Mehr Intensität, mehr Glaube
Vor Beginn des ersten Hallentrainings am Mittwochnachmittag rief Runar Sigtryggsson seine Mannschaft zu einer kurzen Besprechung zusammen. In einem Halbkreis saßen die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar vor ihrem Trainer, der auf einem Flip-Chart seine Taktiktafel gestellt hatte. Der 53-jährige Isländer, der Mitte Dezember die Nachfolge des zurückgetretenen Momir Ilic übernommen hatte, erläuterte seinen Spielern, welche Erkenntnisse er aus den ersten drei gemeinsamen Spielen gezogen hatte.
Kurz zusammengefasst: Sigtryggsson wünscht sich von seinen Jungs vor allem mehr Intensität. Und einen wesentlichen ausgeprägteren Glauben an den Sieg. „Wir waren in unserem Spiel in Lemgo nicht schlechter als unser Gegner. Wir können es uns aber nicht erlauben, wenn eine Chance da ist, die uns dann so entgehen zu lassen. Da brauchen wir mehr Selbstvertrauen und einen größeren Punch in der entscheidenden Phase“, sagt der Chefcoach, der auch in den restlichen 15 Spielen dieser Saison auf Jasmin Camdzic als Co- und Torwarttrainer bauen kann. „Ich bin sehr froh, ihn an meiner Seite zu haben“, sagt Sigtryggsson, dessen Mission anspruchsvoll ist. Die HSG Wetzlar hat auf einem Abstiegsplatz überwintert. Drei Punkte sind es bis zum rettenden Ufer. 15 Spiele stehen noch an. Rechnen, wie viele Zähler am Ende für den Klassenerhalt reichen könnte, möchte der vierfache Familienvater nicht. „Wir müssen uns auf das konzentrieren, was wir beeinflussen können“, sagt der HSG-Trainer.
Nicht mit dabei waren beim Wiederbeginn die Nationalspieler Ahmed Nafea, Stefan Cavor, Anadin Suljakovic und Josip Simic, die sich aktuell mit ihren Auswahlteams bei den verschiedenen Kontinentalmeisterschaften befinden. Weiterhin fehlt zudem Niklas Theiß, der nach seiner Schambeinentzündung zwar leichte Fortschritte macht, dessen Rückkehr ins Mannschaftstraining jedoch noch nicht absehbar ist.
Ein zentraler Bestandteil der Vorbereitung sind drei Testspiele gegen drei Zweitligisten. Am Mittwoch, 21. Januar, trifft die HSG unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf den TV Großwallstadt. Es folgt am Samstag, 24. Januar (19.30 Uhr), ein Auswärtsspiel beim Zweitligisten TuS Ferndorf. Den Abschluss bildet das Heimspiel am 29. Januar um 19 Uhr in Dutenhofen gegen den Nachbarn TV Hüttenberg. Bei diesem Spiel kommen alle Einnahmen der Nachwuchsarbeit der Mittelhessen Youngsters zugute. Tickets gibt es im Vorverkauf hier. Das erste Pflichtspiel steht am 11. Februar 2026 (19 Uhr) zu Hause in der Buderus Arena gegen die Füchse Berlin an.
Für Sigtryggsson sind die drei Tests wichtige Standortbestimmungen. „Wir wollen sehen, wie die Dinge greifen, die wir jetzt im Training erarbeiten“, sagt er. Dazu zählt auch eine 5:1-Variante in der Deckung. Und ein schnelleres Umschaltspiel. Wie er sich das theoretisch vorstellt, zeigte er den Spielern an der Taktiktafel, ehe das erste Hallentraining im Jahr 2026 startete.










