Carstens: „Berlin ist das Team mit dem besten Tempospiel der Liga!“
Zwei Spiele in einer Woche, zwei Spiele gegen Spitzenteams der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga. Nach der Niederlage bei den Rhein-Neckar Löwen empfängt die HSG Wetzlar am Freitagabend um 19 Uhr die Füchse Berlin. Die Grün-Weißen erwarten einen ähnlichen Zuschauerzuspruch wie beim Sieg gegen den VfL Gummersbach letzte Woche Montag, bei der über 3700 Fans die Mannschaft unterstützten. „Es sind noch Stehplatzkarten an der Abendkasse erhältlich, Sitzplätze hingegen nur noch wenige“, erklärte HSG-Geschäftsführer Björn Seipp.
Die Füchse Berlin kamen direkt vom EHF European-League-Spiel bei Chambery HB am Mittwoch nach Wetzlar, um sich nach dem 36:31-Sieg zu regenerieren und Reisestress zu ersparen. Denn die Mannschaft von Jaron Siewert hat sich einiges vorgenommen. Nach dem Weiterkommen im Europapokal, soll der nächste Sieg in der Liga her, um in Sachen Meisterschaft im Rennen zu bleiben. Es ist nur die Tordifferenz, die den SC Magdeburg auf Platz 1 der Liga gespült hat und die Berliner punktgleich auf Rang 2 notiert.
„Berlin ist das Team mit dem besten Tempospiel der Liga“, erklärte HSG-Trainer Frank Carstens. „Die Entscheidungsqualität von Mathias Gidsel in diesen Tempospielaktionen, das habe ich so lange nicht gesehen. Ich kenne keinen Spieler, der so viele erfolgsversprechende Möglichkeit auswählt und anspielt, das ist unglaublich.“ Das heißt, dass dem Rückzug eine immense Bedeutung zukommt. Das hat in Mannheim weniger gut geklappt. „Die gedankliche Geschwindigkeit Situationen zu erkennen, wird extrem wichtig sein gegen Berlin.“ Carstens will die Füchse in den Positionsangriff zwingen. Dass die Mannschaft das kann, hat sie in Eisenach gezeigt.
Viel mehr als der Gegner hat Carstens die eigene Angriffsleistung bei den Löwen beschäftigt. 27 Fehlwürde, davon 24 gehaltene Bälle von Mannheims Torhüter Mikael Appelgren waren ausschlaggebend für die 21:26-Niederlage. „Wichtig war deshalb ein Wurftraining reinzuschmeißen, dass jeder sich noch mal ein bisschen Sicherheit in seinen Abschlüssen holt. Immer mit Vorbewegungen, mit einem vorgeschalteten Entscheidungsverhalten. Aber am Ende kommt man auf jeden Fall zu einer hohen Anzahl von Abschlüssen und das ist entscheidend.“
Auch Neuzugang Mathias Pedersen hat die ersten Trainingseinheiten mit der Mannschaft absolviert, um bei einem möglichen Einsatz am Freitag vorbereitet zu sein. „Die Einführung eines weiteren Spielmachers war natürlich Thema. Das heißt, auch er muss natürlich seine Wiederholung bekommen. Zum einen in der Organisation der Verteidigung, aber natürlich auch in der Findung des Timings im Zusammenspiel im Angriff.“ Der Däne ist am Freitagabend spielberechtigt und brennt auf einen Einsatz in seinem neuen Verein.
Carstens geht davon aus, dass sich Pedersen in Wetzlar schnell zurechtfinden wird, zumal der Däne schon mal in Deutschland gespielt hat und die Sprache spricht. Er ist ein torgefährlicher Spielmacher, der auch ein guter Abwehrspieler ist. Carstens erhofft sich so weniger Wechsel und mehr Druck im schnellen Spiel nach vorn. „Wir haben ihm drei ausgewählte Sachen an die Hand gegeben, die er spielen soll. Das sind Standards, die er kennt, die er in seinem alten Club auch gespielt hat und die zu ihm passen.“
Die Wetzlarer Jungs brauchen die Stimmung des Gummersbach-Spiels auch und vor allem gegen solche Spitzenteams wie die Füchse Berlin. „Wir arbeiten daran“, erklärte Carstens. „Wenn wir gut spielen, dann haben wir ja gesehen, welche Energie in der Arena entstehen kann.“









