HSG Wetzlar feiert "Sieg des Willens" über Gummersbach!

Hielt am Ende viele wichtige Bälle: Torhüter Tibor Ivanisevic. (Bild: www.sportfoto-vogler.de)

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen schlagen Abstiegskandidaten deutlich mit 30:23 (15:9) - Tibor Ivanisevic und Lenny Rubin erhalten Sonderlob von Trainer Kai Wandschneider - 4.112 Zuschauer in Rittal Arena

Die HSG Wetzlar hat auch die letzten theoretischen Zweifel am Klassenerhalt ausgeräumt. Mit einer über weite Strecken souveränen Leistung setzte sich das Team von Kai Wandschneider am Ende klar mit 30:23 (15:9) gegen den VfL Gummersbach durch. Maximilian Holst und Stefan Cavor trafen bei den Gastgebern, die sich erst einmal auf Rang zwölf verbesserten, mit acht Toren am meisten. Beim VfL Gummersbach waren Keeper Matthias Puhle wie auch Marvin Sommer (5/2) die Aktivposten.

Die Partie begann etwas zäh, beide Abwehrreihen sowie auch die Torhüter Carsten Lichtlein und Till Klimpke waren direkt auf Betriebstemperatur. Erst nach über drei Minuten konnte Max Holst die Mittelhessen mit einem Heber in Führung bringen. Gummersbach benötigte über sechs Minuten, Tobias Schroeter traf vom rechten Flügel zum 3:1. Zuvor war Martinovic schon einmal frei durchgebrochen, hatte dann aber mit seinem Aufsetzer Pech und traf nur das Torgebälk.

Wetzlar konnte sein Polster aus den ersten Minuten ausbauen, immer wieder fanden die Mittelhessen eine Lücke im Gummersbacher Defensivverbund und brachten den Ball an Lichtlein vorbei. Als Stefan Kneer dann zum 6:2 (11.) erhöhte, nahm VfL-Coach Torge Greve die erste Auszeit um beruhigend auf sein Team einzuwirken. Matthias Puhle rückte zwischen die Pfosten und die Oberbergischen konnten in der Folgezeit bis auf zwei Tore wieder verkürzen. Die Chance auf den Anschlusstreffer beim Stand von 6:4 ließ man dann aber durch ein Offensivfoul leichtfertig verstreichen. 

Es blieb dabei, auch weil Klimpke und Puhle immer wieder im richtigen Moment mit einer Parade zur Stelle waren, wenn das Pendel zur einen oder anderen Seite hätte ausschlagen können. Erst dreieinhalb Minuten vor dem Ende war es ein Fehlpass in der VfL-Offensive, den Wetzlar dann mit einem schnellen Gegenangriff über Holst zum 12:8 bestrafen konnte. Als dann auch noch Tibor Ivanisevic den bislang sicheren Siebenmeterschützen Marvin Sommer entzauberte, konnte dann Stefan Cavor gar auf 14:9 erhöhen. Ein weiterer Fehlwurf von Baumgärtner und die Hausherren spielten dann im letzten Angriff einen Kempa-Trick, den Björnsen dann zur Sechs-Tore-Führung verwandeln konnte. 

Gummersbach schaffte auch in Halbzeit zwei nicht mehr den Anschluss. Zwar konnte Schroeter noch den ersten Treffer im zweiten Durchgang setzen, doch dann zogen die Gastgeber immer weiter weg. Der nervenstarke Max Holst verwandelte vom Strich zum 20:11 (37.) und Torge Greve nahm seine zweite Auszeit. Vor allem im Rückraum haperte es bei den Oberbergischen, was allerdings auch an der aggressiven Abwehrarbeit von Wetzlar lag. 

Bis zum 22:13 (41.) drohte dem VfL ein Debakel, dann kam ein Bruch ins Spiel der Gastgeber, auch durch die Paraden von Puhle und einer Zeitstrafe gegen Stefan Kneer. Als dann Marvin Sommer in Überzahl zum 23:18 (46.) konterte, nahm Kai Wandschneider seine zweite Auszeit an diesem Abend. Puhle war jetzt heißgelaufen und brachte sein Team immer besser ins Spiel. Wetzlar geriet nun ins Schwimmen, auch die VfL-Abwehr zeigte immer mehr Aggressivität. Bis auf vier Tore (24:20) kam Gummersbach heran, dann fand Wetzlar wieder in die Spur. 

Ein Manko auf Gummersbacher Seite blieb die Präzision bei den Würfen aus dem Rückraum - zwei Pfostentreffer sorgten dafür, dass es nach dem 28:21 (57.) von Lars Weissgerber keine Zweifel mehr am Heimsieg der Wetzlarer gab. Mit einem schönen Kempa-Pass von Holst auf Cavor gab es dann beim 30:22 kurz vor Schluss auch noch was für die Galerie im Repertoire der Hausherren. 

Stenogramm:

HSG Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic; Hermann, (n. e.), Kneer (1), Björnsen (2), Ferraz (n. e.), Mirkulovski (1), Schreiber (n. e.), Torbrügge (1), Weissgerber (1), Frend Öfors (n. e.), Holst (9/5), Forsell Schefvert (3), Rubin (3), Lindskog (1), Cavor (8).

VfL Gummersbach: Lichtlein, Puhle; Schröter (3), Dayan (n. e.), Martinovic (4), Baumgärtner, Sommer (5/2), Köpp, Zhukov (2), Herzig (2), Kiesler (n. e.), Bialowas, Becker, Preuss (3), Norouzinezhad (4), Busch (n. e.).

Schiedsrichter: Geipel/Helbig (Leipzig/Landsberg). – Zuschauer: 4112. – Zeitstrafen: 10:6 Min. – Siebenmeter: 5/5:3/2.

Quelle: https://www.handball-world.news/o.red.r/news-1-1-1-114741.html