HSG Wetzlar benötigt Steigerung im Angriff
Momir Ilic kennt die Hallen der Handball-Bundesliga eigentlich fast alle. Als Trainer der HSG Wetzlar ist er zwar erst seit Mai im Amt, doch als Spieler war er ja von 2006 bis 2013 schon sieben Jahre lang im deutschen Oberhaus aktiv. Doch in dieser Zeit spielte der ThSV Eisenach ausschließlich in der 2. Liga. „Ich war“, so bemerkt Ilic, „noch nie in Eisenach“, schiebt jedoch direkt hinterher: „Ich habe schon viel über die Atmosphäre in der Halle dort gehört und muss sagen, dass ich mich darauf freue.“ Am Samstagabend feiert der 43-Jährige also seine Premiere in der Werner-Aßmann-Halle. Um 19 Uhr tritt er mit den Grün-Weißen bei den Thüringern an.
Die aktuelle Lage
Die Enttäuschung nach der 21:26-Heimniederlage am Sonntag gegen den TBV Lemgo Lippe war bei den Wetzlarern deutlich zu spüren. Dabei ging es gar nicht nur um die Niederlage an sich, sondern auch darum, dass das Team offensiv nur selten in der Partie an sein Leistungsvermögen herankam und somit den abgezockten Lemgoern unterlegen war. „Wir müssen unseren Angriff wieder verbessern“, weiß Ilic. „Wir müssen unsere Mentalität und defensive Stabilität beibehalten“, ergänzt Jasmin Camdzic, der Sportliche Leiter der Mittelhessen. Denn „unsere Abwehr ist stabil“, wie der Chefcoach zufrieden betont.
Die Eisenacher sind mit einem souveränen Heimsieg gegen Leipzig (31:27) in die Saison gestartet, kassierten dann aber drei Niederlagen. Eine davon beim SC Magdeburg (28:34), danach zu Hause gegen die MT Melsungen (27:29) und zuletzt mit 28:31 bei den Rhein-Neckar-Löwen. Ergebnisse, die zeigen, dass der ThSV trotz der Pleiten in allen Partien eine gute Rolle spielte und der gewaltige Umbruch mit alleine fünf neuen Rückraumakteuren gut gelungen ist. Von einem „unangenehmen Gegner“ und einer „schwierigen Aufgabe“ spricht deswegen auch Jasmin Camdzic. Denn all das Unorthodoxe, das den ThSV in den beiden vergangenen Jahren ausgezeichnet und bei Gegnern so gefürchtet hatte, haben sie auch unter dem neuen Trainer Sebastian Hinze (kam für den zum TVB Stuttgart abgewanderten Misha Kaufmann) beibehalten. Plötzliche Abwehrumstellungen von einer 6:0-Formation in eine offensive 3:3-Formatioen haben die Thüringer also weiterhin genauso in petto wie im Angriff die Variante mit vier Rückraumspielern. Und neben all der Qualität und taktischen Variabilität besticht der letztjährige Tabellenelfte vor allem durch seine Mentalität.
Die personelle Situation der HSG Wetzlar
Nikola Grahovac, der wegen eines Pferdekusses im Oberschenkel gegen Lemgo ganz schön auf die Zähne beißen musste, fühlt sich von Tag zu Tag besser. Auch Dominik Mappes macht Fortschritte. Ob er am Samstag auf dem Feld stehen kann, ist aber noch ungewiss.
Das sagt Wetzlars Trainer Momir Ilic
„Eisenach agiert vor allem zu Hause sehr aggressiv. Da ist es auf der einen Seite wichtig, dass wir die Geduld bewahren, auf der anderen Seite müssen wir auch aggressiv antworten. Unsere Abwehr ist derzeit stabil. Das müssen wir wieder besser nutzen, um über den Gegenstoß oder die zweite Welle zu einfachen Toren zu kommen. Als die Mannschaft zum ersten Training nach der Niederlage gegen Lemgo zusammenkam, hat sie sehr positiv auf mich gewirkt. Das stimmt mich zuversichtlich. Wir brauchen diese positive Energie am Samstag gegen einen Gegner, der wirklich gut Handball spielt.“
So kann man die Partie sehen
Der Streamingdienst Dyn überträgt am Samstag ab 18.45 Uhr aus der Werner-Aßmann-Halle. Kommentiert wird die Begegnung von Markus Herwig. Hier kann man die Übertragung buchen.










