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Tibor Ivanisevic nimmt im Sommer Abschied von HSG Wetzlar!

Foto: Oliver Vogler

LIQUI MOLY Handball-Bundesliga

30-jähriger Serbe bittet Verantwortliche der Hessen um vorzeitige Vertragsauflösung – Ivanisevic: „Möchte in neuem Umfeld andere Rolle als Nummer eins einnehmen“

Der Handball-Erstligist HSG Wetzlar und Torhüter Tibor Ivanisevic gehen ab Sommer getrennte Wege. Die Zusammenarbeit mit dem 30-jährigen Serben endet somit einvernehmlich ein Jahr vor dem eigentlichen Vertragsende. Ivanisevic war zuletzt mit dem Wunsch nach einem vorzeitigen Vereinswechsel auf die Verantwortlichen zugekommen.

„Obwohl ich mich bei der HSG Wetzlar unheimlich wohl fühle, weil es ein außergewöhnlicher Club ist, gibt es im Sport manchmal Momente wie diese“, so Tibor Ivanisevic. „Die bisherige Zeit in Wetzlar war eine großartige Herausforderung und Schule für mich, allerdings habe ich den Wunsch, alles, was ich hier gelernt habe, in mehr Spielzeit zwischen den Pfosten anzuwenden und in einem neuen Umfeld so eine andere Rolle einzunehmen. Ich bin den Verantwortlichen der HSG Wetzlar sehr dankbar, weil sie großes Verständnis für meine persönliche Situation gezeigt und mit mir gemeinsam an einer Lösung gearbeitet haben, mit der alle leben können. Das war für mich enorm wichtig! Ich freue mich jetzt auf eine neue Herausforderung ab Sommer, aber zunächst einmal auf den Rest der Saison. Ich hoffe, dass wir alle gesund bleiben und bis Ende Juni im aktuellen Rhythmus erfolgreich weiterspielen können.“ 

Ivanisevic war im Sommer 2018 vom dänischen Spitzenclub Skjern Handbold an die Lahn gewechselt, um seitdem gemeinsam mit Eigengewächs Till Klimpke das Torhütergespann der Grün-Weißen zu bilden. Bereits nach wenigen Spielen als Nummer eins im HSG-Tor verletzte sich Ivanisevic im Auswärtsspiel in Stuttgart schwer am Knie und fiel mehrere Wochen aus. In dieser Zeit nahm die sportliche Entwicklung von Nachwuchskeeper Klimpke rasante Geschwindigkeit auf. Der 22-Jährige wurde zum Leistungsträger und deutschen Nationalspieler. Erst vor wenigen Tagen hatte Klimpke seinen Vertrag bei der HSG Wetzlar langfristig bis ins Jahr 2025 verlängert.

„Es gibt mehrere Gründe, warum wir Tibors Wunsch nach einer vorzeitigen Vertragsauflösung entsprochen haben“, so Wetzlars verantwortlicher Torwarttrainer Jasmin Camdzic. „Er ist jetzt 30 Jahre alt und in einem Alter, in dem man als Torhüter viel spielen und seine Erfahrung für die Mannschaft einbringen sollte. Tibor ist es wichtig, eine solche Rolle einzunehmen. Das ist für ihn hier bei uns aber nicht möglich, da sich Till Klimpke toll entwickelt und die Position als Nummer eins übernommen hat. Ihm gehört die Zukunft bei der HSG Wetzlar. Auch in Absprache mit Benjamin Matschke haben wir Tibor „Grünes Licht“ für die Suche nach einem neuen Club gegeben, weil die Erfahrung gezeigt hat, dass es keinen Sinn macht, einen Spieler, der wie Tibor seine Unzufriedenheit geäußert hat, in einer solchen Konstellation unbedingt zu halten. Zudem ist es für uns jetzt, mit Till als Nummer eins, einfacher einen passenden Gespannpartner zu finden, als damals, wenn Tibor aus Skjern kam. Wir haben ein klares Profil für die Neubesetzung der Position und werden in Ruhe schauen, wer am besten zu uns passt.“

„Ich war schon etwas überrascht als Tibor mit seinem Wunsch, sich eine neue Aufgabe suchen zu dürfen, auf uns zukam“, gibt Wetzlars Geschäftsführer Björn Seipp offen zu. „Er ist ein wirklich toller Torhüter und ein herausragender Mensch, den man gerne um sich herum und in seiner Mannschaft hat. Deshalb wird uns der Abschied im Sommer sehr schwerfallen. Ich wünsche ihm von Herzen, dass er gesund bleibt und noch viele Jahr auf allerhöchstem Niveau erfolgreich Handball spielen kann.“