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HSG Wetzlar hofft auf eine Trendwende

Nach dem schwierigen Saisonstart wartet am Freitagabend mit dem Heimspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen die nächste anspruchsvolle Aufgabe auf die Grün-Weißen.

Foto: Jenny Roeczey

Am Freitagabend wartet auf die HSG Wetzlar die nächste große Herausforderung in der OPEL Handball-Bundesliga. Um 19 Uhr empfangen die Grün-Weißen die Rhein-Neckar Löwen in der Buderus Arena. Nach dem schwierigen Saisonstart und zuletzt der 32:37-Niederlage beim Handball Club Hamburg wollen die Mittelhessen vor heimischer Kulisse wieder ein anderes Gesicht zeigen. Einfach wird das nicht: Mit den Rhein-Neckar Löwen kommt eine individuell hochkarätig besetzte Mannschaft nach Wetzlar, die zuletzt mit einem 30:28-Heimerfolg gegen Champions-League-Teilnehmer MT Melsungen ein Ausrufezeichen setzte. Für das Heimspiel sind sämtliche Sitzplätze bereits vergriffen, Stehplatzkarten sind weiterhin erhältlich.

Die aktuelle Lage der HSG Wetzlar

Ein Punkt aus den ersten sechs Spielen: Dass man sich bei der HSG Wetzlar den Start in die neue Saison anders vorgestellt hat, steht außer Frage. Nach 1:11 Punkten ist die Ernüchterung groß – zumal die Mannschaft immer andeutet, welches Potenzial in ihr steckt, bislang aber nicht in der Lage ist, dieses einen längeren Zeitraum konstant abzurufen. „Wir haben beispielsweise phasenweise gegen den VfL Gummersbach gut mitgehalten. Aber eben nur phasenweise“, sagt Wetzlars Sport-Geschäftsführer Michael Allendorf. 

Exemplarisch für das Auf und Ab stand die Partie am vergangenen Sonntag in Hamburg. Beim bis dahin ebenfalls noch sieglosen Handball Club Hamburg erwischten die Grün-Weißen einen guten Start, gerieten danach ins Hintertreffen, führten aber zur Pause mit 17:16. Auch im zweiten Durchgang blieb die Begegnung lange völlig offen. Knapp sieben Minuten vor Schluss gelang der HSG beim 30:30 noch einmal der Ausgleich. In der entscheidenden Phase häuften sich dann allerdings die Fehler. Hamburg nutzte diese konsequent und setzte sich am Ende deutlich mit 37:32 durch.

Damit ist die HSG-Ausbeute aus den Begegnungen gegen Bietigheim, Eisenach und Hamburg besonders bitter. Gegen drei Mannschaften, die in ähnlichen Tabellenregionen unterwegs sind, holte Wetzlar lediglich einen Punkt. Entsprechend groß ist die Notwendigkeit, möglichst schnell mehr Konstanz ins eigene Spiel zu bekommen.

Die personelle Situation der HSG Wetzlar

Auch personell bleibt die Lage bei den Grün-Weißen angespannt. Hoffnung gibt es bei Torhüter Laszlo Bartucz. Der Ungar ist ins Mannschaftstraining zurückgekehrt, sodass die Verantwortlichen darauf hoffen, ihn am Freitag wieder in den Spieltagskader berufen zu können.

Weiterhin fehlen wird hingegen Jona Schoch, der nach wie vor an den Folgen seiner Gehirnerschütterung laboriert. Auch hinter dem Einsatz von Paul Kompenhans steht ein großes Fragezeichen. Der Rückraumspieler zog sich in Hamburg eine muskuläre Verletzung zu und konnte deshalb im zweiten Durchgang nicht mehr eingesetzt werden. Die Zeit bis zum Heimspiel am Freitag dürfte voraussichtlich nicht ausreichen, um ihn wieder spielfähig zu bekommen.

