HSG Wetzlar verdient sich umjubeltes Remis gegen Flensburg!

Alexander Feld und die HSG Wetzlar nehmen Deutschen Meister verdient eine Punkt ab. (Bild: Oliver Vogler)

LIQUI MOLY Handball-Bundesliga

Maximilian Holst verwandelt Siebenmeter am Spielende zum 27:27-Unentschieden (14:11) - Mittelhessen gleichen Zwei-Tore-Rückstand in letzten 54 Sekunden aus

Nach der Heimniederlage gegen Lemgo zum Auftakt hat die HSG Wetzlar im zweiten Spiel in der eigenen Arena ein Ausrufezeichen gesetzt. Lange Zeit legten die Gastgeber vor, doch in den letzten zehn Minuten schien Flensburg dann die Partie in den Griff zu bekommen. Der amtierende Meister ging mit einem 27:25 in die letzten sechzig Sekunden, doch zwei Siebenmeter von Maximilian Holst sorgten dann für den 27:27-Ausgleich. Nach Erfolg gegen Melsungen und die Rhein-Neckar Löwen der erste Punktverlust für die SG Flensburg-Handewitt in der laufenden Saison.

Die HSG Wetzlar erwischte einen Start nach Maß in das Duell mit Meister SG Flensburg-Handewitt: Dieser bekam zwar im ersten Angriff einen Siebenmeter zugesprochen, doch mit einer Parade sorgte HSG-Torhüter Till Klimpke für ein erstes Ausrufezeichen und brachte die Halle sofort auf Betriebstemperatur. Und auf der Gegenseite war Olle Forsell Schefvert mit dem ersten Treffer der Begegnung zur Stelle. 

Goran Johannessen gelang zwar umgehend der Ausgleich, doch Wetzlar legte weiter vor - auch dank einiger Treffer aus dem Umschaltspiel, wie beim 3:2 von Stefan Kneer. Und die Hausherren legten nach: Nach einem Block von Anton Lindskog machte sich Kristian Björnsen in den nächsten Gegenstoß auf und nach einer weiteren Parade von Till Klimpke war es dann Maximilian Holst, der auf 5:2 erhöhte. Fünf Gegentore in unter sechs Minuten schockten die Flensburger aber nicht, Magnus Jöndal und Johannes Golla stellten den Anschluss wieder her. 

Beide Teams lieferten sich einen unterhaltsamen Schlagabtausch, Wetzlar fand auch im Positionsangriff Lösungen wie bei dem Heber von Holst und konnte durch Kneer beim 7:4 wieder drei Treffer zwischen sich und den Gegner legen. Doch nach dem 8:5 stockte es dann in der Offensive, auch aufgrund einer ersten Unterzahlsituation. Jöndal und Johannessen nutzten die Überzahl zu einem Doppelschlag und Klimpke konnte zwar zunächst den Ausgleich noch verhindern, einen Angriff später war Johannessen dann aber mit dem 8:8 zur Stelle. 

Gut acht Minuten waren die Gastgeber ohne Treffer, bevor Olle Forsell Schefvert die Durststrecke mit dem 9:8 beendete. Flensburg lief weiterhin einem Rückstand hinterher, hielt bis zum 11:10 aber zunächst den Anschluss. Dann aber durfte Wetzlar für zwei Minuten in Überzahl agieren: Buric wehrte zwar den nach dem Foul gegebenen Siebenmeter ab, doch Lenny Rubin und Stefan Cavor erhöhten dann beim 13:10 wieder auf drei Treffer. Und mit diesem Abstand sollte es auch in die Kabinen gehen: Im letzten Wetzlarer Angriff sprang Lenny Rubin zwar in Lasse Svan und verpasste so den Kempa, doch der Ball landete auf Außen bei Max Holst, der den Platz zum 14:11 nutzte. 

Im ersten Angriff des zweiten Abschnitts konnte Alexander Feld die Führung auf vier Tore erhöhen, Flensburg lief weiter einem Rückstand hinterher - auch weil sich die Gäste nach Wiederbeginn zwei Zeitstrafe in kurzer Abfolge einfingen. Wetzlar verpasste aber die Chance den Vorsprung auszubauen und kassierte dann selbst eine Hinausstellung. Nach einem Treffer in das in Unterzahl verwaiste Tor des Gegners von Magnus Röd, war Till Klimpke beim nächsten Versuch auf das leere Tor zwar schnell genug zurück - doch Flensburg bekam das Spiel nun zusehends in die Hand. 

