Souveräner Auswärtserfolg in Gummersbach!

Bild: Philipp Ising/VfL Gummersbach

DKB Handball-Bundesliga

HSG Wetzlar siegt in Schwalbe-Arena 24:19 (15:9) – Nur leichtfertige Chancenverwertung trübt Freunde über Sieg im „Bigpoint-Spiel“

Die Torhüter standen beim Duell der Tabellennachbarn im Fokus - Carsten Lichtlein feierte neben seinem Geburtstag auch noch ein Jubiläum, Matthias Puhle (beide Gummersbach) gab seine Vertragsverlängerung bekannt und Wetzlars Till Klimpke zog mit seinen Paraden letztlich den Hausherren den Zahn und sorgte dafür, dass die Mittelhessen am Ende souverän mit 24:19 (15:9) triumphierten. 

Im Spiel um die "Big Points" im Tabellenkeller benötigten beide Teams eine erste Anlaufphase, um die gegnerische Deckungsverbände zu knacken. Die Zuschauer in der Schwalbe-Arena sahen gut sortierte 6:0-Formationen, die es ihren Torhütern ermöglichten die ersten Paraden zu verbuchen. Weder Till Klimpke, noch Geburtstagskind Carsten Lichtlein mussten in den ersten Minuten hinter sich greifen - den ersten Treffer der Partie konnte Lindskog im Nachwurf nach knapp fünf Minuten setzen.

Gummersbach konnte zwar direkt im Anschluss durch Vukovic das erste Erfolgserlebnis feiern, doch ansonsten zeigte der VfL im Abschluss Nerven. Auch Wetzlar offenbarte Schwächen in der Chancenverwertung, konnte sich daher nur auf maximal zwei Tore (1:3) lösen. Verlass war bei den Mittelhessen vor allem auf die Rückraumreihe mit Cavor, Mirkulovski und Hermann. Als Preuss dann frei an Klimpke scheiterte und im Gegenzug Wetzlars Neuzugang Maximilian Lux zum 3:6 (13.) konterte, musste Denis Bahtijarevic die Grüne Karte am Kampfgericht ablegen und seine Mannschaft aus der Lethargie reißen.

Doch der Weckruf endete vor allem in der Defensive in leichter Übermotivation, Vukovic und Becker kassierten kurz hintereinander Zeitstrafen. Eine starke Einzelaktion von Pouya Norouzi zum 5:8 (16.) hielt Gummersbach noch einigermaßen in der Schlagdistanz, einen rabenschwarzen Tag hatte hingegen Ivan Martinovic erwischt, der beim Stand von 5:9 und vier Fehlwürfen gegen Florian Baumgärtner ausgetauscht wurde und beim 8:11 (21.) sein erstes Erfolgserlebnis feiern konnte.

Denis Bahtijarevic stellte auch in der Abwehr um, Drago Vukovic wurde zum vorgezogenen Abwehrspieler in der 5:1-Formation. Doch auch das brachte keine Wende, ebenso wie die zweite Auszeit des VfL-Coaches. Immer wieder war Klimpke zur Stelle und der Keeper parierte auch noch einen Siebenmeter von Martinovic beim Stand von 8:14 (25.). Immerhin konnte wenig später Eirik Köpp die Torflaute vom Strich mit dem 9:14 beenden. Die Oberberger hatten durchaus gute Chancen, um noch vor der Pause weiter zu verkürzen, da auch Lichtlein nun noch einmal sich auszeichnen konnte. Am Ende wurden aber mit einem 9:15 aus Sicht der Hausherren die Seiten gewechselt.

Direkt nach dem Seitenwechsel konnte Carsten Lichtlein gegen Maximilian Holst den 500. Siebenmeter seiner Bundesligakarriere halten, doch auf der Gegenseite brachte Köpp dann den Ball vom Strich nicht unterbringen. Marvin Sommmer konnte dann mit einem Steal und dem anschließenden Gegenstoß zum 10:15 (34.) noch einmal ein Zeichen setzen, doch insgesamt fehlte der zur 6:0-Formation zurückgekehrten Abwehr der Hausherren dann doch die nötige Aggressivität. 

Und da auch vorne der sonst sichere Moritz Preuss seine klaren Chancen nicht verwerten konnte, wuchs der Rückstand des VfL weiter an. Hätte sich nicht Wetzlar auch die eine oder andere überhastete Aktion geleistet, den Oberbergern wäre ein Debakel widerfahren. So aber konnte Lenny Rubin seine Farben erst beim 11:19 (43.) auf acht Tore stellen und den Arbeitstag von Carsten Lichtlein beenden.

Matthias Puhle, der seinen Vertrag vor der Partie verlängert hat (wir berichteten), rückte für das Schlussdrittel ins Gummersbacher Gehäuse und ermöglichte mit seinen Paraden zumindest ein wenig Ergebniskosmetik. Vor allem der im zweiten Durchgang eingewechselte Luis Villgrattner verkörperte neben Puhle den Willen für eine Aufholjagd. Doch das zwischenzeitliche 15:20 war nur ein Strohfeuer, als Max Holst wieder mit einem Konter auf sieben Tore gestellt hatte, musste Denis Bahtijarevic neun Minuten vor dem Ende seine letzte Auszeit.

Neben Villgrattner und Puhle kämpfte vor allem Drago Vukovic noch um ein achtbares Ergebnis. Der Routinier schraubte mit zwei Toren noch einmal den Rückstand auf fünf Tore, engte als vorgezogener Abwehrspieler auch die Räume von Filip Mirkulovski ein und brachte auch seine Mitspieler noch einmal in Szene. Doch an der Niederlage gab es nichts zu deuteln, am Ende musste sich der VfL mit 19:24 geschlagen geben. 

Kai Wandschneider (HSG Wetzlar):Wir sind erleichtert, dass wir das Spiel gewonnen haben. Wir haben 60 Minuten hervorragende Abwehrarbeit geleistet. Till Klimpke hat alleine in der ersten Halbzeit elf Bälle gehalten. Wir haben den gefährlichen Pouya im Griff gehabt und ebenso Preuß. Wir haben den Ball laufen lassen. Ich bin nicht damit zufrieden, dass wir zu viele freie Bälle liegen gelassen haben. Ich hoffe, dass wir durch die zwei Punkte jetzt freier im Kopf sind. Till Klimpke hat sensationell gespielt.“

Quelle: www.handball-world.news