HSG Wetzlar hält mentalem Druck in Ludwigshafen stand!

Kollektiver Jubel nach dem Auswärtssieg in Ludwigshafen. (Bild: Harry Reis)

LIQUI MOLY Handball-Bundesliga

Mittelhessen besiegen Eulen Ludwighafen mit 31:25 (17:10) dank starker erster Halbzeit - Lenny Rubin und Alexander Feld setzen wichtige Nadelstiche in Schlussphase

Die HSG Wetzlar hat den ersten Sieg in der neuen Saison in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga geholt. Bei den Eulen Ludwigshafen setzten sich die Mittelhessen mit 31:25 (17:10) durch. Die Gastgeber kämpfen sich trotz des Pausenrückstandes und einer roten Karte gegen Gunnar Dietrich (37.) noch einmal zurück und kamen auf drei Tore heran, doch Wetzlar blieb cool. Im Vergleich zur Auftaktniederlage in Lemgo war die Chancenauswertung deutlich besser, auch Till Klimpke im Tor zeigte starke Paraden. Bester Werfer der Partie war Kristian Björnsen (7), für die Eulen trafen Kai Dippe und Jerome Müller je fünfmal. 

Die Eulen Ludwigshafen erwischten einen guten Start in die Partie und lagen nach einem Treffer von Gunnar Dietrich mit 3:2 (5.) in Front. In den folgenden Minuten drehte sich das Blatt jedoch: Wetzlar stabilisierte seine Deckung und kam wiederholt über sein Tempospiel zum Erfolg.

Kristian Björnsen sorgte kurz darauf mit seinem vierten Treffer für die erste Führung der Mittelhessen: Sein Gegenstoß bedeutete das 5:4 (7.). Stefan Cavor legte aus dem Rückraum das 7:5 (10.) nach und sorgte damit für die erste Zwei-Tore-Differenz der Partie. Eulen-Coach Ben Matschke reagierte sofort und legte die Grüne Karte.

Die Auszeit konnte jedoch nicht verhindern, dass Wetzlar zunehmend die Kontrolle übernahm und über 10:6 (13.) auf 13:8 (19.) davonzog. Im Gegensatz zur offensiven Ausrichtung der Eulen setzten die Mittelhessen auf eine 6:0-Formation, mit der die Gastgeber große Probleme hatten. Das Tempospiel war ebenfalls weiterhin eine gefährliche Waffe.

Nach einer Zeitstrafe gegen Dietrich agierte Ludwigshafen in Unterzahl und Anton Lindskog hatte die Chance, ins leere Tor zu erhöhen. Sein Ball trudelte jedoch am Tor vorbei. Die Eulen leisteten sich jedoch ebenfalls einige Fehlwürfe. Der eingewechselte Jan Remmlinger war in seiner ersten Aktion schön durchgebrochen, hatte den Ball jedoch nur an den Pfosten gesetzt. 

In der 25. Minute war der Sechs-Tore-Vorsprung dann perfekt: Lenny Rubin netzte zum 16:10 (26.) ein, Maximilian Holst legte kurz vor der Pause einen weiteren Treffer nach. So ging es mit sieben Tore Differenz für die Gäste in die Kabine.

Mit Wiederanpfiff schickte Matschke in Martin Tomovski einen neuen Keeper zwischen die Pfosten, der sich jedoch sofort das 18:10 (31.) von Holst einfing. Die Mittelhessen behaupteten ihren Vorsprung, während die Eulen durch eine Disqualifikation von Dietrich geschwächt wurden (37.). Der Kapitän, belastet durch die Hinausstellung aus dem ersten Durchgang, kassierte innerhalb weniger Minuten zwei weitere Zeitstrafen und musste auf der Tribüne Platz nehmen.

Dem Kampfgeist der Gastgeber tat das jedoch keinen Abbruch. Der schön in Szene gesetzte Kai Dippe verkürzte vom Kreis auf 14:20 (38.), Pascal Durak ließ das 16:21 (41.) folgen. Ex-Eule Alexander Feld stellte jedoch - in Unterzahl - wieder auf sechs Tore.

Der Vorsprung hatte in den folgenden Minuten trotz des Kampfgeistes der Eulen weiterhin Bestand - auch dank Till Klimpke, der stark hielt und nicht nur mit einer spektakulären Doppelparade auftrumpfte. In Unterzahl konnte jedoch auch der junge Nationalspieler nicht alle Bälle abwehren: Frederic Stüber verkürzte auf 20:24 (49.). 

Nach dem Ablauf der Zeitstrafe gegen Rubin zog Kai Wandschneider die Auszeit und schickte Cavor zurück in den rechten Rückraum. Mit einer Parade heizte Tomovski die Stimmung jedoch weiter an, Jerome Müller setzte das 21:24 (51.) nach. Neun Minuten vor dem Ende bahnte sich damit eine heiße Schlussphase an.

Nun ging es Schlag auf Schlag: Wetzlar legte vor, doch die Eulen hatten immer wieder eine Antwort parat. In der 55. Minute gelangen Olle Forsell Schefvert jedoch zwei wichtige Aktionen nacheinander: Erst erzielte er aus dem Rückraum das 29:25 (55.), dann fing er in der Defensive den Ball ab. Die HSG hatte damit die Möglichkeit, sich erneut auf fünf Tore abzusetzen. 

Die Mittelhessen nutzten diese Chance jedoch nicht, Durak fischte nun seinerseits einen Querpass aus der Luft. Den Eulen lief jedoch die Zeit davon, da Wetzlar clever agierte und immer wieder geschickt Zeit von der Uhr nahm. Mit dem 30:25 (58.) sorgte Holst schließlich für die Vorentscheidung, am Ende stand nach einer letzten Siebenmeter-Parade von Klimpke ein 31:25 auf der Anzeigetafel. 

Am kommenden Dienstag geht es für die Grün-Weißen bereits weiter in der LIQUI MOLY HBL. Dann ist um 19.00 Uhr der amtierende deutsche Meister SG Flensburg-Handewitt in der Rittal Arena Wetzlar zu Gast. Tickets für dieses Spiel gibt es hier.

Quelle: www.handball-world.news