HSG Wetzlar mit erster Auswärtsaufgabe in Lemgo
Nach dem ernüchternden Start in die neue Saison der OPEL Handball-Bundesliga wartet auf die HSG Wetzlar bereits die nächste anspruchsvolle Aufgabe. Am Donnerstagabend sind die Grün-Weißen beim TBV Lemgo Lippe zu Gast. Anwurf in der Phoenix Contact Arena ist um 19 Uhr. Nach der 33:35-Heimniederlage gegen Aufsteiger SG BBM Bietigheim will die Mannschaft von Trainer Rúnar Sigtryggsson eine Reaktion zeigen.
Die aktuelle Lage der HSG Wetzlar
So hatten sich die Grün-Weißen den Start in die neue Spielzeit nicht vorgestellt. Die 33:35-Heimniederlage gegen Aufsteiger Bietigheim war ernüchternd – vor allem, weil für die HSG in dieser Partie durchaus mehr möglich gewesen wäre. Doch 35 Gegentore in der eigenen Arena waren am Ende schlicht zu viel.
„Wir haben das Spiel am Sonntag natürlich gründlich aufgearbeitet. Ganz grundsätzlich ist es nach wie vor enttäuschend, dass wir diese Partie verloren haben. Wir hatten genügend Gelegenheiten, das Spiel zu drehen. Wir haben aber die Momente schlicht verpasst und in wichtigen Situationen falsche Entscheidungen getroffen“, sagt HSG-Trainer Rúnar Sigtryggsson.
Dabei nimmt der Isländer ausdrücklich nicht nur seine Defensive in die Pflicht: „Natürlich hat uns über weite Strecken die Stabilität in der Positionsabwehr gefehlt. Darin müssen wir uns schnell verbessern. Aber wir haben mindestens drei Mal pro Halbzeit den Ball im Angriff leichtfertig hergegeben, was direkt zu Gegentreffern geführt hat. Auch das darf uns in dieser Häufigkeit nicht passieren.“
Viel Zeit, der Auftaktniederlage hinterherzutrauern, bleibt ohnehin nicht. Bereits vier Tage später bietet sich die nächste Gelegenheit. „Wir müssen jetzt einen Haken an dieses Spiel machen. Deswegen ist es nicht von Nachteil, dass die nächste Aufgabe schon am Donnerstag in Lemgo ansteht“, so Sigtryggsson.
Beim TBV erwartet der HSG-Coach von seiner Mannschaft vor allem eine Reaktion: „Wir wollen eine Antwort auf unser erstes Spiel geben und uns anders präsentieren. Wir wissen natürlich, dass unser Gegner richtig gut ist. Lemgo ist extrem stabil, erfahren und wahnsinnig abgezockt. Da gibt es keine Schnellschüsse. Tim Suton und Lukas Hutecek lenken den Angriff sehr gekonnt. Da kommt viel Qualität auf uns zu. Aber wir nehmen die Aufgabe an und wollen 60 Minuten voll dagegenhalten.“
Auch Sport-Geschäftsführer Michael Allendorf fordert für die erste Auswärtsaufgabe der Saison die richtige Haltung: „Wir müssen nach Lemgo fahren und bereit sein. Wir brauchen das richtige Mindset. Das ist natürlich eine schwierige Aufgabe, aber wir müssen an uns und an unsere Chance glauben. Das wird wichtig sein.“
Die personelle Situation der HSG Wetzlar
Hinter einigen Spielern steht vor der Partie in Lemgo noch ein Fragezeichen. Doruk Pehlivan und Martí Soler waren angeschlagen aus dem Spiel gegen Bietigheim gegangen, können am Donnerstag aber mitwirken.
Offen ist dagegen noch der Einsatz von Niklas Theiß und Dominik Mappes. Theiß hat Probleme am Ellbogen, Mappes laboriert an einer Rückenprellung. Bei beiden könnte sich erst am Spieltag entscheiden, ob ein Einsatz möglich ist. Josip Simic (Muskelfaserriss) muss weiterhin passen.
„Natürlich ist es nie gut, wenn Spieler ausfallen oder angeschlagen sind. Aber wir haben den Kader so zusammengestellt, dass wir das kompensieren können“, sagt Michael Allendorf. „Wir hoffen, dass bis auf Josip möglichst alle dabei sind. Wenn das aber nicht der Fall ist, kriegen andere Spieler eine Chance und können sich zeigen.“
Der Gegner
Mit dem TBV Lemgo Lippe wartet eine der stabilsten und eingespieltesten Mannschaften der Handball-Bundesliga auf die HSG. Die Ostwestfalen beendeten die vergangene Saison auf dem fünften Tabellenplatz und erreichten im DHB-Pokal den dritten Rang.
Ein wesentlicher Faktor für die konstanten Leistungen ist die personelle und spielerische Kontinuität. Trainer Florian Kehrmann steht bereits seit Dezember 2014 an der Seitenlinie und ist damit der dienstälteste Cheftrainer der Handball-Bundesliga. Seine Mannschaft ist hervorragend aufeinander abgestimmt, spielt geduldig und lässt sich auch in schwierigen Phasen kaum aus der Ruhe bringen.
Besonders viel Qualität besitzt Lemgo im Rückraum. Mit Tim Suton, Lukas Hutecek und Niels Gerardus Versteijnen verfügt der TBV über eine starke und erfahrene Achse, die Spiele auf unterschiedliche Weise prägen kann. Auch taktisch sind die Gastgeber äußerst variabel. Lemgo beherrscht das Sieben-gegen-Sechs und kann beispielsweise mit vier Rückraumspielern gleichzeitig agieren.
Qualität gibt es auch zwischen den Pfosten. Constantin Möstl hat sich beim TBV als starker Rückhalt etabliert. Seit dieser Saison ergänzt zudem Domenico Ebner (kam vom SC DHfK Leipzig) das Torhütergespann.
Zum Saisonauftakt musste sich Lemgo beim THW Kiel mit 27:35 geschlagen geben. Das deutliche Endergebnis erzählt allerdings nur einen Teil der Geschichte: Zur Halbzeit lag der TBV beim starken Kieler Team lediglich mit 15:17 zurück und hielt die Partie lange offen.
Entsprechend groß ist der Respekt im Wetzlarer Lager. Gleichzeitig wollen die Grün-Weißen die schwierige Aufgabe annehmen und in Lemgo ein anderes Gesicht zeigen als noch beim Saisonauftakt.
So kann man die Partie sehen
Anwurf zwischen dem TBV Lemgo Lippe und der HSG Wetzlar ist am Donnerstag um 19 Uhr in der Phoenix Contact Arena. Der Streamingdienst Dyn überträgt die Partie ab 18:45 Uhr live und auf Abruf. Kommentator ist Karsten Petrzika. Hier kann man die Übertragung buchen.









