Kai Wandschneider: „Jeder, der nicht in der Arena war, muss es bedauern!“

Der "Mann der Stunde": Maximilian Holst. (Bild: Oliver Vogler)

LIQUI MOLY Handball-Bundesliga

Stimmen zum sensationellen 27:27-Unentschieden der HSG Wetzlar gegen den amtierenden Deutschen Meister SG Flensburg-Handewitt

Das gestrige Bundesliga-Duell zwischen der HSG Wetzlar und der SG Flensburg-Handewitt hatte alles, was den Handballsport so besonders und attraktiv macht. Jede Menge Tempo, taktische Finesse, tolle Tore und vor allem jedem Menge Spannung. Nach 60 rasanten Spielminuten trennten sich beide Mannschaften vor 3.904 begeisterten Zuschauern mit 27:27-Unentschieden. Mit Ablauf der Spielzeit hatte Wetzlars Linksaußen Maximilian Holst einen Siebenmeter zum vielumjubelten Ausgleich verwandelt. 

„Das war einfach ein klasse Spiel und toll für uns und unsere Fans. Jeder, der heute nicht in der Arena war, der muss es wirklich bedauern“, so Wetzlars Trainer Kai Wandschneider nach der Partie. „Wir haben eine überragende 1. Halbzeit gespielt. Alle taktischen Kniffe sind voll aufgegangen. Aus einer bärenstarken Deckung haben wir toll umgeschaltet und einen konsequenten Gegenstoß gespielt, so wie es unser Plan war. Und auch im Positionsangriff hat die Mannschaft immer wieder gute Lösungen gegen die 5:1-Deckung von Flensburg gefunden, sodass Maik Machulla diese dann auch zurücknehmen musste. Das war richtig stark. In der 2. Halbzeit mussten wir uns dann durchbeißen. Wir haben da immer so unsere Löcher, daran müssen wir arbeiten. Aber man darf auch nicht vergessen, dass wir den amtierenden Deutschen Meister mit einer enormen individuellen Qualität zu Gast hatten. Flensburg ist im Moment zu recht das Maß aller Dinge in der Bundesliga und deshalb kann man es nicht hoch genug bewerten, was wir geleistet haben. Unser Publikum hat uns immer wieder nach vorne gepeitscht, auch als wir zwischenzeitlich und am Ende mit zwei Toren zurückgelegen haben. Sie sind unser 8. Mann. Sicherlich gehört auch immer etwas Glück dazu, wenn man in der Schlussminute einen Zwei-Tore-Rückstand noch aufholen kann, aber ich denke heute war es das Glück des Tüchtigen und ein verdienter Punktgewinn.“

Auch der starke Rechtsaußen Kristian Björnsen, dem insgesamt fünf Treffer gelangen, fand lobende Worte für sein Team. „Das war ein richtig gutes Spiel von uns, vor allem in der ersten Halbzeit. Da haben wir unglaublich selbstbewusst und mit Tempo gespielt. Nach der Pause hat vielleicht die Kraft gegen einen solchen Gegner etwas nachgelassen, aber wir haben zwei Mal nach einem Zwei-Tore-Rückstand nochmal Gas gegeben und uns am Ende diesen Punkt auch einfach verdient. Danke an unsere Fans, die wieder einmal fantastisch waren und uns total gepusht haben“, so der Norweger.

Zum „Mann der Stunde“ wurde letztlich Maximilian Holst, der in der Schlussphase die beiden wichtigen Strafwürfe zum Remis sicher verwandelte. „Es war für uns, wenn man die 60 Minuten betrachtet, sicherlich ein absolut verdienter Punkt. Wir haben immer an uns und unsere Stärken geglaubt“, so der Linksaußen. „Dass ich am Ende die Verantwortung beim Siebenmeter tragen musste, ist meine Aufgabe. Da geht es einfach nur darum, dass der Ball drin ist, egal wie. Zum Glück habe ich das geschafft. Wir können insgesamt sehr zufrieden sein mit unserer Leistung. Wir hatten Flensburg sogar lange Zeit vor einer Niederlage, haben dann, auch ich, in der 2. Halbzeit aber zu viel liegen gelassen. Daran müssen wir arbeiten.“

Vor den restlichen Partien des dritten Spieltags, die am heutigen Abend ausgetragen werden, rangiert die HSG Wetzlar derzeit mit 3:3-Punkten auf dem 7. Tabellenplatz der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga. Am Sonntag findet die Englische Woche für die Grün-Weißen ihre Fortsetzung. Dann müssen die Mittelhessen bei Tabellennachbarn Bergischer HC ran.

Hier gehts zum Pressetalk der Volksbank Mittelhessen mit Kai Wandschneider.