HSG Wetzlar stößt gegen Göppingen "den Bock um"!

Youngster Till Klimpke hielt 15 Würfe und zeigte eine starke Leistung. (Bild: www.sportfoto-vogler.de)

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen bezwingen Gäste aus Schwaben mit 26:21 (12:12) - Torhüter Till Klimpke und Mittelblock um Olle Forsell-Schefvert und Anton Lindskog verdienen sich Bestnoten

Nach drei Niederlagen in Serie war die HSG Wetzlar mit 4:14 Punkten in die bedrohte Zone der Tabelle gerutscht und hatte zuletzt zudem noch eine schmerzhafte Niederlage im Pokal-Derby gegen Melsungen hinnehmen müssen. Doch das ersatzgeschwächte Team von Kai Wandschneider, der auch noch auf den beim Aufwärmen verletzten Maximilian Holst verzichten musste, behauptete sich gegen Frisch Auf! Göppingen. Mit fünf Toren in Serie nach dem 12:12 zur Pause stellten die Gastgeber die Weichen, diese Führung verteidigten sie mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung bis zum 26:21-Endstand. Für Göppingen war es die vierte Liga-Niederlage in Folge, nach dem guten Start ist das Team mit 8:10 Punkten im Niemandsland der Tabelle angekommen, Wetzlar hingegen schiebt sich mit dem dritten Saisonsieg vor auf den vierzehnten Platz und hat Anschluss an das untere Mittelfeld. „Mir ist völlig egal, wie wir gewonnen haben. Hauptsache wir haben gewonnen! Nur das zählt. Großes Kompliment aber heute an die Mannschaft. Wir haben überragend Abwehr gespielt und hatten durch Till Klimpke eine starke Torhüterleistung“, so HSG-Geschäftsführer Björn Seipp nach dem Schlusspfiff. 

Die Gäste aus Göppingen erwischten den besseren Start in die Begegnung: Während die ersten Angriffe der Wetzlarer ins Leere liefen, sorgten Tim Kneule nach einem gewonnenen Eins-gegen-Eins sowie Marco Rentschler mit einem sehenswerten Dreher aus dem Handgelenk für ein 0:2 auf der Anzeigetafel. Till Klimpke im Tor der HSG hatte wie sein Gegenüber Daniel Rebmann bereits die ersten Paraden verbucht, für die Gastgeber schien nach den Rückschlägen der letzten Wochen die erste erfolgreiche Offensivaktion aber von besonderer Bedeutung, eine Schweden-Kombination von Olle Forsell Schefvert auf Anton Lindskog brachte nach drei Minuten den ersten Treffer. 

Kresimir Kozina gelang es auf der Gegenseite zwar umgehend den Abstand wieder auf zwei Tore zu erhöhen, doch die Wetzlarerer fanden nun in die Partie. Alexander Hermann und Stefan Cavor sorgten für den Ausgleich zum 3:3. Aufgrund einiger Fehler im Wetzlarer Spielaufbau und einer ersten Überzahl konnten die Gäste in den folgenden Minuten allerdings wieder auf zwei Tore davonziehen. Den Anschlusstreffer zum 6:7 erzielte Alexander Hermann noch in Unterzahl, als Wetzlar dann komplett war, holten Emil Frend Öfors mit einem Gegenstoß und Stefan Cavor mit einem Doppelschlag zum 8:7 dann nach gut einer Viertelstunde die Führung aber erstmals auf die Seite der Gastgeber. 

Wetzlar legte nun vor, überstand eine zweite Unterzahl schadlos und hätte bei besserer Chancenverwertung sogar noch deutlicher in Vorlage gehen können - allerdings scheiterte Cavor beispielsweise mit einem Gegenstoß an Rebmann. Göppingen konnte sich unterdessen auf die sicher verwandelten Siebenmeter von Marcel Schiller verlassen, die beim 8:8 und 9:9 jeweils für den Ausgleich sorgten. Nach der erneuten Führung durch Filip Mirkulovski konnte Stefan Cavor den Vorsprung beim 11:9 und 12:10 dann zwar sogar auf zwei Tore erhöhen, doch Marco Rentschler und Kresimir Kozina sorgten dafür, dass es mit einem 12:12-Unentschieden in die Kabinen ging. 

