HSG Wetzlar schöpft aus Hinspiel Mut für Duell mit Flensburg!

Bild: www.sportfoto-vogler.de

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen empfangen am Donnerstagabend um 19 Uhr Deutschen Meister und verlustpunktfreien Tabellenführer in Rittal Arena – Hermann, Kneer und Ferraz werden Grün-Weißen fehlen

Knapp zwei Wochen nach dem Weltmeisterschaftsfinale in Dänemark erfolgt der Re-Start der DKB Handball-Bundesliga. Dabei wartet gleich ein Handball-Highlight auf die Fans der HSG Wetzlar, denn die Mittelhessen empfangen am Donnerstagabend den amtierenden Deutschen Meister und verlustpunktfreien Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt in der Rittal Arena. Anwurf der Partie, in der der Ex-Wetzlarer Benjamin Buric erstmals an seine alte Wirkungsstätte zurückkehren wird, ist um 19.00 Uhr (live auf Sky). Es gibt noch wenige Stehplatzkarten im Vorverkauf und an der Abendkasse. 

„Wir freuen uns auf das Spiel“, so HSG-Coach Kai Wandschneider, der die Winterpause auch dafür genutzt hatte, um gemeinsam mit Co- und Torwarttrainer Jasmin Camdzic die EHF-Mastercoach-Ausbildung erfolgreich abzuschließen. „Das Spiel gegen Flensburg wird eine riesige Herausforderung für uns, die wir sehr konzentriert und leidenschaftlich angehen werden. Flensburg ist die größte Hausnummer im deutschen Handball, die man momentan neben Kiel in der Bundesliga bekommen kann. Alle sind top motiviert.“

In der Hinrunde hatte die HSG Wetzlar in der Flens-Arena eine tadellose Vorstellung abgeliefert und war bei der knappen 29:30-Niederlage drauf und dran, dem Favoriten die ersten Zähler der Saison abzunehmen. Der vermeintliche Ausgleichstreffer von Linkshänder Stefan Cavor konnte jedoch nicht mehr anerkannt werden, da der Ball bei der Schlusssirene die Torlinie noch nicht überquert hatte. „Das war eine tolle Vorstellung unserer Mannschaft“, so Kai Wandschneider heute im Interview mit der Wetzlarer Neuen Zeitung. „Natürlich können wir daraus Mut für das Heimspiel schöpfen.“

Wie schon in Flensburg müssen die vom Verletzungspech gebeutelten Mittelhessen aber auch am Donnerstagabend auf wichtige Akteure verzichten. So fallen gleich drei Rückraumspieler aus. Alexander Hermann (Mittelfußbruch), Stefan Kneer (Muskelfaserriss) und Joao Ferraz (Grippaler Infekt) stehen Kai Wandschneider nicht zur Verfügung. Dafür feiern die zuletzt Langzeitverletzten Tibor Ivanisevic (Tor) und Lars Weissgerber (Rechtsaußen) ihr Liga-Comeback. „Wir haben schon lange aufgehört uns über Spieler, die ausfallen, zu beschweren. Diese Saison ist einfach wie verhext“, erklärt Wandschneider. „Vielleicht schaffen wir es ja bis zum Saisonende noch mal, dass wir mit dem kompletten Kader in ein Bundesliga-Spiel gehen können. Wenigstens diesbezüglich könnte uns die dreiwöchige Pause Mitte April helfen.“

Dass die Partie am Donnerstagabend ein Duell „David gegen Goliath“ ist, zeigen nicht nur bisherigen Vereinstitel und die aktuellen Tabellenränge, sondern auch, dass im Gästekader gleich acht Spieler stehen, die zuletzt im WM-Finale um die Goldmedaille gekämpft haben. Immerhin steht im Wetzlarer Kader mit dem Norweger Kristian Björnsen wenigstens ein Akteur. „Kristian hat von uns nach dem Finale eine Woche Pause bekommen und ist erst am Montag wieder ins Training eingestiegen. Die Erfahrung zeigt, dass es Clubs, die so wie Flensburg viele Nationalspieler abgestellt haben, direkt nach so einem Turnier immer etwas schwerer haben wieder in die Gänge zu kommen“, so der Wetzlarer Trainer, der aber einräumt, dass das nicht zwangsläufig so sein muss. Trotzdem ist Wandschneider froh, „dass wir gegen einen solchen Gegner ins neue Jahr starten und nicht gleich gegen einen Kontrahenten im Kampf um den Klassenerhalt ran müssen.“

Der 59-jährige baut am Donnerstagabend auf die Unterstützung der enthusiastischen Wetzlarer Fans. „Die Rittal Arena wird richtig voll sein und unsere Zuschauer wissen, dass sie unserer Mannschaft Flügel verleihen  können. Wir brauchen direkt ein gutes Niveau, um Flensburg nicht ins Laufen zu bringen. Ihre DNA ist der Gegenstoß. Deshalb müssen wir in der Abwehr aufmerksam und aggressiv sein, im Angriff konzentriert auf den Punkt spielen und auch konsequent zurücklaufen“, so Wandschneider gegenüber der Wetzlarer Neuen Zeitung. „Jedes Spiel ist wichtig. Wir brauchen weitere Zähler für unser gemeinsames Ziel, den frühzeitigen Klassenerhalt und wenn sich am Donnerstag möglicherweise eine kleine Chance abzeichnet, dann müssen wir bereit sein, diese zu nutzen.“