HSG Wetzlar leistet sich zu lange Schwächephase
Die HSG Wetzlar muss weiter auf ihren ersten Saisonsieg in der OPEL Handball-Bundesliga warten. Am Donnerstagabend unterlagen die Mittelhessen beim TVB Stuttgart mit 26:31 (14:15). Dabei zeigte die Mannschaft von Trainer Rúnar Sigtryggsson trotz erheblicher personeller Probleme über weite Strecken eine engagierte Leistung und hielt die Begegnung lange offen. Eine schwache Phase im zweiten Durchgang, in der die Grün-Weißen mehr als zehn Minuten ohne eigenen Treffer blieben, brachte die Gäste jedoch entscheidend ins Hintertreffen.
Der Spielverlauf
Die personellen Voraussetzungen waren für die HSG Wetzlar einmal mehr alles andere als optimal. Mit Jona Schoch, Doruk Pehlivan und Kapitän Josip Simic musste Trainer Rúnar Sigtryggsson gleich auf drei verletzte Spieler verzichten. Eine schwere Hypothek für die Mittelhessen, die sich davon zunächst jedoch wenig anmerken ließen.
Von Beginn an entwickelte sich eine ausgeglichene Begegnung, in der die HSG vor allem defensiv einen ordentlichen Auftritt zeigte. Gegen die Stuttgarter, die im Angriff immer wieder auf individuelle Eins-gegen-Eins-Duelle setzten, verteidigten die Grün-Weißen aufmerksam und konsequent. Der Lohn: eine 12:10-Führung nach 24 Minuten.
Allerdings zeigte sich dabei ein Muster, das die HSG bereits in den vergangenen Begegnungen begleitet hatte: Gute Phasen wurden nicht konsequent genug genutzt, um den Vorsprung weiter auszubauen und sich damit ein größeres Polster zu verschaffen. Stattdessen gelang es den Gastgebern, wieder heranzukommen und die Partie zu drehen. So ging es für die Wetzlarer mit einem knappen 14:15-Rückstand in die Kabine.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Begegnung zunächst vollkommen offen. Beide Mannschaften lieferten sich einen engen Schlagabtausch, in dem sich bis zum 20:20 kein Team entscheidend absetzen konnte. Doch anschließend geriet das Angriffsspiel der HSG zunehmend ins Stocken. Die Mittelhessen erspielten sich zwar weiterhin Möglichkeiten, ließen diese jedoch zu häufig ungenutzt. Insbesondere TVB-Schlussmann Mohamed El-Tayar wurde nun immer mehr zum entscheidenden Faktor und vereitelte zahlreiche Wetzlarer Abschlüsse.
Mehr als zehn Minuten lang gelang den Gästen kein eigener Treffer. Eine Schwächephase, die Stuttgart nutzte, um sich auf 24:20 abzusetzen. „Das war wahrscheinlich der Knackpunkt. Von da an sind wir nur noch hinterhergelaufen“, befand Paul Kompenhans, der in der 53. Minute noch einmal auf 23:25 verkürzte. Auch beim 24:26 und beim 25:27 in der 56. Minute betrug der Rückstand lediglich zwei Treffer. Die Hoffnung auf eine späte Wende war damit durchaus noch vorhanden.
In den entscheidenden Momenten gelang es den Mittelhessen allerdings nicht mehr, den Abstand weiter zu verkürzen. Stuttgart behielt die Nerven und sorgte mit dem Treffer von Torben Matzken zum 29:25 in der 58. Minute für die endgültige Entscheidung.
Das sagt Trainer Rúnar Sigtryggsson
„Ich fand, dass wir heute eine sehr gute Abwehr gestellt haben. Sicherlich aus der Not heraus, weil uns mit Josip Simic und Jona Schoch zwei Innenblockspieler gefehlt haben. Unser Angriff war anfangs noch nicht auf der Höhe, aber als wir uns freigespielt hatten, hatten wir die Partie im Griff. Leider haben wir uns dann eine Abschlussschwäche geleistet. Zwölf zu vier Paraden für Stuttgart ist eben auch eine Wahrheit in diesem Spiel. Wir haben bis zum Ende Paroli geboten, aber der Sieg für Stuttgart ist insgesamt verdient.“
Der Ausblick
Für die HSG Wetzlar geht es bereits am kommenden Donnerstag, 15. Oktober, in der Handball-Bundesliga weiter. Um 19 Uhr empfangen die Grün-Weißen den HC Erlangen in der Buderus Arena. Für die Begegnung sind noch Sitz- und Stehplatzkarten erhältlich. Diese gibt es online unter tickets.hsg-wetzlar.de sowie in der Geschäftsstelle der HSG Wetzlar in der Buderus Arena.
Das Stenogramm
Stuttgart: Kornecki, El-Tayar (12 Paraden) – Max Häfner (2), Ahouansou (5), Lien, Heydecke, Sanz, Simone Mengon (2), Schmid, Matzken (4), Zieker (1), Mayer (2), Kai Häfner (9/4), Donker, Nigg (4), Darmoul (2).
Wetzlar: Ravensbergen (4 Paraden), Pantel, Bartucz – Kirschner, Mappes (2), Theiß (5), Overby (1), Piroch (1), Mraz, Akakpo (5), Soler (6/3), Laeso (5), Löwen, Kompenhans (1), Nafea.
Schiedsrichter: Cesnik/Konrad (Gummersbach) – Zuschauer: 4226 – Zeitstrafen: 4:10 Minuten.








