WM-Schiedsrichtergespanne in Wetzlar zu Gast!

Gemeinsames Gruppenfoto zum Ende der Maßnahme in der Sporthalle Dutenhofen.

DKB Handball-Bundesliga

IHF veranstaltet Lehrgang in Frankfurt und Wetzlar - Testungen und ein gemeinsames Training mit der Bundesliga-Mannschaft der HSG Wetzlar in Sporthalle Dutenhofen

Vom 10. bis zum 27. Januar 2019 findet die Handball-Weltmeisterschaft der Herren in Dänemark und Deutschland statt. Und auch, wenn die Rittal-Arena in Wetzlar nicht als Spielort berücksichtigt wurde, so konnten sich die Verantwortlichen der HSG Wetzlar freuen, Anfang Oktober Gastgeber der IHF zu sein. Es herrschte WM-Flair in der altehrwürdigen Sporthalle in Dutenhofen, als die 19 internationalen Schiedsrichtergespanne beim entscheidenden Lehrgang ihre Leistungstests absolvierten und Unterweisungen erhielten.  

„Der Lehrgang im vergangenen Jahr hier in Frankfurt hat den Verantwortlichen der IHF gut gefallen, daher fiel die Wahl auch dieses Mal auf Hessen“, so Berndt Dugall, der die Delegation betreute. „Es ist für uns Freude und Ehre zugleich, die IHF und den DHB hierbei zu unterstützen“, fügt HSG-Geschäftsführer Björn Seipp an. So stellte die HSG Wetzlar nicht nur die Halle für den Lehrgang zur Verfügung. Auch agierte das Bundesligateam für etwas mehr als eine Stunde als „Demoteam“, um realen Spielszenen für die Schiedsrichter nachzustellen. „Es geht uns hier in Wetzlar auch darum, die Schiedsrichter für bestimmte Spielsituationen zu sensibilisieren und Probleme gezielt anzusprechen und aufzuarbeiten“, erklärt Dietrich Späthe die ungewöhnliche Vorgehensweise, gemeinsam mit einer Bundesligamannschaft Teile der Schulung zu bestreiten. Späthe ist gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Kommissionen Regelwerk und Schiedsrichter, Ramon Gallego (Spanien), verantwortlich für all diese intensive und anspruchsvolle Fortbildung der Schiedsrichter. 

Da von den geladenen 19 Gespannen bis zur WM noch drei ausgesiebt werden, war, trotz aller kameradschaftlicher Lockerheit, ernstes Arbeiten angesagt. Die beiden verantwortlichen Fitnesstrainer führten nach einem intensiven Aufwärmprogramm einen Shuttle Run sowie Sprint- und Koordinationstests durch. „Jeder Schiedsrichter hat einen individuellen Trainingsplan bekommen und hatte die Aufgabe diesen zu Hause zu bearbeiten. Kontrolliert wird dies neben den Tests hier, durch eine Tracking-Uhr. Jeder Schiedsrichter ist damit ausgestattet und die Coaches können über ein Programm auf einem Zentralrechner jederzeit die entsprechenden Werte und Daten der Schiedsrichter abfragen“, erklärt Dugall die strengen Auflagen. 

Nach den allgemeinen Athletiktests wurden dann durch die Mannschaft der HSG Wetzlar verschiedene Spielsequenzen dargestellt und durch die Lehrgangsteilnehmer wechselnd geleitet. „Die Schwerpunkte sind das Spiel am und mit dem Kreisläufer. Insbesondere das Überzahlspiel Sieben gegen Sechs, da wird während der WM sicher auch mit drei Kreisläufern gearbeitet. Das kennen die meisten Schiedsrichter hier so überhaupt nicht und muss daher geschult werden“, nennt Späthe neben dem allgemeinen Auftreten und den Schwierigkeiten beim passiven Spiel die Schwerpunkte. 

Deshalb hatten er und Wetzlars Trainer Kai Wandschneider alle Spielformen vorab abgesprochen, so dass das Fazit am Ende sehr positiv ausfiel, „Es ist wichtig, so etwas zu machen und mit Kai Wandschneider haben wir hier einen Trainer, der das hervorragend umsetzt und eine tolle Arbeit leistet, das bringt uns hinsichtlich der Vorbereitung auf die WM sehr viel und hat uns viele Sachen aufgezeigt“, so Späthe. Auch Kai Wandschneider war begeistert. „Ich finde es sehr wichtig eine tolle Kommunikation zu haben und sich gegenseitig Rückmeldung zu geben, sowohl von den Schiedsrichtern an die Trainer und Spieler, aber auch umgekehrt. Das hilft uns und unserem Sport bei der Weiterentwicklung“, erklärt der 58-jährige. 

Von annähernd allen Kontinenten waren IHF-Schiedsrichter bei dem Lehrgang in Wetzlar dabei. Für das fehlende koreanische Gespann durften sich zwei chinesische Referees über die Nominierung freuen. Und während Russland kein Gespann entsenden wird, sind aus den Reihen des Deutschen Handballbundes Robert Schulze und Tobias Tönnies nominiert und hoffen nach drei Weltmeisterschaftsturnieren im Frauen-Bereich kommendes Jahr nun auch bei den Männern zum Einsatz zu kommen.