Mangelhafte Abschlussquote sorgt für Niederlage beim BHC!

Bild: Andreas Fischer Wuppertal

LIQUI MOLY Handball-Bundesliga

Mittelhessen brechen im zweiten Durchgang ein und verlieren beim Tabellennachbarn Bergischer HC mit 30:33 (15:16) - Kai Wandschneider: "Wir haben viel zu schlecht geworfen, waren viel zu ungeduldig!"

Aufgrund eines deutlichen Leistungsabfalls in der zweiten Halbzeit haben die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar ihr Auswärtsspiel beim Bergischen HC am vergangenen Sonntag mit 30:33 (15:16) verloren. Mit der Einwechslung von Keeper Tomas Mrkva, an dem die Grün-Weißen reihenweise scheiterten, verschafften sich die Hausherren das entscheidende Plus auf dem Parkett und ließ sich auch von drei unterschiedlichen Abwehrformationen der Mittelhessen nicht mehr aus dem Konzept bringen. Max Holst (9/7) erzielte die meisten Tore für die Gäste, beim BHC trafen Fabian Gutbrod (7) und Linus Arnesson (6) am häufigsten.

Traumstart für die HSG Wetzlar, denn Anton Lindskog wurde am Kreis gleich zweimal in Szene gesetzt und sorgte so für die ersten beiden Tore der Partie. Beide Teams legten viel Wert auf einen kontrollierten Spielaufbau und ein gutes Rückzugsverhalten. Die Bergischen Löwen konnten von einer ersten Zeitstrafe gegen Stefan Kneer profitieren und Jeffrey Boomhouwer sollte mit dem 4:3 (8.) die Gastgeber erstmals nach vorne werfen. 

Die Abwehr der Hausherren hatte sich stabilisiert, vor allem Csaba Szücs und Max Darj konnten nun auch die Anspiele auf Lindskog unterbinden und so den Wetzlarer Rückraum auch zu Würfen aus schlechten Positionen zwingen. Der BHC konnte so kurzzeitig auf zwei Tore (6:4) stellen, musste aber nach einem Gegenstoß von Holst postwendend wieder den Ausgleichstreffer kassieren.

Trotz einer Unterzahl konnte sich Wetzlar die Führung beim 7:8 (15.) zurückerobern, aber absetzen sollten sich die Mittelhessen nicht. Beide Teams blieben auf Augenhöhe, kleine Fehler ließen das Pendel mal zur einen, mal zur anderen Seite ausschlagen. Die Torhüter waren noch kein großer Faktor in der Partie, mit den Einwechselungen von Tibor Ivanisevic und Tomas Mrkva wollten beide Trainer einen neuen Akzent setzen und Wetzlars neuer Schlussmann nahm Arnor Thor Gunnarsson gleich einen Siebenmeter weg.

Mrkva hingegen sollte einen Wurf von Cavor entschärfen und somit den erneuten Ausgleichstreffer durch Fabian Gutbrod zum 12:12 (23.) ermöglichen. Wetzlar blieb in der Vorlage, konnte aber auch eine Zeitstrafe gegen Lukas Stutzke nicht nutzen, um sich deutlicher zu lösen. So blieb es bis in die Schlussminute des ersten Durchgangs ein Duell auf Augenhöhe - zwei Paraden von Mrkva sicherten den Gastgebern am Ende die 16:15-Halbzeitführung.

Die zweite Halbzeit nahm gleich Fahrt auf. Der Bergische HC konnte sich bis auf drei Tore (18:15) absetzen. Und dies trotz der nächsten Siebenmeterparade von Ivanisevic gegen Boomhouwer und einer kuriosen Zeitstrafe gegen Max Darj, der nach einem Zweikampf mit Joao Ferraz und einem gewährten Siebenmeter für den BHC noch Dampf an der Werbebande ablassen musste und so folgerichtig zum Abkühlen auf die Bank geschickt wurde. 

Dass die Hausherren weiter wegziehen konnten, lag vor allem an Fabian Gutbrod, Linus Arnesson und Tomas Mrkva, die nun für das entsprechende Plus bei den Bergischen Löwen sorgten. Nach Petrovskys 23:19 (41.) nahm Wetzlars Coach Kai Wandschneider seine Auszeit und stellte seine Deckungsformation neu auf. Der BHC hatte allerdings auch gegen die 4:2-Abwehr seine Lösungen parat und konnte nach einem Gegenstoß von Boomhouwer beim 25:20 (44.) erstmals auf fünf Tore enteilen.

Die Mittelhessen konnten auch die wenigen Chancen zum Verkürzen, die ihnen der Bergische HC bot, dann auch nicht an diesem Tage nutzen. Immer wieder leistete man sich in diesen Momenten Passfehler oder scheiterte an Mrkva. Und so pendelte sich der Spielstand nun bei vier bis fünf Toren ein und auch die Umstellung auf eine 5:1-Abwehr beim Stand von 28:24 (51.) sollte daran nichts ändern.

Als Darj zum 30:24 (53.) stellte, nahm Wandschneider seine letzte Auszeit und zog die Abwehr wieder auf die 6:0-Formation zurück. Spätestens als Boomhouwer zum 32:27 (57.) konterte, war die Partie entschieden. Sebastian Hinze nahm rund achtzig Sekunden vor dem Ende beim 32:29 noch einmal seine letzte Auszeit, um auf die offene Deckung der Gäste noch einmal zu reagieren. Seine Schützlinge verloren noch zweimal den Ball, dann konnte Boomhouwer zum 33:30-Endstand einnetzen. 

"Es war ein verdienter Sieg für den Bergischen HC. Wir sind eigentlich ganz gut reingekommen ins Spiel. Ich wäre natürlich lieber mit einer Führung in die Pause gegangen als mit einem Rückstand. Das Spiel war bis dahin auf Augenhöhe. Wir haben nur Fabian Gutbrod, der sich in bestechender Form befindet, nicht gestoppt bekommen", bilanzierte auch Wetzlars Trainer Kai Wandschneider im Nachgang und musste einräumen: "In der Halbzeit waren wir sehr positiv, aber wir haben direkt nach der Pause den entscheidenden Schritt in die falsche Richtung gemacht. Wir haben viel zu schlecht geworfen, waren viel zu ungeduldig und sind einem Rückstand hinterhergelaufen."