HSG Wetzlar beendet Vorbereitung mit Sieg und Platz drei
Mit einem Erfolgserlebnis hat die HSG Wetzlar ihre Vorbereitung auf die neue Saison abgeschlossen. Im kleinen Finale des sehr gut besetzten „Tournoi des Alpes“ setzte sich der mittelhessische Handball-Bundesligist am Samstagnachmittag mit 28:27 (17:13) gegen den französischen Erstligisten Chartres HB durch und sicherte sich damit den dritten Platz. Besonders erfreulich: In einer umkämpften Schlussphase behielten die Grün-Weißen die Nerven und brachten den knappen Vorsprung über die Zeit.
Nach der denkbar knappen Ein-Tore-Niederlage gegen Gastgeber Chambéry HB am Freitagabend zeigte die Mannschaft von Trainer Rúnar Sigtryggsson damit nur einen Tag später die passende Reaktion. Und das unter anspruchsvollen Voraussetzungen: Im dritten Spiel innerhalb von nur vier Tagen musste Wetzlar nicht nur weiterhin auf Martí Soler (Kniebeschwerden) und Georg Löwen (Doppelspielrecht TV Hüttenberg) verzichten, sondern auch auf den an der Schulter lädierten Dominik Mappes.
Sigtryggsson nutzte die Partie deshalb auch, um die Belastung innerhalb seines Kaders zu verteilen und verschiedene Konstellationen auszuprobieren. So begann Niklas Theiß auf der Spielmacherposition – und die HSG erwischte einen starken Start. Schnell erspielten sich die Mittelhessen eine 5:2-Führung und zeigten dabei, dass sie trotz der hohen Belastung der vergangenen Tage sofort präsent waren.
Chartres hielt dagegen und sorgte dafür, dass sich eine intensive Partie entwickelte. Zwischenzeitlich gingen die Franzosen beim 8:7 sogar in Führung. Wetzlar ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und übernahm anschließend wieder die Kontrolle. „Wir waren die bessere Mannschaft. Aber wir haben es nicht immer auf dem Feld umgesetzt“, analysierte Sigtryggsson. Gerade mit Blick auf die zahlreichen personellen und taktischen Variationen bot die Begegnung dem Trainerteam noch einmal wertvolle Erkenntnisse vor dem Pflichtspielstart.
In der Schlussphase der ersten Halbzeit setzte dann insbesondere Bart Ravensbergen ein Ausrufezeichen. Der HSG-Keeper parierte gleich fünf Würfe in Folge und gab seiner Mannschaft damit den entscheidenden Impuls. Wetzlar nutzte die starke Phase, setzte sich wieder ab und ging mit einer verdienten 17:13-Führung in die Kabine. Bei konsequenterer Chancenverwertung wäre sogar ein noch deutlicherer Vorsprung möglich gewesen.
Auch nach dem Seitenwechsel behaupteten die Grün-Weißen ihre Führung. Trotz der hohen körperlichen Belastung der Turniertage behauptete sich die HSG Wetzlar und setzte sich bis zur 45. Minute auf 24:19 ab. Einen starken Auftritt zeigte dabei Jona Schoch, der von Rückraum links in der zweiten Hälfte vier Treffer beisteuerte.
In der Schlussphase wurde es noch einmal spannend. Chartres kämpfte sich zurück und verkürzte in der 52. Minute auf 24:25. Doch die HSG fand auch darauf die richtige Antwort, setzte sich in Überzahl auf 28:25 ab und bewies schließlich in einer engen Endphase die nötige Widerstandsfähigkeit. Zwar kamen die Franzosen noch einmal heran, den Sieg ließ sich Wetzlar aber nicht mehr nehmen.
Damit beendeten die Mittelhessen ein intensives Turnierwochenende mit einem Erfolg und sammelten zugleich eine wichtige positive Erfahrung für die kommenden Aufgaben. Gerade die gewonnene Schlussphase wertete Sigtryggsson als gutes Signal: „Den Sieg nehmen wir natürlich gerne mit. Und auch, dass wir zum ersten Mal seit langem eine Crunchtime gewonnen haben.“
Nun richtet sich der Fokus für die Grün-Weißen vollständig auf den Pflichtspielauftakt: Am kommenden Sonntag (17 Uhr) wartet in der ersten Runde des DHB-Pokals Zweitligist Eulen Ludwigshafen. Einen Tag zuvor (Samstag, 22. August) steht ein schöner Termin im Kalender. Ab 10 Uhr feiert die HSG Wetzlar gemeinsam mit der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen die Saisoneröffnung auf dem Gießener Schiffenberg, zu der jeder bei freiem Eintritt herzlich Willkommen ist.
Wetzlar: Ravensbergen, Bartucz (ab 53. und bei einem Siebenmeter) – Kirschner (3/1), Mappes (n.e.), Theiß (2), Simic (3), Overby (2), Piroch (2), Pehlivan (1), Akakpo, Schoch (4), Laeso (3), Kompenhans (4), Nafea (4).









