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Dramatisches Remis im Kellerduell

HSG Wetzlar verdaut im Heimspiel gegen den SC DHfK Leipzig einige Rückschläge und erkämpft sich vor 4330 Zuschauern ein 26:26-Remis. 

Bild: Oliver Vogler

Es war der erwartete Kampf. Das erwartete enge Spiel. Kein Handball-Leckerbissen. Dafür aber viel Dramatik und Spannung bis zur letzten Sekunde. Im Bundesliga-Abstiegskampf trennte sich die HSG Wetzlar am Freitagabend vor 4330 Zuschauern in der fast ausverkauften Buderus Arena vom SC DHfK Leipzig mit 26:26 (16:17). Weder das momentane Schlusslicht von der Lahn, noch der punktgleiche Tabellenvorletzte aus Sachsen wussten nach der Partie so recht, was sie mit dem einen Zähler anfangen sollen. 

Der Spielverlauf

Die Leipziger fanden besser ins Spiel und lagen früh mit 3:1 vorne, doch die Gastgeber kämpften sich in die Begegnung hinein und erarbeiteten sich beim 10:9 durch Tristan Kirschner erstmals nach dem 1:0 wieder eine Führung (13.). Als der nach einer Viertelstunde eingewechselte Philipp Ahouansou nach exakt 19 Minuten mit seinem ersten Wurf das 13:13 erzielte und die Leipziger in ihrem folgenden Angriff den Ball verloren, kam es im Anschluss zu einer Schlüsselszene der Partie. Denn den langen Pass auf Ahouansou fing Blaer Hinriksson ab. Der Wetzlarer Rückraumspieler sah den Isländer nicht und erwischte seinen Gegner beim Versuch, den Ball zu fangen, im Gesicht. Die Schiedsrichter Leonard Bona und Malte Frank schauten sich die Szene im Videobeweis lange an und entschieden dann auf rote Karte für Ahouansou. Auch wenn definitiv keine Absicht vorlag, wertete das Duo die Aktion als gesundheitsgefährdend.  Der beste HSG-Torschütze in dieser Saison musste früh das Feld verlassen – eine große Hypothek für die Gastgeber, die wenig später mit 14:17 ins Hintertreffen gerieten (27.), sich bis zur Pause aber auf einen Treffer herankämpften. „Wir hätten in der Halbzeit höher führen müssen“, ärgerte sich Leipzigs Trainer Frank Carstens nach Spielschluss. 

Der 54-Jährige hatte im zweiten Durchgang häufig die berechtigte Hoffnung, dass seine Mannschaft das Feld als Sieger verlässt. Beim 22:19 (43.) lagen die Sachsen wieder mit drei Treffern vorne. Doch die Wetzlarer stemmten sich gegen die drohende Niederlage. „Natürlich ist es am Ende nur ein Punkt, aber ich beglückwünsche unsere Mannschaft zu diesem Kampf. Wir haben zusammengearbeitet und uns gemeinsam gewehrt. Das hat jeder Zuschauer in der Halle gespürt. Darauf müssen wir aufbauen“, sagte Michael Allendorf, der neue Geschäftsführer Sport der Wetzlarer. In der Tat: Die Abwehr kämpfte um jeden Zentimeter und ließ über elf Minuten lang nur einen Gegentreffer zu. Beim 23:23 erzielte Ahmed Nafea, mit sechs Treffern der beste Torschütze der HSG, den viel umjubelten Ausgleich. Als sich Filip Vistorop wenig später durchtankte und zum 24:23 erfolgreich war, kochte die Arena. Nicht aber, weil die Hausherren endlich wieder in Führung gingen, sondern, weil die Unparteiischen auf Stürmerfoul entschieden. Statt vorzulegen, liefen die Mittelhessen weiter hinterher. Auch deswegen, weil die Domstädter auch in der Schlussphase noch zu viele Chancen liegenließen. Leipzigs Torwart Domenico Ebner wehrte insgesamt 47 Prozent der Würfe ab und kam auf 16 Paraden – ein überragender Wert. Seine Vorderleute trafen zum 24:23 (55.), 25:24 (58.) und 26:25 (59.), doch zweimal Stefan Cavor und exakt 45 Sekunden vor Ende Filip Vistorop erzielten jeweils den Ausgleich. Als dann Cavor den letzten Wurf der Leipziger blockte, stand das Remis fest. Ein Remis, über das sich niemand so richtig freuen konnte. Doch Michael Allendorf hielt nach den ersten 60 Heimminuten in neuer Funktion fest: „Alle in der Arena haben gesehen, dass wir gemeinsam ein Ziel haben und dafür alles investieren. Das war heute wichtig und das muss der Weg sein.“     

Das sagt Trainer Rúnar Sigtryggsson

„Unsere Abwehr hat heute sehr gut gekämpft. Leider ist uns durch die rote Karte für Philipp in der Defensive die Option mit der 5:1-Variante genommen worden. Denn hatte in den wenigen Minuten, in denen wir sie eingesetzt hatte, gut funktioniert. Aber die Deckung war nicht unser Problem. Wir hatten mehr Probleme im Angriff. Leider haben wir wieder zu viele Chancen vergeben. Es war echter Abstiegskampf, den wir aber angenommen hatten. Das war sehr positiv. Man weiß nie, wofür der Punkt am Ende noch gut sein kann.“

Der Ausblick

Für die HSG Wetzlar geht es am kommenden Freitag mit einer schwierigen Auswärtsaufgabe weiter. Die Mittelhessen treten bei der SG Flensburg-Handewitt an. Das nächste Heimspiel findet am Sonntag, 8. März 2026 (16.30 Uhr) gegen die MT Melsungen statt. Für das Hessenderby gibt es noch zahlreiche Stehplatzkarten. Diese sind online unter diesem Link oder auf der HSG-Geschäftsstelle in der Buderus Arena erhältlich.

Das Stenogramm

Wetzlar: Suljakovic (n.e.), Palicka (11 Paraden), Hendawy (n.e.) – Vistorop (2), Kirschner (4/1), Mappes (3), Theiß, Simic (2), Ahouansou (1), Akakpo, Schoch (1), Müller, Spandau (2), Löwen, Cavor (5), Nafea (6).
Leipzig: Ebner (ab 11./16 Paraden), Mrkva (2 Paraden) – Piroch, Krzikalla (5/1), Binder (2), Mamic, Khairi, Peter (2), Bogojevic (5), Preuss (1), Gauer (n.e.), Semper (6), Hinriksson, Bombac (5), Hertzfeld, Koschek.  
Schiedsrichter: Bona/Frank (Remscheid/Radevormwald) – Zuschauer: 4330 – Zeitstrafen: 4:8 Minuten – Disqualifikation: Ahouansou (Wetzlar) wegen Foulspiels (20.).

 

 

Nächstes Spiel

28.03.2026 - 18:00 Uhr
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