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HSG Wetzlar scheitert im Hessenderby an eigener Effektivität!

Mittelhessen verlieren gegen MT Melsungen mit 25:27 (10:14) - MT-Keeper Simi zieht Grün-Weißen den Zahn

Bild: Oliver Vogler

Über 4.000 Zuschauer sorgten beim Hessenderby am Sonntagnachmittag in der Buderus Arena für eine grandiose Stimmung, die die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar beinahe zu einem Heimsieg über MT Melsungen getrieben hätte – aber eben nur beinahe. Mit großem Kampf und Leidenschaft hatten sich die Grün-Weißen, unter den Augen der Aufstiegsmannschaft aus der Saison 1997/1998, bis zur 53. Minute eine Zwei-Tore-Führung erarbeitet (25:23) und auch Emotional alle Trümpfe in der Hand, doch in der heißen Schlussphase gelang den Gastgebern kein Treffer mehr. Das abgezocktere Team aus Melsungen traf dagegen noch vier Mal und sicherte sich am Ende einen fast nicht mehr für möglich gehaltenen 27:25-Derbysieg.

Den besseren Start in das Hessen-Duell in der Buderus Arena in Wetzlar erwischten die Hausherren. Nach den ersten Paraden von Till Klimpke sorgte Hendrik Wagner nach einem Doppelschlag von Lenny Rubin in der fünften Minute für das 3:0. Kai Häfner erzielte in der sechsten Minute dann für den ersten Treffer der Gäste, die im Rückraum Ivan Martinovic und Elvar Örn Jonsson verzichten musste. Bei Wetzlar fehlten unterdessen Filip Kuzmanovski, Jovica Nikolic sowie Torhüter Anadin Suljakovic, die diese Saison nicht mehr zum Einsatz kommen werden. 

Wetzlar blieb mit Tempo und Effektivität am Drücker. Linksaußen Lukas Becher erhöhte auf 4:1. Melsungen kam nach zwei Cavor-Fehlern im Angriff zwar durch einen Doppelschlag wieder auf ein Tor heran, doch beim 7:4 waren die Hausherren wieder auf drei Tore enteilt. Wetzlar erspielte sich in der Offensive immer wieder gute Chancen, MT-Torhüter Nebojsa Simic verhinderte mit einigen Glanztaten einen noch größeren Abstand. Allen voran vom Kreis vergab Wetzlar einige klare Gelegenheiten, während Melsungen auf der Gegenseite aus dieser Position am erfolgreichsten war.

Die Gästedeckung rührte nunmehr Beton an und ließ von der 12. Minute bis zur Halbzeitpause nur noch drei Treffer zu. Während Wetzlar nunmehr anfing „Handball zu viel zu denken“, spielte sich der geniale MT-Spielmacher Agustin Casado in einen Rausch und fand in der Offensive immer öfter Arnar Freyr Arnarsson am Kreis, der beim 8:8 nach einer Viertelstunde für den Ausgleich sorgte. Weitere Glanztaten von Nebojsa Simic eröffneten der MT Melsungen dann die Chance auf die Führung. Erneut Arnarsson und Julius Kühn trafen zum 10:8 für die Nordhessen. HSG-Coach Jasmin Camdzic nahm die Auszeit, doch am Lauf der Gäste änderte das wenig. Durch Tore von Gleb Kalarash, Dimitri Ignatow und André Gomes konnte sich die MT bis zur Pause auf 14:10 absetzen.

Hatten die Hausherren die letzten 19 Minuten der ersten Halbzeit mit 3:10 verloren, steigerten sie ihre Effektivität nach dem Wechsel deutlich. Binnen fünf Minuten war den Anschluss an Melsungen wieder hergestellt. Lenny Rubin hatte zum 14:15 getroffen. Auch wenn der psychologisch wichtige Ausgleich zunächst nicht gelingen sollte, Wetzlar blieb im Spiel - begünstigt auch durch einige Nachlässigkeiten im Spiel der Gäste. 

Beim 20:20-Ausgleich durch Rechtsaußen Lars Weissgerber kochte die Buderus Arena endgültig und als Adam Nyfjäll und erneut Weissgerber sieben Minuten vor dem Ende zum 25:23 für Wetzlar trafen, sah alles nach einem glücklichen Ende für die Domstädter aus.

Doch zwei frei verworfene Bälle vom Kreis (Nyfjäll) und zwei unnötige Abschlüsse des übereifrigen Stefan Cavor sorgten in der Schlussphase dafür, dass zum einem MT-Keeper Simic zum „Helden des Derbys“ wurde und zum anderen Melsungen am Ende den Sieg einfahren konnte.

Der Spielverlauf im Derby war am Ende sinnbildlich für die komplette Saison der Mittelhessen, die nur allzu oft aufgrund eigener Unzulänglichkeiten Siege und somit Punkte verspielten. „Wir müssen uns heute einmal mehr an die eigene Nase fassen“, so Wetzlars Interimstrainer Jasmin Camdzic nach dem Schlusspfiff. „Wir haben heute ein gutes Spiel gemacht und sind in der zweiten Halbzeit stark zurückgekommen. Am Ende haben wir zu viele unnötige Fehler fabriziert und den Gegner wieder ins Spiel gebracht. Da wollten einige mit dem Kopf durch die Wand. Das ist schade, denn wir hatten den Sieg in eigenen Händen. Gratulation an Melsungen. Sie hatten einen ganz starken Torhüter und die deutlich bessere Effektivität, unter anderem vom Kreis.“

Stenogramm:

HSG Wetzlar: T. Klimpke, Grazioli; Nyfjäll 3, Schmidt 1, O. Klimpke, Becher 3/2, Weissgerber 3, Schelker, Fredriksen 2, Pliuto, Wagner 1, Mellegard 1, Rubin 8, Novak, Cavor 3.

MT Melsungen: Simic, Morawski; Kühn 4, Malasinskas, Casado 3, Ignatow 3, Ohl, Drosten 1, Arnarsson 5, Waldgenbach, Gomes 1, Karalash 3, Häfner 4, Kastening 1/1, Mandic 1, Pavlovic 1.

Schiedsrichter: Ramesh und Suresh Thiyagarajah – Zuschauer: 4.039.

Letztes Spiel

07.02.2024 - 19:00 Uhr
Buderus Arena Wetzlar

31 : 30

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