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Großer Kampf bleibt unbelohnt: HSG Wetzlar verliert Hessen-Derby knapp

Grün-Weiße unterliegen der MT Melsungen vor 3.892 Zuschauern mit 24:25 (10:13) /Starke Abwehrleistung und leidenschaftliche Aufholjagd reichen nicht zum ersten Saisonsieg

Foto: Oliver Vogler

Die HSG Wetzlar hat im Hessen-Derby der OPEL Handball-Bundesliga eine leidenschaftliche Vorstellung gezeigt, sich am Ende aber nicht belohnen können. Vor 3.892 Zuschauern in der Buderus Arena unterlagen die Grün-Weißen der MT Melsungen denkbar knapp mit 24:25 (10:13). Dabei überzeugte die Mannschaft von Trainer Rúnar Sigtryggsson insbesondere mit einer starken Abwehrleistung und großem Kampfgeist. Doch zu viele vergebene Torchancen verhinderten einen möglichen Punktgewinn. Selbst im letzten Angriff bot sich der HSG noch die Gelegenheit zum Ausgleich. Damit warten die Mittelhessen weiterhin auf ihren ersten Saisonsieg und gehen als Tabellenletzter in die anstehende Länderspielpause.

Der Spielverlauf

Nach einem 0:2-Rückstand fanden die Gastgeber gut in die Begegnung. Drei Treffer in Folge brachten die HSG in Führung, Niklas Theiß traf in der sechsten Minute zum 3:2. Anschließend entwickelte sich ein erster Durchgang mit wechselnden Kräfteverhältnissen. Melsungen setzte sich zunächst auf 7:4 (15.) ab, ehe die Grün-Weißen eindrucksvoll antworteten. Gestützt auf eine aufmerksame Defensive und einen starken Laszlo Bartucz im Tor gelang ein 6:1-Lauf. Der ehemalige Melsunger Martí Soler brachte Wetzlar nach rund 19 Minuten mit 10:8 in Führung.

Doch anschließend folgte die erste entscheidende Schwächephase. Elf Minuten lang gelang der HSG kein Treffer mehr. Immer wieder scheiterten die Gastgeber an MT-Schlussmann Nebojša Simić, am Aluminium oder an der eigenen Ungenauigkeit. Melsungen nutzte dies konsequent und ging mit einer 13:10-Führung in die Halbzeit.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Chancenverwertung zunächst das große Problem der Wetzlarer. Während die Defensive weiterhin überzeugte, ließen die Grün-Weißen im Angriff zu viele Möglichkeiten ungenutzt. So gelang es zunächst nicht, den Rückstand entscheidend zu verkürzen. Beim 16:19 (43.) und beim 20:23 (52.) betrug der Abstand weiterhin drei Tore.

Doch die HSG gab sich nicht geschlagen. Mit großem Einsatz kämpften sich die Gastgeber noch einmal zurück. Josip Simić verkürzte in der 56. Minute auf 22:23, ehe Melsungen mit einem Doppelschlag zum 25:22 antwortete. Die Grün-Weißen steckten dennoch nicht auf und kamen 55 Sekunden vor Schluss auf 24:25 heran. Nach einer Auszeit unterlief den Gästen ein weiterer Fehler, sodass Wetzlar 20 Sekunden vor dem Ende tatsächlich noch einmal die Chance zum Ausgleich bekam. Doch der letzte Wurf von Paul Kompenhans wurde von der Melsunger Defensive entscheidend gestört und trudelte knapp am Tor vorbei.

Die Stimmen zum Spiel

„Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir haben alles gegeben“, sagte HSG-Trainer Rúnar Sigtryggsson nach der Begegnung. „Ich hatte mir gewünscht, dass wir in der zweiten Halbzeit früher näher herankommen. So lagen wir immer drei, vier Tore zurück. Mit der Hilfe von der Halle waren wir dann am Schluss dran, aber das war zu spät.“ Gleichzeitig betonte der Isländer: „Wir müssen in den kommenden Wochen gegen alle Teams so auftreten.“

Auch Wetzlars Geschäftsführer Sport, Michael Allendorf, haderte mit dem Endergebnis, hob aber die kämpferische Leistung hervor. „Auf der einen Seite sind wir wahnsinnig enttäuscht, weil wir in unserer Situation dringend Punkte benötigen. Auf der anderen Seite habe ich einen tollen Fight unserer Mannschaft gesehen. Sie hat sich nicht aufgegeben.“ Als entscheidenden Faktor machte Allendorf die mangelnde Chancenverwertung aus: „In einer Situation, in der wir uns gerade befinden, ist der Kopf nicht völlig frei, was sich bei so manchen Torabschlüssen heute bemerkbar gemacht hat. Die schwache Chancenverwertung hat uns letztlich das Genick gebrochen.“

MT-Trainer Roberto García Parrondo zeigte sich nach dem knappen Erfolg erleichtert: „Das Hessenderby ist immer ein schwieriges Spiel. Es ist immer eine tolle Atmosphäre hier in der Arena. Wir wussten, dass Wetzlar alles geben würde und sie haben es auch getan.“ Angesichts der hohen Belastung der vergangenen Wochen sei seiner Mannschaft etwas die Energie ausgegangen. „Deswegen ist dieser Sieg sehr wichtig.“

Der Ausblick

Die Handball-Bundesliga geht in die Länderspielpause, in der mit Niklas Theiß, Laszlo Bartucz, Bart Ravensbergen und Tomas Piroch vier HSG-Spieler für ihre Nationalmannschaften im Einsatz sind. Für die Grün-Weißen geht es am 14. November bei HBW Balingen-Weilstetten weiter, acht Tage später folgt das Auswärtsspiel beim THW Kiel. Das nächste Heimspiel bestreitet die HSG Wetzlar am Freitag, 27. November, um 20 Uhr gegen FRISCH AUF! Göppingen. Zum Black Friday gibt es eine besondere Ticketaktion: Bis zum 15. November sind Stehplatzkarten für nur 10 Euro erhältlich – online unter tickets.hsg-wetzlar.de und in der Geschäftsstelle in der Buderus Arena (Mo.–Fr., 9–17 Uhr).

Das Stenogramm

Wetzlar: Ravensbergen (ab 46./1 Tor/3 Paraden), Bartucz (8 Paraden) – Kirschner (4/2), Mappes (2), Theiß (2), Simic (4), Øverby, Piroch (2), Akakpo (1), Soler (3/1), Læsø, Löwen (n.e.), Kompenhans (3), Nafea (2).
Melsungen:  Simic (12 Paraden), Palasics (n.e.) – Marchan, Balenciaga (2), Ignatow (n.e.), Stehl, Golla (5), Drosten (6/6), Stefansson (5), Dujshebaev, Forsell Schfvert, Sigrist (1), Rivera (2), Mensing (3), Eickhoff (n.e.).
Schiedsrichter: Kern/Kuschel (Bellheim/Kandel) – Zuschauer: 3896 – Zeitstrafen: 4:10 Minuten.

Letztes Spiel

01.11.2026 - 15:00 Uhr
Buderus Arena Wetzlar

24 : 25
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