HSG Wetzlar kämpft, doch die Hypothek ist zu groß
Eine zu lange offensive Schwächephase im ersten Durchgang hat der HSG Wetzlar am Donnerstagabend beim TBV Lemgo Lippe das Genick gebrochen. Nach einem deutlichen 9:16-Pausenrückstand kämpften sich die Mittelhessen in der zweiten Hälfte zwar noch einmal heran, konnten ihren Gegner aber nicht mehr ernsthaft in Gefahr bringen. So stand am Ende eine 27:31-Niederlage zu Buche – die zweite im zweiten Spiel der noch jungen Saison in der OPEL Handball-Bundesliga.
Der Spielverlauf
Personell begann die Partie für die Grün-Weißen mit mehreren schlechten Nachrichten. Dass Kapitän Josip Simic aufgrund seines Muskelfaserrisses fehlen würde, stand bereits im Vorfeld fest. Doch auch Spielmacher Dominik Mappes musste wegen seiner am Sonntag erlittenen Rückenprellung passen. Und keine zwei Minuten waren gespielt, als Jona Schoch einen Cut oberhalb des rechten Auges erlitt und genäht werden musste. Der Routinier kehrte allerdings wenig später auf das Feld zurück.
Trotz allem erwischte die HSG einen guten Start und führte früh mit 3:1 (4.). Doch in der Folge schlichen sich zu viele Fehler ins Angriffsspiel ein, die der TBV konsequent bestrafte und nach knapp einer Viertelstunde mit 7:4 vorne lag.
Kurzzeitig stabilisierten sich die Gäste offensiv wieder und hatten sogar die Chance, auf 7:8 zu verkürzen. Doch dann folgten ganz bittere Minuten. Viel zu leicht und vor allem viel zu schnell gaben die Wetzlarer im Angriff die Bälle her und ermöglichten Lemgo damit zahlreiche einfache Treffer aus der ersten oder zweiten Welle. Die Positionsabwehr, beim 33:35 am Sonntag zu Hause gegen Bietigheim noch das Sorgenkind, präsentierte sich deutlich verbessert. Gegen die vielen Tempogegenstöße half das allerdings wenig. Nach 24 Minuten lagen die Lahnstädter bereits mit 7:14 zurück, zur Pause stand es 9:16.
Nach Wiederbeginn setzte sich der Negativtrend zunächst fort. Der letztjährige Tabellenfünfte, der so eingespielt ist wie kaum ein anderes Team der Bundesliga, zog bis auf 21:12 (36.) davon. Die Frage nach dem Sieger schien zu diesem Zeitpunkt bereits so gut wie beantwortet.
Doch die HSG gab sich nicht auf und wehrte sich erfolgreich gegen eine noch deutlichere Niederlage. Im Angriff sammelte vor allem Paul Kompenhans im zweiten Durchgang wertvolles Selbstvertrauen. Der junge Mittelmann verkürzte zunächst auf 18:23 (45.) und traf in der 51. Minute zum 22:26.
Als dann Nikolaj Laeso, mit sieben Treffern bester Wetzlarer Werfer an diesem Abend, fünf Minuten vor Schluss sogar das 25:28 erzielte, keimte bei den Mittelhessen noch einmal ein wenig Hoffnung auf. Doch die Hypothek aus der ersten Hälfte war schlicht zu groß – und das Team aus dem Lipperland zu abgeklärt. Ein Doppelschlag von Hendrik Wagner und Samuel Zehnder zum 30:25 beendete die letzten Hoffnungen der Gäste, die sich schließlich mit 27:31 geschlagen geben mussten.
Das sagt Trainer Rúnar Sigtryggsson
„Lemgo hatte das Spiel sicherlich im ersten Durchgang schon fast entschieden. Ich war mit unserer Abwehr in den ersten zehn Minuten sehr zufrieden, leider sind wir durch technische Fehler oder Fehlwürfe arg in die Bredouille gekommen. Der TBV hatte dadurch das Spiel dominiert. Im zweiten Durchgang haben wir das besser gemacht, sind aktiver geworden und haben es ausgenutzt, dass Lemgo alles etwas ruhiger hat angehen lassen. Und so hatten wir sechs Minuten vor Schluss bei drei Toren Rückstand schon das Gefühl, dass doch noch etwas möglich sein könnte, aber der Rückstand und auch die Qualität von Lemgo waren zu groß.“
Der Ausblick
Schon am Montag geht es für die HSG Wetzlar weiter. Um 19 Uhr empfangen die Grün-Weißen den ThSV Eisenach in der heimischen Buderus Arena. Für die Partie sind noch Sitz- und Stehplatzkarten erhältlich – online unter tickets.hsg-wetzlar.de sowie auf der Geschäftsstelle der HSG Wetzlar in der Buderus Arena.
Das Stenogramm
Lemgo Lippe: Möstl, Ebner (ab 31.) – Hutecek (3), Theilinger (4), Zehnder (4/2), O´Sullivan, Wanner (4), Carstensen, Nyfjäll, Suton (8), Willecke (4), Versteijnen (1), Valkovskis (1), Wagner (2).
Wetzlar: Ravensbergen (ab 25.bis 57.), Bartucz – Kirschner (1), Theiß (6), Overby, Piroch, Pehlivan (1), Akakpo (1), Schoch (1), Soler (2), Laeso (7), Löwen (1), Kompenhans (5), Nafea.
Schiedsrichter: Gimmler/Rips (Magdeburg/Stendal) – Zuschauer: 4.174 – Zeitstrafen: 4:2 Minuten.