Der amtierende Meister fand in der Deckung nun besser in die Zweikämpfe, nach den acht torlosen Minuten im ersten Abschnitt hielt die zweite Durststrecke sogar über zehn Minuten an. Die Flensburger Defensive stand nun glänzend, konnte mehrere Würfe blocken und dahinter war Torbjörn Bergerud zur Stelle. Aus dem Gegenstoß sorgte Lasse Svan für den Anschluss und Jim Gottfridsson traf mit einem sehenswerten Wurf aus der Hüfte für den Ausgleich zum 19:19. Kai Wandschneider nahm die Auszeit, aber auch die konnte nicht verhindern, dass Simon Jeppson und Johannes Golla auf der Anzeigetafel auf 19:21 stellten. 

Auch der nächste Versuch der Wetzlarer wurde von der Flensburger Defensive geblockt, doch die Gäste konnten nun ihren Angriff ebenfalls nicht nutzen. Aus dem Umschaltspiel konnte Kristian Björnsen die Durststrecke nach zehn Minuten so beenden und nach einer Parade von Till Klimpke gelang es in der Offensive nun auch wieder im Positionsspiel druckvoll zu kombinieren bus sich auf Außen für Björnsen viel Platz auftat, den dieser zum 21:21-Ausgleich nutzte. Und Wetzlar legte nach, Lenny Rubin warf die Gastgeber beim 22:21 zehn Minuten vor Spielende wieder in Vorlage. 

Doch Flensburg schien mit seiner Routine das Heft wieder in die Hand zu bekommen: Nach dem Ausgleich von Simon Hald Jensen warf Jim Gottfridsson den Meister wieder in Front. Die SG musste zwar den Ausgleich durch Joao Ferraz hinnehmen und zudem eine Verletzung von Magnus Röd, der den Unterarm des Portugiesen an den Kopf bekommen hatte und mit einer deutlichen Schwellung vom Parkett begleitet werden musste. Doch Simon Jeppson traf mit Gewalt und Jim Gottfridsson sorgte vier Minuten vor dem Ende für das 25:23.

Wetzlar stemmte sich gegen dei drohenden Niederlage, glich durch Stefan Cavor und Kristian Björnsen zum 25:25 aus - bei diesem Treffer kassierte zudem Magnus Jöndal eine Zeitstrafe. Der Außen war allerdings an der Aktion nicht beteiligt, stattdessen hätte es Johannessen treffen müssen. Doch dieser schien in Unterzahl dann den entscheidenden Treffer gesetzt zu haben, als er nach einem von Hampus Wanne verwandelten Siebenmeter einen Ballgewinn von Johannes Golla zum 27:25 nutzte. 

Doch noch waren fünfzig Sekunden zu spielen und diese sollten turbulent werden. Wetzlar kam über einen schnell angeführten Anwurf nach wenigen Minuten zu seinem Siebenmeter, den Maximilian Holst zum Anschlusstreffer verwandelte. Die Gastgeber setzten Flensburg direkt beim Anwurf mit einer offenen Manndeckung unter Druck und der Meister machte unter diesem Druck Fehler. 

Nach wenigen Sekunden landete ein Pass im Seitenaus und Wetzlar blieben zwanzig Sekunden für den Ausgleich. Filip Mirkulovski traf zunächst die Latte, doch Wetzlar blieb in Ballbesitz und Kai Wandschneider rettete mit einer Auszeit sechs Sekunden. Nach dem Freiwurf stiegen Stefan Cavor und die Mauer hoch, die den Wurf blockte - allerdings laut der Unparteiischen im Kreis, das Gespann entschied auf Siebenmeter und diesen nutzte Holst zum umjubelten 27:27-Ausgleich.

Stenogramm:

HSG Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic; Feld (3), Kneer (2), Björnsen (5), Ferraz (1), Weber, Mirkulovski, Torbrügge, Weissgerber, Frend Öfors, Holst (5/2), Forsell Schefvert (4), Rubin (3), Lindskog, Cavor (4).

SG Flensburg/Handewitt: Buric, Bergerud; Golla (2), Hald (3), Svan (1), Wanne (2/2), Jeppsson (3), Jondal (3), Steinhauser, Zachariassen, Johannessen (5), Gottfridsson (4), Persson, Jurecki, Rød (4).

Quelle: www.handball-world.news