Das sagt Trainer Rúnar Sigtryggsson

„Wir brauchen unbedingt ein schnelleres Spiel. Ich bin mir sicher, dass uns dann auch weniger Fehler unterlaufen. Im Moment hält jeder Spieler den Ball zu lang in der eigenen Hand. Darunter leidet die Passgeschwindigkeit. Unsere Probleme lagen zuletzt im Rückraum und im Umschaltspiel nach vorne, aber auch nach hinten.“

Der Gegner: Rhein-Neckar Löwen

Auch die Rhein-Neckar Löwen dürften mit ihrem bisherigen Saisonverlauf nicht vollends zufrieden sein. Nach sechs Spieltagen stehen die Badener bei 6:6 Punkten. Hinzu kommt das frühe Aus im DHB-Pokal: In der zweiten Runde musste sich die Mannschaft von Trainer Maik Machulla der MT Melsungen nach Verlängerung mit 33:35 geschlagen geben.

In der Handball-Bundesliga zeigt sich bislang ein wechselhaftes Bild. Niederlagen setzte es zum Auftakt mit 31:32 bei der TSV Hannover-Burgdorf, beim 26:31 zu Hause gegen den VfL Gummersbach und zuletzt beim knappen 28:29 in Göppingen. Dem stehen Erfolge beim Bergischen HC (27:26), gegen den HBW Balingen-Weilstetten (29:27) und zuletzt gegen die MT Melsungen gegenüber.

Gerade der jüngste 30:28-Erfolg gegen den Champions-League-Teilnehmer dürfte den Löwen Rückenwind gegeben haben. Vier Tage nach der Pokalniederlage gegen denselben Gegner behielten die Badener diesmal gerade in der entscheidenden Phase die Nerven. Ein entscheidender Faktor war dabei Nationaltorhüter David Späth, der mit 13 Paraden maßgeblichen Anteil am Erfolg hatte.

Ohnehin verfügt der Kader der Rhein-Neckar Löwen über enorme individuelle Qualität. Im Rückraum lenkt Dani Baijens das Spiel der Badener, daneben stehen unter anderem mit Haukur Thrastarson und Jacob Lassen weitere spielstarke Akteure zur Verfügung. Am Kreis wartet mit Nationalspieler Jannik Kohlbacher ein alter Bekannter, der von 2015 bis 2018 das Trikot der HSG Wetzlar trug. Dazu kommen treffsichere Außenspieler und mit Späth einer der herausragenden Torhüter der Handball-Bundesliga.

Die bisherigen Ergebnisse zeigen allerdings auch, dass die Löwen ihre Qualität in den ersten Wochen der Saison noch nicht konstant abrufen konnten. 

„Das ist die nächste schwierige Aufgabe. Mit den Rhein-Neckar Löwen kommt ein Gegner, der eine unglaublich hohe individuelle Qualität besitzt“, sagt Michael Allendorf. Und weiter: „Wir müssen von Beginn an voll dagegenhalten, dürfen denen nicht das Gefühl geben, dass sie hier mit uns machen können, was sie wollen, sonst wird es ganz gefährlich.“

Die Ticketsituation: Sitzplätze ausverkauft – Stehplätze noch erhältlich

Die Sitzplätze in der Buderus Arena sind für die Partie bereits vollständig vergriffen. Kurzentschlossene haben dennoch die Möglichkeit, am Abend vor dem Feiertag Handball-Bundesliga live in Wetzlar zu erleben. Stehplatzkarten sind noch in ausreichender Zahl verfügbar.

Tickets gibt es online unter tickets.hsg-wetzlar.de. Zudem öffnet die Abendkasse an der Buderus Arena am Freitag um 17:30 Uhr. Anwurf der Begegnung ist um 19 Uhr.

So kann man die Partie sehen

Wer nicht live in der Buderus Arena dabei sein kann, kann die Begegnung beim Streaming-Dienst DAZN verfolgen. Die Übertragung beginnt um 18:45 Uhr, das Spiel steht dort live und auf Abruf zur Verfügung. Kommentiert wird die Partie von Florian Naß. Hier kann man die Übertragung buchen.

Nächstes Spiel

08.10.2026 - 19:00 Uhr
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