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HSG Wetzlar patzt im Testspiel gegen starke Ferndorfer!

Bild: fgsportfoto/Florian Gümbel

LIQUI MOLY Handball-Bundesliga

Mittelhessen lassen beim 27:27-Unentschieden gegen den Zweiligisten vieles vermissen – 550 Zuschauer beim „2. mrd-Cup“ in Neunkirchen

Eine Woche vor dem Re-Start der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga suchen die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar noch nach ihrer Form. Das hat der gestrige Test beim „2. mrd-Cup“ in Neunkirchen deutlich gezeigt. Vor 550 Zuschauern in der Großsporthalle am Rassberg trennten sich die Grün-Weißen vom Zweitligisten TuS Ferndorf mit einem 27:27-Unentschieden. Kurz nach der Pause hatten die Mittelhessen gegen den engagiert auftretenden Tabellenzwölften der 2. Liga sogar mit sechs Toren zurückgelegen.

„Bei allem Respekt vor der starken Leistung der Ferndorfer, aber das war ein Spiel, in dem ich bei den meisten unserer Spieler sehr vieles vermisst habe: die generelle Einstellung, Kampfgeist und Beinarbeit in der Abwehr sowie Esprit und Zielstrebigkeit im Angriff - und das wenige Tage vor Saisonbeginn. Das kann und darf nicht sein“, so HSG-Geschäftsführer Björn Seipp sauer. „Am Ende haben uns die Paraden von Till Klimpke zurück ins Spiel gebracht, so dass es wenigstens zu einem Unentschieden gereicht hat, aber das kann nicht unser Anspruch sein. So dürfen wir uns nicht präsentieren!“ 

Vom Anpfiff weg bekamen die Spieler der HSG Wetzlar die flinken Angreifer des Zweitligisten um Regisseur Julius Lindskog Andersson kaum in den Griff. Immer waren die Grün-Weißen einen Schritt zu spät am Mann oder die Ferndorfer schafften es, HSG-Torhüter Tibor Ivanisevic über die freigespielten Außen zu überlisten. Bei den Mittelhessen war es im ersten Abschnitt Olle Forsell Schefvert, der mit zahlreichen guten Entscheidungen dafür sorgte, dass die Grün-Weißen zumindest dran bleiben konnten. So setzte der Schwede vermehrt seinen Landsmann Emil Frend Öfors geschickt ein, der bis zur Pause viermal traf. Trotzdem ging es mit einer 17:14-Führung für Ferndorf in die Kabinen, in denen Trainer Kai Wandschneider seiner Truppe ordentlich ins Gewissen redete, ob des wenig inspirierten Auftritts in den ersten 30 Minuten.

Eine Ansprache, die überraschender Weise zunächst einmal keine Wirkung auf dem Spielfeld zeigen sollte. Nach dem Wiederanpfiff blieb es dabei: Ferndorf fand die Löcher in der Wetzlarer Abwehr und der Ball im Angriff der Mittelhessen zu selten die Maschen. Bis zur 38 Minute erhöhte der TuS somit auf 22:16. Einige Zuschauer rieben sich bereits verwundert die Augen. 

Erst nach einer Auszeit von Wandschneider kam mehr Zug ins Wetzlarer Spiel, beginnend in der Abwehr, in der sich Lenny Rubin im Mittelblock und Torben Waldgenbach auf der Halbposition bewährten. Dazu nahm Till Klimpke den Kreuztalern nun zahlreiche Würfe weg. Wetzlar kam bis zur 41. Minute durch Rubin und zwei Tore von Holst auf 22:20 heran, doch danach passierte auf beiden Seiten für 6 (!) Minuten nichts zählbares. Es wurden reihenweise beste Torchancen versiebt. Dabei verdienten sich Klimpke und sein Gegenüber, Ferndorfs Nummer Eins Marin Durica, Bestnoten. Erst Lenny Rubin machten dem Fehlwurf-Festival dann ein Ende (47.).

Es dauerte bis zur 50. Minute, ehe die HSG Wetzlar dann erstmals (!) in dieser Partie in Führung ging, weil Maximilian Holst, dem in der zweiten Halbzeit insgesamt sechs Treffer gelangen, von Linksaußen getroffen hatte (24:23). Beim 27:25 für die Grün-Weißen durch Lenny Rubin schien die Partie dann doch zugunsten des Favoriten aus der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga entschieden. Doch der an diesem Abend völlig indisponierte Lars Weissgerber ließ im Anschluss zwei freie Würfe von Rechtsaußen liegen, während sein Gegenspieler Magnus Neitsch auf der anderen Seite zum 26:27-Anschluss traf. Danach hielt Marin Durica einen Siebenmeter von Maximilian Holst und im Gegenzug verwandelte der Ferndorfer Mattis Michel seinerseits den letzten Strafwurf des Spiels zum 27:27-Ausgleich. Wetzlar hatte danach noch 25 Sekunden Zeit für den Siegtreffer, doch Alexander Feld scheiterte nach einem Kempa-Zuspiel von Stefan Cavor erneut an „Matchwinner“ Durica.

Zurück blieben nach dem Schlusspfiff strahlende Ferndorfer, zufriedene Zuschauer, geknickte Wetzlarer und HSG-Verantwortliche, die auf eine deutliche Leistungssteigerung ihrer Mannschaft bis zum kommenden Wochenende hoffen, wenn am Samstagabend um 18.30 Uhr der Bergische HC in der Rittal Arena zu Gast ist.

Stenogramm:

HSG Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic (1.-30.); Feld 3, Weber, Mirkulovski 1, Torbrügge, Weissgerber 2, Frend Öfors 4, Holst 6/2, Waldgenbach, Forsell Schefvert 2, Rubin 5, Lindskog 1, Cavor 3. 

TuS Ferndorf: Durica, Pohl (1.-30.); Faulenbach 3, Lucas Schneider 3, Michel 3/2, Neitsch 2, Wicklein 1, Julian Schneider, Barwitzki 2, Bornemann 2, Rüdiger 2, Lindskog Andersson 6, Koloper 1, Müller, Rink 2.

Zuschauer: 550.