HSG Wetzlar ringt kampfstarke Recken nieder!

Riesenjubel nach dem wichtigen Heimspiel über Hannover. (Bild: www.sportfoto-vogler.de)

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen schlagen Niedersachen knapp aber verdient mit 29:28 (16:12) - Hausherren spielen ihre bislang beste 1. Halbzeit dieser Saison

In den letzten Wochen hatte die HSG Wetzlar mehrere Spiele unglücklich verloren, der vermeintliche Ausgleichstreffer bei Spitzenreiter Flensburg kam beispielsweise nur Sekundenbruchteile zu spät. Am heutigen Abend reichte es hingegen für die Hessen, die beim 25:20 mit fünf Toren geführt hatten. Sie retteten ein 29:28 über die Zeit und verbuchten den sechsten Saisonsieg, mit 12:20 Punkten liegen nun Wetzlar und Hannover sowie auch Lemgo und Erlangen gleichauf. Hannover hatte im neunfach erfolgreichen Kai Häfner seinen besten Schützen, Timo Kastening erzielte sieben Treffer. Bei Wetzlar verteilten sich die Tore auf zahlreiche Schultern, mit Emil Frend Öfors, Anton Lindskog und Ole Forsell Schefvert erzielte je fünf Tore.

Die knappe aber vor allem bittere Niederlage in Flensburg schien den Spielern der HSG Wetzlar nicht mehr in den Knochen zu stecken, als sie furios in ihr Heimspiel am Adventssonntags gegen die TSV Hannover-Burgdorf starteten. Die Mannschaft von Kai Wandschneider präsentierte sich gegen die favorisierten Niedersachsen zu Beginn der Partie sehr stark. Auch wenn die Gäste nach einem Doppelschlag von Morten Olsen und Kai Häfner in der vierten Minute einmal kurz vorlegten. 

Doch gegen die offensive Abwehrreihe mit dem vorgezogenen Kreisläufer Anton Lindskog fanden die Offensivspieler der Recken in der Folge nur schwer ins Spiel. Nach dem Ausgleich von Filip Mirkulovski holte sich Wetzlar die Führung zurück, auch weil sowohl Anton Lindskog wie auch Torhüter Till Klimpke trafen in der folgenden Überzahl-Situationen in das verwaiste Recken-Tor trafen. Die Niedersachsen hatten in der Offensive die Unterzahl mit einem zusätzlichen Feldspieler ausgeglichen, das Risiko bestraften die Wetzlarer, die kurz darauf auch noch das 6:3 nachlegten. 

Klimpke war in dieser Phase nicht nur als Torschütze im Mittelpunkt, die Nachwuchshoffnung glänzte auch mit einigen Paraden. Ein Grundstein dafür, das Wetzlar durch einen Siebenmeter von Maximilian Holst und einen Distanzwurf von Stefan Cavor auf 8:4 davonziehen konnte. Recken-Trainer Carlos Ortega zog die Notbremse und legte die Grüne Karte. Die Auszeit schien zu fruchten: Den Kroaten Ilija Brozovic bekamen die Wetzlarer nicht gut unter Kontrolle, er verkürzte durch zwei Tore auf 9:7. Wetzlar zeigte sich aber wenig beeindruckt, beim 12:8 durch Emil Frend Öfors lagen wieder vier Tore zwischen den beiden Kontrahenten. 

Wieder war es Brozovic, der für die Recken verkürzte. Doch den Ton gab weiter Wetzlar an, das aus einem Guss spielte: Vom Torhüter Klimpke über die von Lindskog dirigierte Abwehr bis zum Angriffsspiel der Wetzlarer - die HSG Wetzlar zeigte sich als stark aufspielendes Kollektiv und dominierte das Spiel in dieser Phase. Allerdings verhinderten dann einige Unaufmerksamkeiten, dass die Führung der Hausherren weiter anstieg. Die 4.077 Zuschauern konnten sich aber dennoch über ein 16:12 zur Pause freuen. 

Timo Kastening eröffnete die zweite Halbzeit und damit die Aufholjagd der Recken mit einem Treffer von Außen. Im Gegenzug verzog Cavor beim Wurfversuch und so konnte Kastening mit seinem nächsten Treffer den Abstand halbieren. Von der Siebenmeterlinie musste sich Hannovers Torhüter Urban Lesjak, der bereits während des ersten Abschnitts für Martin Ziemer zwischen die Pfosten gerückt war, dann zwar geschlagen geben - doch Hannover war nun im Spiel. Auch Kastening traf vom Strich und keine sieben Minuten nach Wiederbeginn hatte der glänzend aufgelegte Kai Häfner dann beim 17:16 den Anschluss wieder hergestellt. 

Auf der Gegenseite traf Lenny Rubin nur die Latte, es schien aber der benötigte Weckruf für die HSG Wetzlar. Durch Treffer von Anton Lindskog und Olle Forsell Schefvert setzten sich die Gastgeber beim 19:16 wieder auf drei Tore ab und beim 21:17 von Anton Lindskog war dann der Vier-Tore-Abstand wieder hergestellt. Dieser hielt zunächst bis zum 22:18, dann bot sich nach einem weiteren Häfner-Treffer Hannover die Chance wieder auf zwei Treffer zu verkürzen. Doch der eingewechselte Nikola Marinovic vereitelte den Gegenstoß, doch auf der anderen Seite war auch Urban Lesjak zur Stelle. 

Wetzlar setzte dennoch durch Emil Frend Öfors den nächsten Treffer und erhöhte dann nach einer weiteren Marinovic-Parade durch Kristian Björnsen beim 25:20 gut dreizehn Minuten vor dem Ende auf fünf Tore. Doch ein sehenswerter Aufsetzer von Fabian Böhm und ein ebenfalls bemerkenswerter Stemmwurf von Morten Olsen weckte bei den Gästen dann wieder Hoffnung. Lenny Rubin antwortete mit dem 26:22, doch Hannover setzte zur Aufholjagd an: Häfner setzte zwei weitere Treffer, Morten Olsen war ebenfalls erfolgreich - fünf Minuten vor dem Ende war der Vorsprung der HSG beim 27:25 auf zwei Tore geschrumpft. 

Als Timo Kastening dann den Anschlusstreffer setzte, schwante den Gastgebern nichts Gutes - zuletzt hatte das Team mehrere knappe Spiele verloren. Doch ein Treffer von Stefan Cavor sorgte bei den heimischen Fans für Hoffnung - zumal die Zeit zu Gunsten der HSG lief. Kai Häfner verwandelte ein Kempa-Anspiel von Lars Lehnhof zwar im Stile eines Volleyballers, doch Filip Mirkulovski antwortete mit dem 29:27. 

Den Recken blieben nur noch neunzig Sekunden und den ersten Versuch konnte Marinovic entschärfen, den zweiten aber nutzte Morten Olsen zum 29:28. Es blieben noch 56 Sekunden und in diesen zeigte sich die HSG Wetzlar nun clever und hatte bei einem möglichen Ballverlust auch das Glück auf ihrer Seite. Als der Ball dann an Hannover ging, blieben nur noch Sekunden und die Sirene ertönte, bevor die Gäste zu einem finalen Wurf ansetzen konnten.

Quelle: www.handball-world.news/o.red.r/news-1-1-1-110255.html