Jasmin Camdzic: „So dürfen wir uns nicht präsentieren!“
Zwei Auswärtsspiele hatten die um den Klassenerhalt kämpfenden Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar im Vorfeld der gestrigen Partie beim VfL Gummersbach gewonnen, beim TVB Stuttgart und Frisch Auf! Göppingen. Dafür hatten jeweils entschlossene Teamleistungen mit der notwendigen Aggressivität und Leidenschaft gesorgt. All das, was die Grün-Weißen am gestrigen Tag in der Schwalbe Arena in Gummersbach von der ersten Sekunde an vermissen ließen und somit nicht nur ihre mitgereisten oder am Fernseher mitfiebernden Fans einigermaßen ratlos zurückließen, sondern auch die Verantwortlichen.
„Sicherlich haben wir uns hier einiges vorgenommen. Wir sind im Abstiegskampf und müssen jedes Spiel dazu nutzen, um Punkte zu sammeln. Uns war klar, dass Gummersbach mit sehr viel Energie und Tempo kommen wird, aber wir haben es von Anfang an nicht geschafft dagegenzuhalten“, so Wetzlars Trainer Jasmin Camdzic nach der Partie am Sky-Mikrofon. „Unsere Körpersprache war schlecht, wir haben unser Potential nicht abgerufen und so, ohne Fokus und die notwendige Leidenschaft, kann man im Abstiegskampf nicht auftreten“, fand HSG-Trainer Jasmin Camdzic nach dem Schlusspfiff deutliche Worte.
„Vor allem in der Abwehr und von der Torhüterposition kam viel zu wenig. 20 Gegentore in der ersten Halbzeit sprechen eine deutliche Sprache. Im zweiten Abschnitt waren wir etwas präsenter, haben selbst 19 Tore erzielt, aber insgesamt war das viel zu wenig in unserer Situation. Das geht so nicht, so dürfen wir uns nicht präsentieren! Wir haben es dem Gegner in der ersten Halbzeit viel zu leicht gemacht und uns so selbst geschlagen, weil wir nicht bereit waren. Diese Leistung müssen wir gemeinsam aufarbeiten, jetzt und nach der Nationalmannschaftswoche. Ich bin von der Mannschaft und ihrem Potential überzeugt, wenn es Ihr gelingt, dieses abzurufen und mit der richtigen Mentalität zu Werke zu gehen, so wie in Stuttgart oder Göppingen. Wir haben unser Glück selbst in der Hand“, blickt der Bosnier nach vorne.
Auch für HSG-Geschäftsführer Björn Seipp war der Auftritt der Mittelhessen unerklärlich: „Die Mannschaft und die Trainer haben in den vergangenen Wochen gezielte Hilfestellung durch einen renommierten Performance-Coach erhalten. Professionelle Unterstützung, die maßgeblich geholfen hat, was die Ergebnisse in Stuttgart und Göppingen bewiesen haben. Die Auftritte dort waren geprägt von der notwendigen Fokussierung und Präsenz, der passenden aktiven Kommunikation auf dem Feld sowie Mut und Glaube an die eigene Stärke. Jeder Spieler hat dabei gesehen und gespürt, wie entscheidend diese Komponenten für den Erfolg und das Erreichen unseres Zieles sind. Es will mir deshalb nicht in den Kopf, dass davon gegen Gummersbach nichts zu sehen war. Die Mannschaft hat all das vermissen lassen, was in den vergangenen Wochen definiert wurde und uns in den Auswärtsspielen zuvor so stark gemacht hat. Das ist mir unbegreiflich und muss geklärt werden.“
Natürlich könne man gegen ein tolle Gummersbacher Mannschaft verlieren, die Frage sei nur immer wie, so der Geschäftsführer, der sich bei den vielen, nach Gummersbach mitgereisten Anhänger bedankt. „Unsere Fans sind toll und haben einen anderen Auftritt unserer Mannschaft verdient.“









