Keine 48 Stunden zum Verschnaufen: HSG Wetzlar muss nach Stuttgart!

Youngster Till Klimpke machte in Lemgo und gegen Magdeburg zwei gute Spiele. (Foto: www.sportfoto-vogler.de)

DKB Handball-Bundesliga

Trainer Kai Wandschneider vor Big-Point-Spiel: "Kommt darauf an, kühlen Kopf zu bewahren und diszipliniert zu spielen – vorne und hinten!"

Die DKB Handball-Bundesliga startet mit Volldampf in die neue Saison und mit ihr die HSG Wetzlar. Nach dem hart umkämpften Heimspiel gegen den SC Magdeburg, das die Grün-Weißen am Dienstagabend mit 26:31 verloren hatten, steht bereits morgen das nächste Ligaspiel auf dem Programm. Keine 48 Stunden bleiben den Mittelhessen Zeit, um zu Verschnaufen, dann ertönt der Anpfiff des schweren Auswärtsspiels beim TVB 1898 Stuttgart. Los geht´s um 19 Uhr in der SCHARRena, direkt unter der Untertürkheimer Kurve der Mercedes Benz Arena, wo der Fußball-Erstligist VfB Stuttgart seine Heimspiele austrägt.

 „Natürlich ist der Spielplan diesbezüglich nicht gerade optimal für uns, vor allem weil sich Stuttgart länger als wir auf diese wichtige Partie vorbereiten konnte und ausgeruhter sein wird, aber wir nehmen es einfach wie es kommt“, so Wetzlars Trainer Kai Wandschneider, der seinem Team nach dem Magdeburg intensive Regeneration verordnet hatte. „Wir werden den Tag zwischen den Spielen für Video und eine kurze Taktikeinheit nutzen und dann in Stuttgart alles raushauen, was noch im Tank ist.“

Zu Gute kommt den Mittelhessen dabei, dass sich im gestrigen Heimspiel gegen den SC Magdeburg kein Spieler schwerwiegender verletzt hat und auch Rechtsaußen Kristian Björnsen wieder dabei sein konnte. „Ich habe über die gesamte Partie ganz bewusst viel gewechselt, um die Belastung zu verteilen, denn die Partie in Stuttgart ist ein Big-Point-Spiel für beide Mannschaften“, erklärt der 58-jährige. „Nach der unglücklichen Niederlage in Lemgo und dem grundsätzlich guten Spiel gegen den SCM wollen wir uns in Stuttgart mit Punkten belohnen, auch wenn wir wissen, dass alles andere als eine leichte Aufgabe wird.“

In der Vorbereitung hatten sich beide Teams bereits beim Sparkassen-Cup in Altensteig gegenüber gestanden. Dort siegte die HSG Wetzlar deutlich mit 33:22. „Wir sind alle routiniert genug, um zu wissen, dass das morgen Abend keine Bedeutung mehr haben wird. Beide Teams waren damals ersatzgeschwächt angetreten und hatten einen unterschiedlichen Fokus. Das wird jetzt anders sein“, so Wandschneider.

Zwei Spiele haben die Gastgeber im Gegensatz zur HSG Wetzlar erst absolviert und dabei 2:2-Punkte geholt. Nach dem 27:26-Auswärtserfolg beim SC DHfK Leipzig setzte es zuletzt eine 20:26-Heimniederlage gegen den Titelaspiranten Rhein-Necker Löwen. „Für beide Mannschaften geht es am Donnerstagabend um viel. Dementsprechend kommt es darauf an, kühlen Kopf zu bewahren und diszipliniert zu spielen – vorne und hinten“, weiß der Wetzlarer Coach. „Der Erwartungsdruck bei Stuttgart wird ganz sicher hoch sein. Wir haben da als Auswärtsmannschaft einen kleinen Vorteil. Dafür ist uns das Stuttgarter Team, mit Spielern wie beispielsweise Jogi Bitter, Mimi Kraus oder Dominik Weiß, in Sachen Erfahrung deutlich voraus. Wir wollen das durch Kampf, Einsatz und Leidenschaft ausgleichen. Dazu müssen wir das Duell auf der Torhüterposition für uns entscheiden, wenn wir etwas mitnehmen wollen.“

In den vergangenen Spielzeiten war die Stuttgarter SCHARRena ein gutes Pflaster für den Gast aus Wetzlar. „Das kann ein weiterer kleiner, mentaler Vorteil für uns sein, den die Spieler, die dabei waren, hoffentlich ins Spiel transportieren können“, hofft Wandschneider, der die Zielvorgabe für das Spiel klar definiert. „Wir müssen aus einer massiven, beweglichen Abwehr heraus versuchen einfache Tore über den erweiterten Gegenstoß zu erzielen, ohne dabei, wie gegen Magdeburg, zu überpacen. Ansonsten gilt es die große Stuttgarter Abwehr in Bewegung zu bringen, um Lücken zu reißen“, erklärt der 58-jährige. „Wir haben in den ersten Spielen eine gute Entwicklung genommen, finde ich. Jetzt müssen wir über die gesamte Spieldauer noch stabiler werden. Wenn uns das gelingt, dann können wir damit erfolgreich sein. Über das nötige Potential verfügen wir ohne Frage!“