Trotz Wetzlar-Verspätung - temporeiches Hessenderby mit Melsunger Siegl

DKB Handball-Bundesliga

Wetzlar unterliegt im letzten Spiel im Jahr 2018 mit 26:24 - verspäteter Anwurf nach Vollsperrung auf A7

Bereits zwei Mal hatte die HSG Wetzlar in der laufenden Saison das Hessenderby gegen die MT Melsungen verloren. Aller guten Dinge sind drei - zumindest aus Sicht der Melsunger, die sich in einem bis kurz vor Schluss spannenden Duell mit 26:24 (13:10) durchsetzen konnten. Es war der letzte Schlusspfiff in der DKB Handball-Bundesliga vor der WM-Pause, denn das Spiel konnte erst 45 Minuten verspätet angepfiffen werden. Die aufgrund einer verspäteten Ankunft der Gäste nach einer Vollsperrung hatten aber beide Teams gut weggesteckt und zeigten von Beginn an ein ausgeglichenes, schnelles und interessantes Spiel.

Lange Zeit war unklar, ob das dritte Hessenderby der laufenden Saison überhaupt wird stattfinden können. Gerade einmal 130 Kilometer beträgt die Anreise der HSG Wetzlar nach Kassel zum Spiel bei der MT Melsungen. Kurz vor Kassel war aber die A7 über Stunden voll gesperrt und die Gäste waren im Bus letztlich machtlos. Kurz vor der eigentlichen Anwurfzeit um 19 Uhr kam das Team von Kai Wandschneider in Kassel an, der Anwurf wurde auf 19:45 Uhr festgelegt. Damit sollte das Duell definitiv das letzte Spiel der DKB Handball-Bundesliga vor der WM-Pause sein. Man durfte gespannt sein wie beide Mannschaften ins Spiel kommen, das Hinspiel und das Aufeinandertreffen im DHB-Pokal hatte jeweils Melsungen für sich entschieden. 


Im dritten Duell war dann zunächst die HSG Wetzlar die spielbestimmende Mannschaft. Die Mannen von Trainer Wandschneider legten ein ordentliches Tempo aufs Parkett, bereits nach 80 Sekunden traf Anton Lindskog zum 2:0, nachdem zuvor seine Teamkollegen Olle Forsell Schefvert getroffen und Till Klimpke pariert hatten. Doch die MT Melsungen ging das Tempo mit und glich wieder aus. Das 3:3 erzielte dann Nationalspieler Finn Lemke, dessen Verletzung beim Gummersbach-Spiel sich nur als Innenbandzerrung herausgestellt hatte. Zwar hatte er bis heute mit dem Training ausgesetzt, stand dann aber von Beginn an auf der Platte und wird auch morgen zur Nationalmannschaft reisen. 


Zunächst lag aber der Fokus auf dem Spiel in Kassel, bei dem vor allem der Gäste-Rückraum mit Forsell Schefvert, Stefan Cavor und Filip Mirkulovski glänzten. Zudem war HSG-Torhüter Klimpke in Topform, kam Mitte der ersten Halbzeit auf eine Quote von fast 50% parierter Bälle. Auch wenn Wetzlar die spielbestimmende Mannschaft war, die MT-Mannschaft von Trainer Heiko Grimm lies sich nicht abschütteln. Allerdings verpassten die Melsunger gleich drei Mal die Chance selbst in Führung zu gehen. Das gelang dann erst Yves Kunkel in der 17. Minute mit seinem Treffer zum 7:6. Jetzt lag das Momentum klar bei der Heimmannschaft, bei denen Lasse Mikkelsen mit seinem Strafwurf zum 10:7 erstmals für eine 3-Tore-Führung sorgte. 
Sichtlich unzufrieden war nun Kai Wandschneider mit seinem Rückraum, der so stark begonnen hatte. Der Trainer tauschte den Rückraum, vor allem Lenny Rubin kam schnell ins Spiel und so behielten die Gäste den Anschluss. Als Melsungen im letzten Angriff mit sieben Feldspielern agierte und Kunkel zum 13:10-Pausenstand traf war der Vorsprung fast etwas zu hoch für den bisherigen Spielverlauf. Nach Wiederanpfiff legten die Hausherren sogar noch eine Schippe drauf, in kürzester Zeit erhöhten Roman Sidorowicz und Kunkel auf 15:10. Aber eine Vorentscheidung sollte noch lange nicht fallen, mit einem 3:0-Lauf zum 15:13 seitens der HSG Wetzlar war die Partie wieder komplett offen. 


Es entwickelte sich ein spannender und offener Schlagabtausch beider Teams. Sowohl Kai Wandschneider bei den Gästen aus Wetzlar als auch Heiko Grimm bei der MTM wechselten mehrfach die Angriffs- und Abwehrtaktiken, stellten sich wechselseitig vor Herausforderungen. Beim 16:15 war das Wandschneider-Team wieder bedrohlich nahe und Grimm reagierte mit der Auszeit, in der 46. Minute beim 20:16 zückte dann der HSG-Coach die grüne Karte. Es blieb aber bei der Melsunger Führung, doch immer wieder kämpfte sich Wetzlar heran. 


Mit fortschreitender Spieldauer, die MT Melsungen führte seit der 17. Minute ununterbrochen, warf HSG-Trainer Wandschneider immer mehr in die Waagschale. Die Abwehr stellte er immer offensiver, sein Team sollte zu Ballgewinnen kommen. Das Risiko wurde am Ende nicht belohnt, denn die Melsunger behielten die Nerven und zeigten keine Verunsicherung. Die Entscheidung fiel mit dem Treffer von Lasse Mikkelsen zweieinhalb Minuten vor Schluss zum 26:21. Danach wurde der Vorsprung verwaltet, eine doppelte Zeitstrafe in der vorletzten Minute war dann für die Hausherren unkritisch. Zwei Mal trafen die Wetzlarer noch in Unterzahl und unterlagen am Ende zwar, allerdings mit einem dem Spiel angemessenen 26:24-Endstand.


Quelle: www.handball-world.news/o.red.r/news-1-1-1-110838.html