"Maximale Herausforderung“ gegen den Deutschen Meister

Olle Forsell Schefvert und die HSG Wetzlar wollen den Favoriten ärgern. (Bild: Florian Gümbel)

LIQUI MOLY Handball-Bundesliga

Mittelhessen empfangen in Englischer Woche die SG Flensburg-Handewitt in der Rittal Arena – Anwurf am Dienstagabend um 19.00 Uhr – Noch Stehplatzkarten im Vorverkauf erhältlich

 

Die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar stehen am morgigen Abend vor einer hohen Hürde, schließlich haben die Grün-Weißen keinen geringeren als den amtierenden Deutschen Meister, die SG Flensburg-Handewitt, in der Rittal Arena zu Gast. Anwurf der Partie ist um 19.00 Uhr. Das ungleiche Duell, das die Elitekader-Schiedsrichter Christof Immel und Ronald Klein leiten, wird live auf Sky übertragen. Die Spielaufsicht hat Jutta Ehrmann-Wolf. 

„Wir freuen uns auf dieses Spiel“, so Wetzlars Kai Wandschneider in der heutigen Pressekonferenz. „Flensburg ist die Top-Mannschaft der Liga und derzeit in Deutschland das Maß aller Dinge. Deshalb wird diese Partie die maximale Herausforderung für uns. Es war natürlich wichtig, dass wir am vergangenen Donnerstag in Ludwigshafen die ersten Pluspunkte einsammeln und so etwas den ganz großen Druck raus rausnehmen konnten. Trotzdem machen wir uns selbst Druck, denn wir wollen unseren tollen Fans ein richtig gutes Spiel zeigen und wenn sich die Chance bieten sollte, auch da sein und zugreifen.“

Wie schwer die Aufgabe gegen den Meister der vergangenen beiden Spielzeiten werden wird, zeigt alleine die Tatsache, dass die Mittelhessen in 22 Erstliga-Jahren erst zweimal gegen das Team von der Flensburger Förde gewinnen konnten. Das letzte Mal am 15. September 2015 beim 24:21-Heimerfolg in der Rittal Arena Wetzlar, in der die Grün-Weißen am Dienstagabend wieder über 3.800 Zuschauer erwarten werden. „Wenn wir uns gegen Flensburg etwas ausrechnen wollen, dann muss morgen Abend wirklich alles passen – sowohl vorne als auch hinten“, weiß der 59-jährige, der in seinem Team noch Steigerungspotential in der Abwehr und im erweiterten Gegenstoßverhalten sieht. „Unsere Defensive war in den vergangenen Jahren immer unser Prunkstück. Hier müssen wir unser Rückzugsverhalten deutlich verbessern und es wieder schaffen über die komplette Spielzeit kompakt zu stehen, enger als zuletzt. Jeder muss für seinen Nebenmann und die Torhüter da sein. Schaffen wir das, werden sich auch Möglichkeiten im eigenen Konterspiel ergeben, die es dann konsequent zu nutzen gilt.“

Genau dieses „gnadenlose Gegenstoßspiel“ sei auch eine der Stärken der Gäste aus Schleswig-Holstein, so Wandschneider. „Wir dürfen uns keine Fehler erlauben, sonst werden wir eiskalt bestraft. Flensburg hat ein beeindruckendes Selbstverständnis im eigenen Spiel, was daraus resultiert, dass die Mannschaft hervorragend zusammengestellt, trainiert und gecoacht ist“, spricht der Wetzlarer Coach den Club-Verantwortlichen um Geschäftsführer Dierk Schmäschke und Trainer Maik Machulla ein großes Kompliment aus. „Sie haben in Sachen Scouting in den vergangenen Jahren den wahrscheinlich besten Job auf diesem Niveau gemacht und mit den beiden Meistertiteln verdientermaßen die Früchte ihrer Arbeit geerntet.“

Respekt ja, Angst nein – so beschreibt der Diplom-Sportlehrer die mentale Herangehensweise der Hausherren vor dem Spiel. „Wir wissen, was wir können und werden bereit sein, Flensburg einen großen Kampf zu liefern“, verspricht Wandschneider, dem nach aktuellem Stand alle Spieler zur Verfügung stehen werden. „Unsere Mannschaft weiß, dass sie an einem guten Tag jedem Gegner das Leben extrem schwer machen kann und das ist auch in Flensburg bekannt. Sie werden hier vollmotiviert und konzentriert zu Werke gehen und das auch müssen. Wir haben uns taktisch gut vorbereitet und sind bereit Nadelstiche zu setzen und voll gegenzuhalten.“ 

Als „Gehirn“ der Gästemannschaft beschreibt der Wetzlarer Coach Jim Gottfridsson. „Er sticht meines Erachtens etwas aus dem wirklich tollen Kollektiv heraus, das kaum eine Schwäche hat. Zwei extrem starke Torhüter, eine bärenstarke, bewegliche Abwehr und jede Menge Spielintelligenz und Power – das zeichnet das Flensburger Spiel aus. Sich mit einer solchen Mannschaft zu messen, da muss man als Spieler und Trainer einfach Lust darauf haben! Und dass auch unsere Fans am Ende mit uns zufrieden sind, das ist allein unsere Aufgabe. Wir müssen vom Anpfiff weg dafür sorgen, dass der Funke vom Spielfeld auf die Tribünen überspringt und aus der Rittal Arena wieder über 60 Minuten der gefürchtete Hexenkessel wird.“