HSG Wetzlar muss in Lemgo „an obere Leistungsgrenze“!

Die Grün-Weißen fahren gut vorbereitet nach Ostwestfalen. (Bild: Oliver Richter)

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen gastieren heute Abend in Lipperlandhalle – Trainer Kai Wandschneider fordert Steigerung im Angriffsspiel der Grün-Weißen

Schwer umkämpft, aber am Ende verdient war der Heimsieg des Handball-Bundesligisten HSG Wetzlar am vergangenen Sonntag gegen die SG BBM Bietigheim. Nunmehr, nur vier Tage später, müssen die Grün-Weißen in der DKB Handball-Bundesliga auswärts ran. Und das ausgerechnet beim TBV Lemgo Lippe, wo die Mittelhessen in ihrer 21-jährigen Erstliga-Geschichte noch nie gewinnen konnten. Anwurf der Partie ist heute Abend um 19 Uhr (live auf Sky) in der Lipperlandhalle. Die Leitung haben die Unparteiischen Christian und Fabian vom Dorff aus dem DHB-Eliteanschlusskader sowie die Spielaufsicht Kay Holm. 

„Wenn wir in Lemgo etwas holen wollen, dann müssen wir eine Schippe drauf legen“, weiß Wetzlars Coach Kai Wandschneider. „Gegen Bietigheim haben wir eine starke Abwehr mit einem guten Torhüter gestellt. Aber im Angriff waren wir nicht stabil. Das wird heute Abend nicht reichen. Wir müssen unser Zusammenspiel verbessern und unsere Torchancen konsequenter nutzen. Dazu brauchen wir eine konzentriertere Leistung, vor allem im rechten Rückraum. Hier müssen sich Stefan Cavor oder Joao Ferraz deutlich steigern – oder am besten beide.“

Die Ostwestfalen um Coach Florian Kehrmann haben ihr tabellarisches Tal der vergangenen Jahre bereits in der abgelaufenen Spielzeit durchschritten und die Qualität im Kader deutlich erhöht. "Lemgo hat in der vergangenen Saison einen Riesenschritt gemacht und ist nicht zufällig Neunter geworden", sagt Wandschneider, der die Arbeit seines Trainerkollegen lobt. „Der TBV konnte seinen hoffnungsvollen Kader zusammenhalten und musste im Sommer nur einen Neuzugang integrieren. Das ist ein riesiger Vorteil gegenüber uns, da sie wesentlich eingespielter sind.“

Dass der TBV zum Auftakt mit 21:28 bei den Rhein-Neckar Löwen mehr oder weniger chancenlos war, hat für Wandschneider angesichts der Klasse und Heimstärke des zweifachen Deutschen Meisters wenig Aussagekraft. „Trotzdem wird Lemgo den Druck des ersten Heimspiels haben, den wir am Sonntag hatten. Damit muss eine Mannschaft erst einmal umgehen, denn die TBV-Fans werden ganz sicher einen Heimsieg von ihrem Team erwarten und das kann unsere Chancen erhöhen. Ungeachtet dessen, wissen wir, was wir, wenn wir an unsere obere Leistungsgrenze kommen, zu leisten im Stande sind und rechnen uns natürlich auch in Lemgo etwas aus“, so der 58-jährige selbstbewusst. „Wir fahren da hin, um zu gewinnen und den Bock endlich umzustoßen!“

Von den vergangenen vier Auswärtsspielen in Lemgo konnten die Grün-Weißen zwei mit dem Unentschieden beenden. Das Duell in der abgelaufenen Saison endete mit einem knappen 28:26-Heimsieg für die Ostwestfalen. „Klar ist, dass Lemgo den Druck des Gewinnen-Müssens hat“, weiß auch Geschäftsführer Björn Seipp. „Für uns geht es darum, dass wir uns dort als Mannschaft beweisen und von Anfang an zeigen, dass wir etwas Zählbares mitnehmen wollen. Serien sind schließlich dafür da, um gebrochen zu werden!“ 

Nach aktuellem Stand können die Mittelhessen in Lemgo, wie die Gastgeber auch, auf dem kompletten Kader zurückgreifen. Nach dem Auftakterfolg gegen Bietigheim gab es für die medizinische Abteilung nur kleinere Blessuren zu behandeln.