Personell arg gebeutelte HSG Wetzlar verliert in Berlin
Die HSG Wetzlar muss in der OPEL Handball-Bundesliga weiter auf ihren ersten Saisonsieg warten. Beim Champions-League-Teilnehmer Füchse Berlin unterlagen die Mittelhessen am Sonntagabend mit 30:36 (14:18). Angesichts erheblicher personeller Probleme verkaufte sich das Team über weite Strecken teuer, konnte den favorisierten Gastgebern aber letztlich nicht gefährlich werden. Zu viele technische Fehler und eine zwischenzeitliche Schwächephase nach dem Seitenwechsel verhinderten ein engeres Ergebnis.
Die Voraussetzungen für die schwere Auswärtsaufgabe in der Hauptstadt hätten für die Grün-Weißen kaum ungünstiger sein können. Neben den Langzeitverletzten Jona Schoch (Gehirnerschütterung) und Doruk Pehlivan (Riss des vorderen Syndesmosebandes) mussten kurzfristig auch der am Dienstag in die deutsche Nationalmannschaft berufene Niklas Theiß aufgrund eines Magen-Darm-Infekts sowie Nikolaj Læso wegen eines privaten Notfalls passen. Damit standen lediglich drei etatmäßige Rückraumspieler zur Verfügung: Dominik Mappes, Paul Kompenhans und Tomas Piroch. Ergänzt wurde der Kader durch U23-Akteur Alois Mraz.
Trotz dieser schwierigen Ausgangslage fanden die Wetzlarer ordentlich in die Begegnung. Nach einer frühen 3:2-Führung hielten die Gäste die Partie zunächst offen und blieben bis zum 6:7 auf Tuchfühlung. Erst ein 3:0-Lauf der Füchse sorgte beim 10:6 (17.) für einen deutlicheren Rückstand. Doch die HSG ließ sich zunächst noch nicht abschütteln. Besonders erfreulich: Nachwuchsspieler Alois Mraz steuerte zwei Treffer bei und verkürzte in der 21. Minute auf 10:12. In der Schlussphase des ersten Durchgangs häuften sich allerdings die Fehler im Wetzlarer Angriffsspiel. Berlin nutzte dies konsequent aus und setzte sich bis zur 28. Minute auf 17:12 ab. Beim Stand von 18:14 wurden die Seiten gewechselt.
Auch nach Wiederbeginn bewiesen die Grün-Weißen zunächst Moral. Martí Soler fing als vorgezogener Abwehrspieler einen Pass der Gastgeber ab und vollendete den anschließenden Tempogegenstoß zum 17:20. Doch ausgerechnet in dieser Phase verschärften sich die personellen Probleme nochmals. Dominik Mappes musste nach einer Behandlung auf dem Spielfeld für drei Angriffe aussetzen, wenig später kassierte Tomas Piroch eine Zeitstrafe. So bildeten zwischenzeitlich Kompenhans, Mraz und der etatmäßige Linksaußen Soler den Wetzlarer Rückraum.
Die Füchse nutzten diese Konstellation und zogen innerhalb weniger Minuten auf 23:17 (36.) davon. Bis zur 41. Minute bauten die Berliner ihren Vorsprung auf 27:19 aus und sorgten damit frühzeitig für die Vorentscheidung. Auch in der Folge gelang es den Mittelhessen erst einmal nicht mehr, entscheidend zu verkürzen. Beim 24:33 (53.) betrug der Rückstand zwischenzeitlich sogar neun Treffer. Immerhin kämpften die Gäste bis zum Schluss und konnten das Ergebnis in der Schlussphase noch etwas freundlicher gestalten. Am Ende stand eine 30:36-Niederlage.
Unter dem Strich war es ein couragierter Auftritt der personell stark geschwächten HSG, die sich beim amtierenden Vizemeister und letztjährigen Pokalsieger nach Kräften wehrte. Allerdings leisteten sich die Grün-Weißen erneut zu viele technische Fehler, die zumindest teilweise auch den ungewohnten personellen Konstellationen geschuldet waren. Ein Sonderlob verdiente sich Dominik Mappes, der mit sieben Treffern und fünf Torvorlagen eine starke Vorstellung im Wetzlarer Angriff bot.
Das sagt Wetzlars Trainer Rúnar Sigtryggsson
„Wir sind personell arg geschwächt gewesen. Trotzdem machen wir das im ersten Durchgang weitgehend ordentlich. Was uns gekillt hat, waren die vielen technischen Fehler. 14 oder 15 waren es. Die Füchse haben jeden gnadenlos bestraft.“
Das Stenogramm
Berlin: Ludwig, Palicka (9 Paraden/2 Tore) – Wiede (2), Darj, Prantner (5), Simak (n.e.), Arino (2), Gröndahl (5/5), Gidsel (12), Freihöfer (n.e.), Langhoff (2), Zaepfel (4), West av Teigum (n.e.), Marsenic (2).
Wetzlar: Ravensbergen (5 Paraden), Bartucz (6 Paraden) – Kirschner (6/3), Mappes (7), Simic (2), Overby, Piroch (3), Mraz (2), Akakpo (1), Soler (6/2), Löwen, Kompenhans (2), Nafea (1).
Schiedsrichter: Otto/Piper (Nienburg/Altenholz) – Zuschauer: 8803 – Zeitstrafen: 2:16








