Rekordsieger: HSG Wetzlar gewinnt zum dritten Mal den Heide-Cup!

Rekordsieger beim Heide-Cup: Die HSG Wetzlar gewinnt zum dritten Mal den Pokal. (Bild: HSG Wetzlar)

LIQUI MOLY Handball-Bundesliga

Mittelhessen besiegen im Finale Favoriten Füchse Berlin mit 33:30 (20:14) - Maximilian Holst wird Torschützenkönig - In sieben Vorbereitungsspielen ungeschlagen

Die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar haben sich zum dritten Mal den Siegerpokal beim Internationalen Heide-Cup in Schneverdingen gesichert und sind damit jetzt Rekordsieger. Das Team von Trainer Kai Wandschneider fuhr drei Siege in drei Tagen ein. Am Sonntagnachmittag bezwangen die Mittelhessen die Füchse Berlin im Finale mit 33:30 und holten sich somit verdient den Titel, denn die Grün-Weißen hatten über 60 Minuten die Führung inne. Zur Halbzeit hatten die Domstädter sogar mit 20:14 geführt.

„Ich bin unglaublich stolz auf meine Mannschaft. Es war großartig, was wir heute, im dritten Spiel hintereinander, gegen den Favoriten aus Berlin gespielt haben“, so Trainer Kai Wandschneider nach dem kräftezehrenden Turnierwochenende. „Wir haben wieder eine bärenstarke Abwehr gestellt und sind konzentriert und konsequent Gegenstoß gelaufen. Es war eine grandiose erste Halbzeit. In der zweiten Halbzeit haben wir bis zur 45. Minute noch richtig gut gespielt, dann aber aufgrund des Substanzverlustes doch etwas nachgelassen. Am Ende sind wir aber der verdienten Sieger.“ 

Die HSG Wetzlar fand gut ins Spiel, führte nach Toren von Stefan Cavor und Maximilian Holst schnell mit 2:0. Dies lag auch daran, weil Torhüter Till Klimpke gleich die Hände an den Ball bekam und den Berliner Rückraum-Schützen in der Anfangsphase zwei Würfe abkaufte. Bis Mitte der ersten Halbzeit blieb es jedoch eine Partie auf Augenhöhe, auch weil das Team von Füchse-Coach Velimir Petkovic immer wieder den Kreis fand und so zu leichten Treffern aus der Nahdistanz kam. 9:9 hieß es nach 18 Spielminuten.

Doch danach konnten sich die Wetzlarer, die über die gesamte Spielzeit eine hohe Abschlusseffektivität zeigten, absetzen. Immer wieder wurde nach Ballgewinnen schnell umgeschaltet und so der Gegner unter Druck gesetzt. Anton Lindskog war es, der in der 23. Minute nach Zuspiel von Stefan Cavor das 12:9 besorgte. 

In der Schlussphase des ersten Abschnitts spielten die Grün-Weißen wie im Rausch. Till Klimpke hielt unter anderem einen Strafwurf von Weltmeister Hans Lindberg und Maximilian Holst traf mehrfach sicher vom Siebenmeter-Punkt. Zur Pause leuchtete ein 20:14 eine Sechs-Tore-Führung von der Anzeigetafel.

Wer nun dachte nach dem Wechsel würden die Mittelhessen nachlassen, der sah sich getäuscht. Die Filip Mirkulovski & Co. ließen sich trotz einer mannbezogenen Deckung für Stefan Cavor nicht aus dem Konzept bringen. In der 39. Minute traf Rechtsaußen Kristian Björnsen zum 26:19 für den bis dahin zweimaligen Turniersieger. 

Erst in der 48. Minute kamen die Grün-Weißen etwas ins Schlingern, und das trotz Überzahl. Der von einer Magen-Darm-Grippe immer noch geschwächte Schweizer Lenny Rubin fällte in dieser Phase zwei haarsträubende Fehlentscheidung, warf am Tor vorbei und spielte dem Berliner Tim Matthes im Angriff den Ball in die Hände. Somit konnten die Hauptstädter nochmals auf 27:31 herankommen.

Doch die HSG Wetzlar ließ sich nicht beirren, spielte zum Ende der hochklassigen Partie die Angriffe lange aus. Machte wenig Fehler und sicherte sicher somit letztlich verdient den 33:30-Erfolg über die Füchse Berlin. 

Kurz später durfte Kapitän Filip Mirkulovski den Siegerpokal in die Höhe strecken. Zudem wurden Maximilian Holst als Torschützenkönig des Turniers geehrt. Dem Linksaußen gelangen 20 Treffer.

Mit dem Finale schloss die HSG Wetzlar die Sommervorbereitung mehr als erfolgreich ab. In insgesamt sieben Testspielen blieben die Domstädter ungeschlagen. Sechs Partien konnten siegreich gestaltet werden. „Ich hoffe diese exzellente Vorbereitung ist ein gutes Omen für den Saisonstart. Wir sind eine willensstarke und eingespielte Mannschaft, die sich viel Selbstvertrauen geholt hat. Deshalb ist mir vor der nun anstehenden Saison nicht bange.“ 

Am kommenden Wochenende startet nunmehr die Saison, mit der 1. Pokalrunde, in der die Mittelhessen am Samstag beim Erstligakonkurrenten HBW Balingen-Weilstetten antreten müssen.

Stenogramm:

HSG Wetzlar: Klimpke (1.-55.), Ivanisevic; Feld 1, Kneer 1, Björnsen 5/1, Ferraz, Mirkulovski, Torbrügge 1, Weissgerber, Frend Öfors 1, Holst 7/4, Forsell Schefvert 3, Rubin 2, Lindskog 6, Cavor 6.

Füchse Berlin: Milosavljev, Heinevetter, Ziemer; Ernst 3, Wiede 2, Struck, Mandalinic 2, Gojun 2, Lindberg 3, Zachrisson 1, Simak 2/2, Müller 1, Matthes 4, Koch 4, Marsenic 4, Drux 2.