Nach Wiederbeginn gab es zunächst ein kurzes Problem mit der Uhr - und eines mit der Toreanzeige auf der Göppinger Seite, das allerdings nicht technischer Natur war. Gut zwölf Minuten sollte es dauern, bis Göppingen der erste Treffer im zweiten Abschnitt gelang. Nach einem Gegenstoß des jungen Tim Rüdiger sowie einem Treffer von Alexander Hermann sowie erfolgreichen Versuchen von Lenny Rubin und Stefan Cavor in Überzahl, stand ein 16:12 auf der Anzeigetafel. Und einen Konter der Gastgeber hatte noch Rebmann glänzend weggefischt. Hartmut Mayerhoffer nahm die Auszeit, doch Wetzlar konnte sich weiter auf die Deckung und den glänzend aufgelegten Till Klimpe verlassen. Emil Frend Öfors erhöhte auf 17:12 und lediglich ein vergebener Siebenmeter verhinderte die erste Sechs-Tore-Führung der Begegnung. 

Kurz vor dem Ablauf der 42. Spielminute erlöste dann Marco Rentschler die Gäste mit dem 17:13, doch die Antwort von Anton Lindskog folgte umgehend. Der nächste Göppinger Treffer war fiel etwas kurios, denn eigentlich hatte Olle Forsell Schefvert den Ball nach einer Klimpke-Parade regelgerecht aus dem Kreis befördert, doch dieser landete bei FAG-Kreisläufer Kresimir Kozina, der vom im Kreis liegenden Schefvert am Wurf behindert wurde - ein Siebenmeter war die Folge. Doch diesen parierte Klimpke und Als Lenny Rubin eine Viertelstunde vor dem Ende mit dem 19:13 dann für die erste Sechs-Tore-Führung sorgte, schienen die Weichen gestellt. 

Göppingens Coach Hartmut Mayerhoffer versuchte mit einer Auszeit gegenzusteuern, er beorderte seine Deckung nun in eine 5:1-Formation in der der weit vorgezogen agierende Marcel Schiller das Spielfeld teilen sollte. Dies schien zunächst erfolgreich: Während Schiller den nächsten Versuch von der Siebenmeterlinie wieder sicher verwandelte, verwarf Wetzlar gleich mehrfach. Jacob Bagersted und Kresimir Kozina konnten die Gäste so wieder auf 19:16 heranbringen, der Abstand war halbiert. Nun griff Kai Wandschneider zur Auszeit, zehn Minuten vor dem Ende schien Göppingen zurück in die Partie zu finden. Zumal Daniel Rebmann auch den nächsten Versuch der HSG abwehrte. 

Wetzlar hatte allerdings Glück, der Ball landete im Seitenaus und Göppingen blieb in der Deckung. In dieser kassierte Tim Kneule seine zweite Strafzeit und die Überzahl nutzte der junge Tim Rüdiger erst für einen spektakulären und wichtigen Treffer und dann für einen Gegenstoß - Wetzlar war wieder auf 21:16 davongezogen. Göppingen kämpfte um den Anschluss, hoffte nach einem Doppelschlag von Ivan Sliskovic wieder. Doch die Zeit lief für die Wetzlarer, die erst durch Rubin, Cavor und Hermann immer wieder vier Treffer vorlegten. Göppingen versuchte es inzwischen mit einer 4+2-Deckung, doch der Konter von Rüdiger zum 25:20 sorgte endgültig für die Entscheidung. Klimpke untermauerte seine starke Leistung noch mit einer weiteren Glanztat - dass er nach einem weiteren Hermann-Treffer Sekunden vor dem Ende noch von Kozina zum 26:21-Endstand bezwungen wurde, trübte die Wetzlarer Freude nicht mehr.

Stenogramm:

HSG Wetzlar: Klimpke, Marinovic (bei einem Siebenmeter) - Hermann (6), Kneer, Ferraz, Mirkulovski (1), Schreiber (n.e.), Torbrügge (n.e.), Frend Öfors (3/1), Forsell Schefvert, Rüdiger (4), Rubin (3), Lindskog (2), Cavor (7).

FA Göppingen: Rebmann, Prost (n.e.) - Keule (3), Damgaard, Heymann (n.e.), Weisser (n.e.), Bagersted (1), Peric, Sliskovic (2), Schiller (5/5), Rentschler (4), Schöngarth (1), Kozina (5).

Schiedsrichter: Grobe/Kinzel (Bochum) - Zuschauer: 3523 - Zeitstrafen: Wetzlar drei (Lindskog, Cavor, Kneer); Göppingen zwei (Keule zwei) - verworfene Siebenmeter: Frend Öfors (Wetzlar) scheitert an Rebmann (41.); Schiller (Göppingen) scheitert an Klimpke (45.); Rubin (Wetzlar) scheitert an Rebmann (50.). 

Quelle: www.handball-world.news