Kai Wandschneider vor Leipzig: „Jeder muss nächsten Schritt nach vorne machen!“

Filip Mirkulovski: „Wenn wir in der Vergangenheit in Wetzlar mussten, dann haben wir geliefert. So wird es auch dieses Mal sein. Wir gewinnen in Leipzig!“ (Bild: www.sportfoto-vogler.de)

DKB Handball-Bundesliga

HSG Wetzlar muss am Sonntag um 16.00 Uhr beim SC DHfK Leipzig ran – Mittelhessen bangen um Einsatz von Rückraumspieler Lenny Rubin – Vollstes Vertrauen in Youngster Till Klimpke

Die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar stehen am Sonntag vor der nächsten schweren Auswärtshürde. Das Team von Trainer Kai Wandschneider muss dann in der DKB Handball-Bundesliga beim SC DHfK Leipzig ran. Anwurf in der Arena Leipzig ist um 16.00 Uhr. 

„Wir sind definitiv nicht der Favorit in diesem Spiel, aber wir wollen jede noch so kleine Chance nutzen, um etwas Zählbares aus Leipzig mitzunehmen“, so HSG-Coach Kai Wandschneider vor der Auswärtspartie. Der 58-jährige hat eine klare Erwartungshaltung an seine Spieler. „Wir haben in unserem Kader alle Möglichkeiten. Jetzt gilt es für alle, sich selbst zu überwinden und den nächsten Schritt nach vorne zu machen!“

Nach vier Niederlagen in Folge soll in Leipzig die Trendwende her. „Wir brauchen den Knotenlöser“, weiß Kapitän Filip Mirkulovski. „Hätten wir in Lemgo gewonnen und in Stuttgart einen Punkt geholt, würden wir jetzt nicht über einen Fehlstart sprechen. Siege sind gut fürs Selbstbewusstsein, das wissen wir Sportler alle.“ Der 35-jährige kennt aber auch die derzeitigen Probleme im Wetzlarer Spiel. „Wir machen in entscheidenden Situationen momentan zu viele technische Fehler. Die müssen wir schleunigst abstellen. Dazu müssen wir in der Abwehr, aber auch im Angriff viel aggressiver agieren. Da nehme ich mich nicht aus. Es geht nicht, dass wir den Ball immer quer spielen, sondern wir müssen ins Eins-gegen-eins rein. Für uns muss in Leipzig alles passen, um dort Punkte mitzunehmen. 100 Prozent und mehr sind gefragt!“

Ein Wiedersehen gibt es am Sonntag mit dem Ex-Wetzlarer Philipp Weber, der mit den Sachsen am vergangenen Wochenende ein überraschendes Remis bei den Rhein-Neckar Löwen ergattern konnte. „Leipzig hat mit Flippi, Niklas Pieczkowski und Franz Semper einen variablen und gefährlichen Rückraum, starke Außen, eine Topdeckung und gute Torhüter“, ist Mirkulovski voll des Lobes für den Gegner. „Unsere Abwehr muss deutlich besser als zuletzt gegen Melsungen stehen. Außerdem brauchen wir einfache Tore über die erste und zweite Welle und müssen den Positionsangriff weiter auseinanderziehen, um auf allen Positionen gefährlich zu sein.“ Gelingt das, ist sich der mazedonische Nationalspieler sicher, dass sein Team den Bock umstoßen kann. „Wenn wir in der Vergangenheit in Wetzlar mussten, dann haben wir geliefert. So wird es auch dieses Mal sein. Wir gewinnen in Leipzig!“

Personell kann Trainer Kai Wandschneider dabei nicht aus dem Vollen schöpfen. Der Einsatz von Rückraumspieler Lenny Rubin ist nach einer Trainingsverletzung aktuell gefährdet. Dazu fällt Torhüter Tibor Ivanisevic mehrere Wochen mit einem Außenbandriss aus und ein kurzfristiger Ersatz für den Serben ist derzeit noch nicht in Sicht. „Der Torhütermarkt ist weltweit quasi leer gefegt und wir werden niemanden verpflichten, bei dem wir uns nicht absolut sicher sind, dass er der Mannschaft helfen kann“, so die klare Aussage von Geschäftsführer Björn Seipp dazu. Im Tor setzen die Wetzlarer somit auf den 20-jährigen Till Klimpke. „Er hat seine Sache gegen Melsungen gut gemacht und wir haben vollstes Vertrauen in ihn“, so Co- und Torwarttrainer Jasmin Camdzic. „Natürlich liegt nach Tibors Verletzung nun sehr viel mehr Last auf seinen Schultern. Aber wir arbeiten weiter genauso intensiv und fokussiert wie bisher auch. Sachlich geradeaus, denn wir wollen das mit einem jungen Kerl als erstem Torhüter in einem Bundesliga-Club nicht als besondere Situation wahrnehmen. Ich mache mir bei Till keine Sorgen. Er kriegt das hin!“

Und somit heißt es für die Grün-Weißen dieser Tage in kleinen Schritten denken und fokussiert zu arbeiten. „Wir werden uns, wie immer, auf alles was da kommt intensiv vorbereiten“, erklärt Coach Kai Wandschneider, der nach den knappen Auswärtsniederlagen zuletzt in Lemgo und Stuttgart hofft, „dass für uns vielleicht in Duellen mit Teams auf Augenhöhe aller guten Dinge drei sind!“