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Grün-Weiße Helden: Franziska Schneider im Porträt

Sie sind die Seelen eines Klubs. Die freiwilligen Helfer. Ohne die so manches schwieriger wäre. Weil sie zuverlässig sind. Und weil sie ihren Job mit so viel Herzblut ausfüllen. Auch bei der HSG Wetzlar gibt es noch freiwillige Helfer. Sie sind die grün-weißen Helden. Gemeinsam mit unserem Partner, der Bauunternehmung Albert Weil aus Limburg, wollen wir sie, die häufig nicht im Rampenlicht stehen, vorstellen. Teil 2 über Franziska Schneider.

Mitten zwischen den Einlaufkindern: Franziska Schneider hilft seit vielen Jahren bei Heimspielen der HSG Wetzlar freiwillig mit.

Manchmal wundert sich Franziska Schneider über sich selbst. Dann nämlich, wenn um sie herum die Einlaufkinder aufgeregt herumtoben und vor Vorfreude einfach viel zu laut sind. Genau dann „bin ich schon überrascht, dass ich diese Ruhe habe“. Eine Ruhe, die natürlich viel mit Erfahrung zu tun hat. Denn um die Einlaufkinder kümmert sich die 30-Jährige bei der HSG Wetzlar schon viele Jahre lang. 

Wann sie genau angefangen hat, weiß sie gar nicht mehr. Was sie aber weiß, ist, dass sie das grün-weiße Fieber spätestens im Juni 2007 gepackt hatte. Als die HSG damals auf dramatische Art und Weise durch einen 30:29-Heimsieg gegen den SC Magdeburg am letzten Spieltag den Klassenerhalt gefeiert hatte, „machte es klick“, wie sich Franzi erinnert. Ihre Eltern Gaby und Stefan, beide ebenfalls schon seit Jahren im „HSG-Fanclub Grün-Weiss“ aktiv, hatten sie mit in die Arena am Lahnufer genommen. So wie vorher auch schon mal. Aber dieses Spiel mit all der Dramatik und dem Happy End war schließlich der Schlüsselmoment. 

Irgendwann in den Monaten danach sprach sie Hans-Ulrich Moser an. Der langjährige, aber leider viel zu früh verstorbene Fanclub-Vorsitzende, suchte weitere freiwillige Helfer. Zum einen für das Abbauteam nach den Spielen, zum anderen explizit für die Betreuung der Einlaufkinder. Franziska sagte zu und ist seitdem fester Bestandteil der HSG-Familie. Zuverlässig und engagiert sorgt sie dafür, dass mit den Einlaufkindern am Spieltag alles rund läuft, selbst wenn es mal hektisch wird. „Ich mag es, wenn alles gut klappt“, sagt sie. Wenn mal etwas nicht nach Plan funktioniert, löst sie es souverän. So etwa, als einmal zwei Gruppen Einlaufkinder gleichzeitig eingeteilt waren und zum Spiel kamen. Auch bei den Länderspielen, die besonders stressig sind, weil die Abläufe strenger organisiert werden, hat sie immer irgendwie die Kurve gekriegt. 

Der Ablauf an einem Spieltag ist nahezu immer gleich: Eine Stunde vor dem Anpfiff holt Franziska, die als Steuerfachangestellte bei Haas & Haas in Gießen arbeitet, die Einlaufkinder am Rolltor ab und führt sie in die Umkleidekabine, wo sie die T-Shirts verteilt und alles erklärt. Dann geht es in Block G, um den Kindern zu zeigen, wo sie während der Partie ihren Platz haben. 15 Minuten vor dem Anpfiff treffen sich alle wieder in der Kabine, um den großen Moment vorzubereiten – den Einlauf an der Seite der Handballprofis.

Franzi hat vor der Partie keine Zeit, die Stimmung zu genießen, sondern muss darauf achten, dass alles läuft. Erst dann, wenn die Kinder ihren Job erledigt und auf der Tribüne Platz genommen haben, kann sie die Atmosphäre in der Buderus Arena aufsaugen. Denn die begeistert sie nach all den Jahren noch immer. Natürlich nicht bei jedem Spiel, aber bei denen, die besonders emotional und ereignisreich sind. „Das ist immer wieder aufs Neue ein cooles Erlebnis“, findet die 30-Jährige, die ihre Leidenschaft für die HSG Wetzlar auch auf ihren Freund übertragen hat. Seit 2017 ist sie mit Fabian Parke liiert. Natürlich musste er, der aus dem Rhein-Sieg-Kreis stammt, schon gleich zu Beginn der Beziehung mit zum Handball gehen. Seitdem ist auch er mit dem grün-weißen Virus infiziert und bei den Heimspielen fast immer dabei. 

Die beiden leben seit zwei Jahren in Hof auf dem Westerwald. Der Weg nach Wetzlar ist also etwas länger geworden. Die Leidenschaft für die HSG ist aber geblieben. Wie auch die für Norwegen. Franzi hat ein großes Herz für das skandinavische Land. Im Skisport drückt sie den Nordlichtern die Daumen, gerne auch im Handball. Deswegen gibt es diesen einen Moment, der ihr in all den Jahren bei der HSG Wetzlar dann doch in besonderer Erinnerung geblieben ist. Als ihr nämlich Rechtsaußen Kristjan Björnsen ein Original-Trikot der norwegischen Nationalmannschaft geschenkt hatte.  Das Shirt hält sie natürlich in Ehren – auch wenn Björnsen längst weitergezogen und sie immer noch bei der HSG Wetzlar ist. Und auch bleiben will. „Ich mache es einfach total gerne.“

Letztes Spiel

07.09.2026 - 19:00 Uhr
Buderus Arena Wetzlar

31 : 31

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