„Ich erwarte Steigerung in allen Bereichen“
Die sportliche Situation ist angespannt, die nächste Aufgabe könnte kaum anspruchsvoller sein: Am Sonntag um 16.30 Uhr gastiert die HSG Wetzlar beim amtierenden Vizemeister Füchse Berlin. Nach neun Spieltagen stehen die Mittelhessen mit 2:16 Punkten am Tabellenende der OPEL Handball-Bundesliga und warten weiterhin auf ihren ersten Saisonsieg. Ausgerechnet in der Hauptstadt, bei einer der individuell am stärksten besetzten Mannschaften in Deutschland, wollen die Grün-Weißen nun eine deutliche Reaktion auf die jüngsten Enttäuschungen zeigen.
Insbesondere die 30:34-Heimniederlage gegen den HC Erlangen am Donnerstag vergangener Woche hat Spuren hinterlassen. Dabei war es weniger das Endergebnis als vielmehr die Art und Weise, wie die HSG Wetzlar insbesondere in der zweiten Halbzeit aufgetreten war. Nach 45 Minuten lagen die Mittelhessen bereits mit 20:29 zurück, ehe zumindest noch Ergebniskosmetik gelang. Eine ernüchternde Vorstellung, die in den vergangenen Tagen intensiv aufgearbeitet wurde.
„Die Schwere der Aufgabe in Berlin ist mir absolut bewusst, trotzdem erwarte ich eine Steigerung in allen Bereichen“, macht HSG-Sportgeschäftsführer Michael Allendorf deutlich. „Wir haben in den vergangenen Tagen viele Dinge mit allen Beteiligten besprochen – mal in Einzelgesprächen, mal in Gruppen. Alle wissen, dass etwas passieren muss und dass wir etwas ändern müssen. Und ich erwarte, dass das erkennbar ist – unabhängig von der Qualität des Gegners und auch unabhängig vom Endergebnis.“
Eine klare Botschaft vor einer Partie, in der die Rollen auf dem Papier eindeutig verteilt sind. Denn auch wenn die Füchse Berlin derzeit selbst eine schwierige Phase durchlaufen, wartet auf die Mannschaft von HSG-Cheftrainer Rúnar Sigtryggsson eine enorme Herausforderung.
Der Hauptstadtclub liegt mit 10:6 Punkten aktuell auf dem achten Tabellenplatz und damit hinter den eigenen hohen Ansprüchen. Zuletzt musste die Mannschaft von Trainer Nicolej Krickau drei Pflichtspielniederlagen in Folge hinnehmen. Auf die knappen Bundesliga-Niederlagen zu Hause gegen den TBV Lemgo Lippe und bei der SG Flensburg-Handewitt folgte unter der Woche ein 35:39 in der Champions League beim ungarischen Spitzenclub Veszprém HC.
Vor allem die fehlende Konstanz macht den Berlinern derzeit zu schaffen. Hinzu kommen personelle Probleme und eine hohe Belastung durch die zahlreichen Spiele auf nationaler und internationaler Ebene. Dennoch dürfte die jüngste Negativserie die Füchse zusätzlich motivieren, vor heimischem Publikum wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren.
Über die außergewöhnliche Qualität des Berliner Kaders gibt es ohnehin keine zwei Meinungen. Allen voran Welthandballer Mathias Gidsel zählt zu den herausragenden Akteuren des internationalen Handballs. Mit bereits 70 Feldtoren führt der dänische Ausnahmespieler die entsprechende Rangliste der OPEL Handball-Bundesliga mit deutlichem Vorsprung an.
„Das ist für uns eine schwere Auswärtsaufgabe bei einer absoluten Spitzenmannschaft. Berlin bringt enorm viel Qualität und Tempo mit“, weiß auch HSG-Cheftrainer Rúnar Sigtryggsson um die Herausforderung. Der Isländer hat klare Vorstellungen davon, was seine Mannschaft am Sonntag besser machen muss: „Für uns gilt es, über 60 Minuten defensiv kompakt zu stehen und im Angriff einen schnelleren Ball als zuletzt zu spielen. Außerdem brauchen wir offensiv mehr Tiefe im Gegensatz zu den vergangenen Partien.“
Personell müssen die Grün-Weißen in Berlin weiterhin auf Jona Schoch verzichten. Auch Doruk Pehlivan steht aufgrund seiner längerfristigen Verletzung nicht zur Verfügung. Dafür gehört Alois Mraz aus der eigenen U23 zum Aufgebot, das sich am Samstagmittag auf den Weg in die Hauptstadt macht.
Angeworfen wird die Partie am Sonntag um 16.30 Uhr. Der Streamingdienst Dyn überträgt das Auswärtsspiel der HSG Wetzlar live und auf Abruf ab 16.15 Uhr.








