, dafür trainieren wir jeden Tag und dafür spielt man in der Bundesliga“, verrät Wetzlars Linksaußen Emil Frend Öfors. „Wir haben am vergangenen Wochenende einen Schritt in die richtige Richtung gemacht und wollen am Sonntag den nächsten machen, sowohl in der Abwehr als auch im Angriff. Klar sind die Rhein-Neckar Löwen der große Favorit, aber wir spielen zu Hause vor unseren tollen Fans und das wollen wir nutzen.“       

Im Fokus der Wetzlarer Fans wird am Sonntag natürlich auch Rückkehrer Nikola „Bobby“ Marinovic stehen. Der 42-jährige, der dieser Tage auf Leihbasis aus Zürich an die Lahn gewechselt ist, um bis Jahresende den verletzungsbedingten Ausfall von Tibor Ivanisevic (Außenbandriss Knie) zu kompensieren, kann das Heimspiel in der Rittal Arena kaum erwarten. „Ich freue mich unglaublich auf die Fans“, so Marinovic, dessen Spielfreigabe bereits seit Mittwochnachmittag vorliegt. Trainer Kai Wandschneider ist froh, dass Youngster Till Klimpke mit dem Österreicher eine „echte Persönlichkeit“ zur Seite gestellt wird, sagte aber auch: „Wir sollten nicht zu hohe Erwartungen an Bobby stellen!“ Denn der Gegner könnte beim Comeback des Routiniers kaum stärker sein.

Für die Partie gegen die Rhein-Neckar Löwen gibt es noch Stehplatzkarten im Vorverkauf und ab 12.00 Uhr an der Tageskasse der Rittal Arena. Die Pressetribünen im „Wohnzimmer“ der Grün-Weißen sind dagegen bereits komplett gefüllt, kein Wunder bei so viel medialer Aufmerksamkeit.