HSG Wetzlar siegt im Härtetest gegen TuS Ferndorf mit 28:25!

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen beim „mrd-Cup“ in Neunkirchen zu Gast - Rund 600 Zuschauer sorgen für tolle Festspielatmosphäre im Siegerland

Die Erstliga-Handballer der HSG Wetzlar haben auch ihr zweites und letztes Testspiel vor dem Re-Start der DKB Handball-Bundesliga gewonnen. Beim „mrd-Cup“ in Neunkirchen (Siegerland) bezwangen die Grün-Weißen den Tabellensechsten der 2. Bundesliga, den TuS Ferndorf, mit 28:25 (13:12). 

Zu dem Spiel eingeladen hatte der Förderkreis Handball des VTV Freier Grund, der sich letztlich über knapp 600 Zuschauer und somit eine ausverkaufte Großsporthalle am Rassberg freuen konnte. Schon eine Stunde vor dem Anwurf war die modernisierte Halle gut gefüllt und die Stimmung unter den Zuschauern hervorragend. Beide Teams wurden von den Handballfans mit großem Jubel empfangen. Danach entwickelte sich vom Anpfiff weg ein intensives Kampfspiel, das jedoch zu jederzeit fair blieb.

Es dauerte bis zur 5. Spielminute, ehe der Favorit aus Wetzlar erstmals durch Linksaußen Emil Frend Öfors in Führung gehen konnte. Ansonsten beeindruckte der TuS Ferndorf durch ein abgeklärtes Angriffsspiel. Vor allem Regisseur Marian Basic fand immer wieder Lücken in der Wetzlarer 6:0-Deckung und allzu oft den Weg über den Kreis. Hier stach Junioren-Nationalspieler Mattis Michel heraus, den die Grün-Weißen nur selten in den Griff bekamen.

So bliebt die Partie über weite Strecken der 1. Halbzeit ausgeglichen, was auch daran lag, dass der Erstligist aus Mittelhessen im Angriff einige übereilte Abschlüsse suchte und so einige einfache Ballverluste zu beklagen hatte. „Vor allem im Rückraum hat uns in unseren Aktionen die Tiefe und Zielstrebigkeit gefehlt“, bilanzierte nach dem Spiel Trainer Kai Wandschneider, der mit dem Ergebnis zufrieden war, nicht aber mit dem Spiel seiner Mannschaft. „Bis zum Saisonstart am kommenden Donnerstag müssen die Beine und die Köpfe schneller werden. Daran werden wir arbeiten!“

Erst in der 20. Spielminute konnten sich die Grün-Weißen aus der Goethestadt das erste Mal mit zwei Toren von den mit Überzeugung auftretenden Siegerländern absetzen. Maximilian Lux hatte nach Zuspiel von Hendrik Schreiber von Rechtsaußen getroffen. Jetzt bekam die Wetzlarer Abwehr auch mehr Zugriff und so war es Nachwuchsakteur Torben Waldgenbach, der in der 25 Minute zum 12:9 für den Erstligist traf. 

Dass es letztlich „nur“ mit 13:12 in die Pause ging, lag einmal mehr an überhasteten Abschlussversuchen in der Schlussphase der 1. Halbzeit, die Ferndorf durch Thomas Link nutzte, um zwei Sekunden vor dem Ende den Anschlusstreffer zu erzielen.

Auch nach der Pause blieb es zunächst ein enges Spiel, zur Freude der Zuschauer. Wetzlar hatte im Tor gewechselt und für Till Klimpke Rückkehrer Tibor Ivanisevic gebracht, der gleich zwei schöne Paraden zu verzeichnen hatte. Im Angriff begann nun die „One-Man-Show“ von Wetzlars Linksaußen Maximilian Holst, der in der 2. Halbzeit aus dem Feld und von der Siebenmeter-Linie nach belieben traf. Holst war es auch, der in der 47. Minute die erste Fünf-Tore-Führung für seine Farben erzielte (24:19).

Grund dafür, dass sich Wetzlar Mitte der 2. Hälfte absetzen konnte, war die Abwehrumstellung, die Trainer Kai Wandschneider angeordnet hatte. „Ich habe ganz bewusst auf eine 4:2-Deckung umgestellt, um die Mannschaft zu zwingen, aggressiver zu spielen. Das war am Ende der Schlüssel zum Erfolg“, so der 59-jährige Coach. 

Zwar kam der Tus Ferndorf in der Schlussphase der interessanten Partie noch einmal bis auf drei Tore heran, der verdiente 28:25-Erfolg des Erstligisten blieb letztlich aber ungefährdet. Und auch nach dem Abpfiff kamen die Zuschauer auf ihre Kosten, denn beide Mannschaften nahmen sich viel Zeit für Autogrammwünsche, Fanfotos und Gespräche. 

„Wir bedanken uns ganz herzlich bei dem VTV Freier Grund und unserem Premium-Partner mrd für diesen tollen Handballabend in Neunkirchen“, so HSG-Geschäftsführer Björn Seipp. „Es war ein rundherum gelungenes Freundschaftsspiel mit einer ganz tollen, extrem freundlichen Atmosphäre. Man hat deutlich gemerkt, wie viel der Handball den Menschen in Neunkirchen bedeutet und wir hoffen, dass bei diesem Event einiges an Geld zusammengekommen ist, um die wichtige Nachwuchsarbeit im VTV weiter zu intensivieren.“ 

Stenogramm:

TuS Ferndorf: Puhl, Broschinski; Faulbach (3), Basic (3), Irle, Mattis Michel (9/5), Neitsch (2), Wörner (2), Linus Michel, Andersson (3/2), Koloper, Müller, Link (3) - Trainer: Michael Lerscht

HSG Wetzlar: Klimpke (1.-30.), Ivanisevic (31.-60.); Ferraz (1), Mirkulovski, Schreiber (1), Torbrügge (2), Weissgerber (2), Frend Öfors (1), Holst (12/7), Waldgenbach (1), Forsell Schefvert (1), Rubin (1), Lux (2), Lindskog (3), Cavor (1) - Trainer Kai Wandschneider.