Kai Wandschneider: „Sieg bei den Eulen war vermutlich letzter Schritt zum Klassenerhalt!“

DKB Handball-Bundesliga

59-jähriger Coach des Handball-Erstligisten HSG Wetzlar spricht Team Kompliment für Auftritt in Ludwigshafen aus - Sonderlob für Flügelzange Holst und Björnsen

Wer den Trainer der Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar, Kai Wandschneider, genauer kennt, der weiß, dass dieser sich immer mit sehr viel bedacht äußert. Am gestrigen Abend, nach dem 29:25-Auswärtserfolg der Mittelhessen beim Tabellenletzten Eulen Ludwigshafen, stellte der 59-jährige deshalb überraschend unmissverständlich fest: „Es kann zwar immer viel passieren, aber ich glaube, dass das heute für uns der letzte Schritt in Richtung vorzeitigem Klassenerhalt war. Das ist echt klasse, lässt uns durchatmen und gibt uns weitere Selbstsicherheit, die wir in den kommenden Wochen nutzen wollen, um weitere Siege einzufahren. Wir haben gemeinsam noch viel vor!“

Mit dem Auftritt seiner Mannschaft in Ludwigshafen, der mit dem dritten Auswärtserfolg der Saison endete, war Wandschneider sehr zufrieden. „Nach unserem starken Heimspiel zuletzt gegen Minden hatten wir schon einen gewissen Erwartungsdruck, dass hier so weiterzuführen. Wir waren von der ersten Sekunde an präsent und gut dabei. Haben über 60 Minuten sehr konzentriert agiert. Unser Prunkstück war sicherlich die Abwehr. Im Angriff haben wir spielerisch überzeugt, hatten wenig Fehlwürfe und wenige technische Fehler. Überragend war heute sicherlich unsere Flügelzange mit Maximilian Holst und Kristian Björnsen, dem zehn Tore bei zehn Versuchen gefunden sind. Das war sein bestes Spiel in dieser Saison. Die Außen kamen gut ins Spiel, weil wir in der zweiten Halbzeit gegen den 5:1-Deckung der Eulen überlegt weitergespielt haben“, so der Diplom-Sportlehrer. 

Trotzdem stellten sich bei dem 59-jährigen erst kurz vor dem Schlusspfiff Gewissheit und ein Gefühl der Erleichterung ein. „Wir haben hier vergangenes Jahr in der Schlussphase verloren und das letztlich absolut verdient, weil wir extrem eingebrochen sind. Deshalb war ich mir auch nie so sicher. Als wir Mitte der zweiten Halbzeit mit sechs Toren geführt haben, dann aber zweimal frei vom Kreis gescheitert sind, kamen durchaus Erinnerungen auf. Friesenheim gibt sich nämlich nie auf und ist dann sogar noch einmal auf drei Treffer herangekommen. Aber dann haben wir uns wieder gefangen, was allen voran an unserer starken Abwehrarbeit lag“, so Wandschneider. „Ich bin sehr zufrieden, dass wir hier heute beide Punkte holen konnten. Auswärtspunkte sind in vielerlei Hinsicht sehr wertvoll.“  

Dem pflichtete in der Pressekonferenz auch Geschäftsführer Björn Seipp bei. „Man muss dem Team heute ein Kompliment machen. Sie sind in der hitzigen Atmosphäre der Eberthalle von Beginn an sehr konzentriert und cool aufgetreten. Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung, so wie sie nötig ist, um auswärts bestehen zu können. Das Selbstvertrauen haben wir uns in der Abwehr geholt, die bärenstark war. Ein Beispiel: in der ersten Viertelstunde der zweiten Halbzeit kamen gerade einmal zwei Würfe aus dem Spiel auf unser Tor. Das war beeindruckend, hat es für Till Klimpke aber alles andere als einfach gemacht, ein der Partie zu bleiben. Alles in allem, waren wir immer da, wenn es nötig war. Haben in entscheidenden Situationen immer Tore gemacht, wenn wir sie gebraucht haben. Was mich besonders freut, ist dass dazu auch einige Spieler aus der derzeit zweiten Besetzung einen wichtigen Beitrag geleistet haben. Dabei denke ich unter anderem an das traumhafte Anspiel von Joao Ferraz auf Kristian Björnsen. Alles in allem bin ich sehr stolz auf die heutige Leistung unserer Mannschaft.“