HSG Wetzlar reist ohne fünf Verletzte an die Ostseeküste!

Spielmacher Hendrik Schreiber kommt in Flensburg eine wichtige Rolle zu. Bild: www.sportfoto-vogler.de

DKB Handball-Bundesliga

Norweger Kristian Björnsen dafür gegen Tabellenführer aus Flensburg wieder dabei - Auch Youngster Torben Waldgenbach im Kader der Mittelhessen

Als die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar am heutigen Vormittag in Richtung Ostsee aufmachten, waren eine Plätze im Mannschaftsbus nicht besetzt. Trainer Kai Wandschneider muss am Sonntag beim Auswärtsspiel bei der SG Flensburg-Handewitt gleich auf fünf etatmäßige Spieler verzichten. Dafür kehrt ein Langzeitverletzter zurück.

Zu den Langzeitverletzten Lars Weißgerber und Tibor Ivanisevic, die beide erst im kommenden Jahr wieder ihre Spieltrikots überstreifen werden, gesellen sich nunmehr auch die Routiniers Stefan Kneer (Rückenprobleme), Filip Mirkulovski (Adduktorenzerrung) und Alexander Hermann (Sehnenentzündung im Fuß). Dafür hat jedoch der norwegische Rechtsaußen Kristian Björnsen in dieser Woche komplett mit der Mannschaft trainiert und soll am Sonntagnachmittag sein Comeback im Team der Mittelhessen geben. Dazu bekommen in der Flens-Arena die Nachwuchsakteure Henrik Schreiber und Torben Waldgenbach ihre Chance. Während Junioren-Nationalspieler Hendrik Schreiber seit Saisonbeginn fest im Erstligakader der Grün-Weißen steht, feiert der 20-jährige Waldgenbach am Sonntag wohl seine Bundesliga-Premiere. „Für die jungen Spieler ist das sicherlich etwas Besonderes, aber es heißt für alle immer, in der ‚Hölle Nord‘ den nächsten und vor allem einen Schritt mehr zu machen, mental aber auch in Puncto Selbstdisziplin. Das ist eine Schulung“, so Wandschneider vor dem Duell mit dem amtierenden Deutschen Meister und Tabellenführer gegenüber der Gießener Allgemeinen Zeitung.

Vier Siege in bislang 46 Erstliga-Begegnungen verheißen für die Mittelhessen wenig Gutes für die Partie am Sonntagnachmittag. Doch vor exakt 20 Jahren verloren die Flensburger in Wetzlar mit 16:28, was damals vor allem an einer schwachen Angriffsleistung lag. Darüber kann sich der aktuelle SG-Coach Maik Machulla kaum beklagen. Mit 28:0 Punkten thront seine Mannschaft in der DKB Handball-Bundesliga über allem, hat den THW Kiel und den SC Magdeburg geschlagen und die Rhein-Neckar Löwen zu Hause deutlich mit 27:20 bezwungen. Schwächen zeigen die Nordlichter, wenn überhaupt, nur in der EHF Champions League. In der Bundesliga sind sie die Mannschaft der Stunde. „Was heißt hier Stunde, die sind seit Monaten ununterbrochen sehr erfolgreich“, setzt Kai Wandschneider noch einen drauf. „Es ist wirklich stark, was sie abliefern. Wir müssen sehen, dass wir uns dort achtbar aus der Affäre ziehen. Und hoffen, dass kein Schnee fällt und das Spiel auch wirklich stattfindet“, verweist der 59-jährige auf die letzte Partie Anfang März an der Förde, die wegen massivem Schneefalls verschoben werden musste. 

Mit 10:18 Punkten steht die HSG Wetzlar aktuell auf Platz 12 der Tabelle. Im Kampf um den Klassenerhalt erschwert vor allem die lange Verletztenliste dem Team die tägliche Arbeit. Durch permanente personelle Rückschläge kann nur schwer so etwas wie Kontinuität einziehen. „Wir müssen uns irgendwie durchschlagen“, so Wandschneider, der es langsam leid ist, sich über dieses Thema auszulassen. „Der Sieg gegen die Eulen Ludwigshafen hat der Mannschaft, uns Verantwortlichen und den Fans gut getan. Die Mannschaft war auf den Punkt fit und hat ganz offensichtlich verstanden, worauf es in diesem Spiel ankam. Wir hoffen, dass jeder Spieler daraus etwas mitgenommen und Selbstbewusstsein getankt hat“, meint Wandschneider. „Da gehst du ganz anders in die Woche und die nächsten Spiele, als wenn wir das verloren hätten.“

„In Flensburg haben wir wirklich überhaupt nichts zu verlieren und können ganz befreit aufspielen“, so HSG-Geschäftsführer Björn Seipp. „Wenn man in solche Spiele voll fokussiert und ohne allzu großen Respekt reingeht, dazu sein Herz in beide Hände nimmt, dann können diese richtig viel Spaß machen. Die Flens-Arena ist eine stimmungsvolle Halle, in der die Zuschauer sehr respektvoll mit dem Gast umgehen. Ich würde mir wünschen, dass unser Team den Fans in der Halle und vor den Fernsehern einen tollen Kampf gegen den großen Favoriten bieten kann.“