Zum Hauptinhalt springen

„Wir müssen dringend besser Abwehr spielen“

HSG Wetzlar unterliegt zu Hause gegen den VfL Gummersbach mit 33:36 / Erst spät finden die Hausherren defensiv Lösungen

Foto: Jenny Roeczey

Die HSG Wetzlar hat ihr Heimspiel gegen den VfL Gummersbach mit 33:36 (15:20) verloren. Vor 3.545 Zuschauern in der Buderus Arena gerieten die Grün-Weißen zwischenzeitlich deutlich ins Hintertreffen, zeigten in der Schlussphase aber Moral und kämpften sich noch einmal heran. Für eine komplette Wende reichte es am Ende nicht mehr.

Der Spielverlauf

Die HSG Wetzlar musste personell improvisieren. Zwar stand Kapitän Josip Simic erstmals in dieser Saison zur Verfügung, doch Jona Schoch fiel aufgrund einer Gehirnerschütterung aus. Auch Torhüter Laszlo Bartucz musste wegen Rückenproblemen passen. Dadurch rückte der erst 20-jährige Hendrik Pantel aus der U23 als zweiter Torhüter in den Kader. Ebenfalls erstmals im Bundesliga-Aufgebot stand das 20-jährige Eigengewächs Alois Mraz, dessen Vater bereits für die Grün-Weißen aufgelaufen war.

Die HSG erwischte zunächst einen ordentlichen Start in die Partie. Nach fünf Minuten stand es 4:4, beide Mannschaften suchten von Beginn an das hohe Tempo. In der Folge gelang es dem VfL allerdings zunehmend, das Spiel auf seine Seite zu ziehen. Nach 17 Minuten lagen die Gäste bereits mit 14:8 in Front. Vor allem in der Defensive bekam Wetzlar nicht den nötigen Zugriff, während Gummersbach seine Möglichkeiten konsequent nutzte.

Erschwerend kam hinzu, dass Paul Kompenhans nur zu Beginn der Partie mitwirken konnte. Der gesundheitlich angeschlagene Rückraumspieler hatte unter der Woche krankheitsbedingt kaum trainieren können, stellte sich aber dennoch in den Dienst der Mannschaft und war in der Anfangsphase direkt an allen vier HSG-Treffern beteiligt. Danach ließen seine Kräfte zunehmend nach. „Paul Kompenhans lag die ganze Woche flach im Bett, hatte eine Erkältung. Von den ersten vier Toren hat er drei selbst gemacht und eines vorbereitet. Aber dann hat er nur noch schwer Luft bekommen“, erklärte Michael Allendorf nach der Partie, warum der Ex-Hüttenberger nach seinem starken Start nicht mehr eingesetzt werden konnte.

Gummersbach nutzte die Probleme der Gastgeber konsequent aus und führte zur Pause mit 20:15. Dass der Rückstand nicht noch deutlicher ausfiel, lag auch an Hendrik Pantel. Der niederländische Junioren-Nationalkeeper nutzte seine unverhoffte Chance im HSG-Tor, kam nach knapp 15 Minuten in die Partie und parierte bis zur Pause sieben Würfe. „Hendrik hat das sehr gut gemacht. Muss man den Hut vor ihm ziehen“, lobte Allendorf den jungen Torhüter nach dem Spiel.

Auch nach dem Seitenwechsel fanden die Mittelhessen defensiv zunächst keine Lösungen. Gummersbach zog weiter davon und hatte beim 29:20 erstmals neun Tore Vorsprung. Doch die Hausherren gaben sich nicht auf. Die Defensive steigerte sich, die Gastgeber erzwangen Ballverluste und kamen über die erste und zweite Welle zu einfachen Treffern, wobei sich hier der insgesamt zehnfache Torschütze Tristan Kirschner hervortat.

Mit jedem Ballgewinn kehrte auch die Energie in die Buderus Arena zurück. Wetzlar verkürzte den Rückstand Stück für Stück und zwang den VfL noch einmal dazu, um die beiden Punkte zu kämpfen. Elf Minuten vor Schluss hieß es nur noch 26:30.

„Die Jungs haben sich nie aufgegeben. Das ist viel wert. Aber ich finde es einfach schade, dass man sieht – ob das jetzt nachlassende Gummersbacher waren oder unsere steigende Abwehrqualität –, was möglich ist, wenn wir auch wirklich anfangen, Abwehr zu spielen“, sagte Allendorf.

Die Hypothek aus den ersten 45 Minuten war letztlich zu groß. Zwar brachten sich die Grün-Weißen noch einmal in Schlagdistanz, für die komplette Wende reichte es jedoch nicht mehr. „Wir kommen dran, aber nicht genug, um das Spiel etwas zu öffnen. Daran waren wir meistens selbst schuld“, bilanzierte Trainer Rúnar Sigtryggsson, der auch die Chancenverwertung seiner Mannschaft kritisierte. VfL-Schlussmann Bertram Obling kam auf 16 Paraden und entschärfte dabei etliche freie Würfe.

Das größte Problem lag an diesem Abend jedoch über weite Strecken in der Defensive. Entsprechend deutlich fiel auch Allendorfs Fazit aus: „Wenn wir in der Bundesliga Spiele gewinnen wollen, müssen wir dringend besser Abwehr spielen. Da sind jetzt alle gefordert, dass wir das besser machen.“

Der Ausblick

Für die HSG Wetzlar steht nun eine Englische Woche an. Am Mittwoch wartet in der zweiten Pokalrunde die Auswärtsaufgabe beim SC Magdeburg. Am Sonntag (18 Uhr) geht es in der Handball-Bundesliga beim HC Hamburg weiter. Das nächste Heimspiel steigt am Freitag, 2. Oktober, um 19 Uhr gegen die Rhein-Neckar Löwen. Für diese Partie sind nur noch Stehplatzkarten erhältlich.

Das Stenogramm

Wetzlar: Ravensbergen, Pantel – Kirschner (10/3), Mappes (3), Theiß (1), Simic (4), Øverby, Pioroch (2), Mraz (n.e.), Pehlivan (3), Akakpo, Soler (3), Læsø (2), Löwen, Kompenhans (3), Nafea (2).
Gummersbach: Biosca (bei einem Siebenmeter), Obling – Vidarsson (1), Kodrin (2), Vujovic (n.e.), Blohme (3), Dujshebaev (3), Häseler (3), Schluroff (4), Hallbäck, Roganovic (8/2), Horzen (6), Smits (6), Sindrason (n.e.), Zeman.
Schiedsrichter: Schulze/Tönnies (Magdeburg) – Zuschauer: 3545 – Zeitstrafen: 2:4 Minuten.

Letztes Spiel

20.09.2026 - 16:30 Uhr
Buderus Arena Wetzlar

33 : 36

Premium-Sponsoren

Hauptsponsor

Premium-Sponsoren


Co-Sponsoren