Ersatzgeschwächte Wetzlarer Jungs verlieren Finale in Altensteig knapp!
Beide Vertreter der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga legten vor 350 Zuschauern sofort stark los, es war kein Abtasten angesagt, sodass Magnus Fredriksen nach wenigen Sekunden direkt zur ersten Führung der Grün-Weißen traf. Auch im zweiten Angriff fand er mit einem Pass an Emil Mellegard die richtige Lösung. Sein schwedischer Landsmann Augustinsson hatte etwas dagegen und traf zweifach für Blau-Weiß.
In der Partie mussten die Wetzlarer Jungs kurzfristig auf Philip Henningsson und Felix Danner verzichten, den leichte Rückenprobleme plagten. Seine Rolle im Mittelblock übernahmen Lenny Rubin und Adam Nyfjäll. Das Finalduell mit dem TVB Stuttgart bedeutete gleichzeitig auch das Wiedersehen mit dem Ex-Wetzlarer Viggo Kristjansson. Dieser traf in der siebten Minute zur ersten 3:2-Führung der Blau-Weißen. Das Zusammenspiel, das in den Tagen zuvor hervorragend geklappt hat, funktionierte an diesem Sonntagnachmittag noch nicht, sodass überhastet abgeschlossen wurde und Stuttgart mit 6:3 in Führung gehen konnte. Till Klimpke zeigte noch einige Paraden und verhinderte so einen höheren Rückstand. Daraufhin bat Ben Matschke seine Schützlinge zusammen und Adam Nyfjäll verkürzte zum 6:7. Der Kampfgeist stimmte bei den Grün-Weißen, sie standen eng beieinander und kommunizierten viel. Vorne fehlte in einigen Momenten die letzte Konzentration im Abschluss und so kam eins zum anderen und die Schwaben trafen durch Dominik Weiß zum 12:9.
Der Unruheherd der Stuttgarter blieb Viggo Kristjansson, der sowohl im Rückraum die Fäden zog und insgesamt sechs Tore erzielte. Die Blau-Weißen erwischten vor der Pause die bessere Phase und zogen zum 13:17 davon. Dabei mussten Lenny Rubin und Magnus Fredriksen beide angeschlagen auf der Bank Platz nehmen. Der frisch angereiste Ole Klimpke übernahm im linken Rückraum und traf direkt zum 14:17-Anschluss (28. Minute). Unmittelbar vor der Halbzeitsirene sprang Adam Lönn hoch und stellte die 18:15-Führung für die Schwaben her.
Die Schwaben zeigten einen Turbostart im zweiten Durchgang und gingen zügig mit 22:16 in Führung . Die Wetzlarer mühten sich, kämpften, scheiterten aber oft an sich selbst oder dem Stuttgarter Torhüter Tobias Thulin. Mit drei schnellen Toren der Linksaußen Emil Mellegard und Maximilian Holst verhinderten die Grün-Weißen einen höheren Rückstand. Die Ausfälle der Mittelhessen waren vor allem in der Abwehr immer wieder zu spüren, sodass die Stuttgarter Abstimmungsfehler gnadenlos ausnutzten. Den fehlenden Stammkräften zu Folge, musste Ben Matschke auch im Angriff ordentlich durchwechseln, sodass im Rückraum teilweise Ole Klimpke, Stefan Cavor und Ivan Srsen aufliefen, die so zuvor noch nie zusammengespielt hatten.
Weil die Stuttgarter Pech im Abschluss hatten und mehrfach an Anadin Suljakovic scheiterten, robbten sich die Wetzlarer heran. Ole Klimpke war es dann, der in der 52. Minute zum 25:27 verkürzte und Stuttgart zur Auszeit zwang. Fünf Minuten vor Schluss wurde es dann richtig spannend, unter Zeitnot und dem drohenden Zeitspiel traf Emil Mellegard aus dem Rückraum zum 27:28-Anschluss und Anadin Suljakovic hielt den nächsten Angriff der Schwaben. Die Wetzlarer Jungs spielten zwar einen Angriff schön heraus, konnten ihn aber nicht im Tor unterbringen und hatten nach der nächsten Suljakovic Parade die Chance auf den Ausgleich, die Linkshänder Stefan Cavor nutzte (58.). Der TVB Stuttgart agierte dann in den letzten Minuten abgezockter und ließ sich den Sieg nicht nehmen. Letztlich traf Jerome Müller zum vielumjubelten 30:28 für Blau-Weiß. Am Ende des Abends wurde dann Magnus Fredriksen noch zum Spieler des Turniers gewählt. Die Wetzlarer Jungs werden jetzt regenerieren, bevor sie ab Donnerstag beim heimischen Linden-Cup antreten werden.
Stenogram: T. Klimpke, Suljakovic; Srsen (2), Nyfjäll (1), O. Klimpke (3), Mirkulovski (1), Weissgerber (2), Holst (3/2), Fredriksen (4), Gempp (1), Mellegard (6), Rubin (1), Novak (1), Cavor (3)









