HSG Wetzlar scheidet im Pokal aus!

Youngster Tim Rüdiger war mit fünf Treffern bester Torschütze der Grün-Weißen. Bild: Florian Gümbel

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen unterliegen im Achtelfinale MT Melsungen deutlich mit 20:28 (8:13) – Zu viele Fehler im Angriff sorgen für Niederlage

Die HSG Wetzlar ist im Achtelfinale des DHB-Pokals ausgeschieden. Das Team von Trainer Kai Wandschneider verlor am Dienstagabend das Hessenderby gegen die MT Melsungen in eigener Halle deutlich mit 20:28 (8:13) durch. Für die Grün-Weißen, die es in der vergangenen Saison noch ins Halbfinale geschafft hatte, endet der Traum von einer erneuten Teilnahme am REWE Final Four damit vorzeitig. Beste Werfer der im Angriff erneut indisponierten Mittelhessen waren Maximilian Holst und Tim Rüdiger. 

Nach der deutlichen Niederlage in Minden hatte es in Melsungen heftige Kritik am eigenen Auftritt gegeben. Das Bemühen es im Pokal vor 2.820 Zuschauern in der Rittal Arena in Wetzlar besser zu machen, war von der ersten Minute an zu merken. MT-Coach Heiko Grimm ließ sein Team mit einer offensiven Deckung starten, diese sorgten gegen die ersatzgeschwächten Wetzlarer für die erhofften Ballgewinne und schnelle Treffer im Gegenstoß - wie beim 1:0 durch Michael Allendorf. 

Den nächsten Versuch der Gäste konnte Wetzlars Torhüter Till Klimpke zwar entschärfen, doch in den schleppenden Anfangsminuten blieb die Offensive das Problem der Hausherren. Neben Unkonzentriertheiten und Ballverlusten gab es auch einige Würfe, doch diese wurden immer wieder von Nebojsa Simic im MT-Tor vereitelt. Trotz weiterer Glanztaten von Klimpke wuchs der Abstand so langsam aber kontinuierlich an: Zwei Treffer von Simon Birkefeldt sorgten flankiert von einem erfolgreichen Kühn-Versuch für das 4:0. 

Erst nach gut sieben Minuten brachte Stefan Cavor dann die HSG Wetzlar erstmals auf die Anzeigetafel - doch die Antwort der MT Melsungen folgte umgehend in Form von Treffern von Finn Lemke und Marino Maric zum 6:1. Nach dem zweiten Treffer durch Lenny Rubin schienen die Gastgeber dann aber besser in die Begegnung zu kommen, da in dieser Aktion Finn Lemke eine Zeitstrafe kassierte. Melsungen kompensierte die Unterzahl im Angriff mit einem zusätzlichen Feldspieler, Joao Ferraz bestrafte dieses Risiko nach einer Balleroberung mit einem Treffer in das verwaiste Tor.

Melsungen traf durch Kühn zwar auch in Unterzahl, doch Wetzlar kam durch einen zwei Treffer von Maximilian Holst beim 7:5 auf zwei Tore heran und hatte nach einer weiteren Klimpke-Parade sogar die Chance auf den Anschlusstreffer, doch diesen verhinderte Nebojsa Simic und gab damit das Signal für einen erneuten Lauf der Melsunger: Julius Kühn, Timm Schneider und Michael Allendorf erhöhten auf 10:5. Die Gäste wirkten im Vergleich zum Auftritt in Minden wieder selbstsicherer.

HSG-Trainer Wandschneider reagierte auf den ausbleibenden Erfolg im Angriffsspiel und brachte kurz vor der Pause den aus der U23 in den Kader gerückten Perspektivspieler Tim Rüdiger - beim ersten Angriff der Melsunger sah Rüdiger sich dem um einige Köpfer größeren Kühn gegenüber und konnte zunächst noch keinen Akzent setzen. Doch im folgenden Tempogegenstoß bekam er den Ball von Olle Forsell Schefvert und traf bei seinem Debüt. Auf der Gegenseite erhöhten Kühn und Schneider aber auf 13:7, Melsungen schien auf alles die passenden Antworten zu haben und nahm beim 13:8 einen Fünf-Tore-Vorsprung mit in die Kabinen.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit vertraute Wandschneider auf Nikola Marinovic statt Till Klimpke im Tor. Die Problemzone aber blieb die Offensive. Julius Kühn und Tobias Reichmann erhöhten den Abstand beim 15:8 erstmals auf sieben Tore und nach einem Treffer von Kreisläufer Felix Danner lagen beim 17:9 bereits die acht Tore zwischen den Konkurrenten, die es beim 34:26-Endstand vor einigen Wochen beim Duell in der Bundesliga waren.

Wetzlar mühte sich, versuchte dagegen zu halten und sich in die Begegnung zurück zu kämpfen, doch die Melsunger Deckung war immer wieder die Endstation für den personell geschwächten Wetzlarer Angriff, dem die Durchschlagskraft fehlte. Da zudem auch Nebojsa Simic weiterhin auf dem Posten war, konnten die Gäste die Führung souverän behaupten - auch wenn nach vom 18:10 bis zum 21:16 die Acht-Tore-Führung der MT auf fünf Treffer geschrumpft war. In den entscheidenden Minuten war die MT wieder zur Stelle: Domagoj Pavlovic sorgte für den 22. Treffer.

Kai Wandschneider reagierte in den letzten zehn Minuten erneut, stellte die Abwehrreihe auf eine offensive 3:3-Deckung um und brachte auch den Neuzugang Emil Frend Öfors. Doch auch diese Mittel brachten nicht mehr viel, erneut war es Pavlovic, der die Führung der MT beim 24:18 wieder auf sechs Tore ausbaute. Positiver Lichtblick bei Wetzlar blieb unterdessen Tim Rüdiger, der fünf Treffer erzielte. Am ungefährdeten Erfolg der Melsunger aber änderte dies nichts mehr - nach sechzig Minuten war der Abstand beim 28:20 wieder auf acht Tore angewachsen.

Quelle: www.handball-world.news