Mit neuem Trainer in die Hauptstadt
Hinter Handball-Bundesligist HSG Wetzlar liegen ereignisreiche Tage. Am Donnerstagvormittag trat Momir Ilic als Cheftrainer zurück, am späten Freitagnachmittag übernahm sein Nachfolger Rúnar Sigtryggsson das Ruder. Am Samstag leitete er sein erstes Training, an diesem Sonntag (16:30 Uhr) feiert der Isländer schon sein Debüt als Chefcoach der Grün-Weißen. Die Aufgabe könnte schwieriger kaum sein: Die Mittelhessen treten beim Deutschen Meister Füchse Berlin an.
Die aktuelle Lage der HSG Wetzlar
Ilic ist also weg, Sigtryggsson da. Für den 53-Jährigen und seine Schützlinge ist die Aufgabe im Kampf um den Klassenerhalt durch die Ergebnisse des vergangenen Spieltags noch einmal schwieriger geworden. Während die Wetzlarer am Mittwoch zu Hause gegen die TSV Hannover-Burgdorf deutlich verloren (28:38) und weiter mit fünf Punkten Tabellenvorletzter sind, gewannen die direkten Konkurrenten im Ligakeller ihre Heimspiele allesamt. Schlusslicht Leipzig gegen Hamburg, Minden gegen Erlangen und der Bergische HC gegen Eisenach. Der Rückstand auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz beträgt für die Lahnstädter nun also vier Punkte. Die HSG-Profis, die letztmals am 28. September zu Hause gegen Minden jubeln konnten, sehnen sich nach einem Erfolgserlebnis. Auswärts taten sie sich zuletzt leichter und zeigten in Stuttgart und Melsungen ordentliche Vorstellungen, während sie gegen Hannover vom Anpfiff weg nicht an ihre Normalform herankamen. In Berlin hängen die Trauben aber sehr hoch. Die Füchse sind bei allen personellen Problemen und trotz Dauerbelastung durch Liga und Champions-League weiterhin ein Top-Team im deutschen Oberhaus.
Der Gegner Füchse Berlin
Der Deutsche Meister kassierte am Donnerstag in Flensburg die fünfte Saisonniederlage und damit einen Rückschlag im Kampf um die Champions-League-Ränge. In einem wahren Torfestival unterlagen die Berliner beim Tabellenzweiten mit 39:40. Noch sind die Füchse aber nicht aus dem Rennen um Rang zwei und liegen als Fünfter nur drei Zähler hinter der SG. Womöglich qualifizieren sich ja sogar drei deutsche Teams für die Königsklasse im kommenden Jahr. Der Hauptstadtklub erlebt eine Saison, die gekennzeichnet ist von personellen Rückschlägen. Fabian Wiede fällt wegen eines Kreuzbandrisses lange aus. Auch Deckungsspezialist Felix Herburger sowie Rechtsaußen Leo Prantner fehlen schon einige Wochen. Immerhin feierte Nils Lichtlein am Donnerstag nach seiner Verletzung sein Comeback. Dafür musste der im September für Jaron Siewert gekommene Cheftrainer Nicolej Krickau in den beiden vergangenen Partien auf Lasse Andersson verzichten. Topstar Mathias Gidsel plagte sich zudem mit Schulterproblemen herum. Die Berliner trotzten aber weitgehend diesen Problemen und zeigten im gesamten Saisonverlauf nahezu durchweg starke Leistungen. Deswegen gehen sie auch in das Duell mit der HSG als großer Favorit.
Die personelle Situation der HSG Wetzlar
Außer Niklas Theiß (Schambeinentzündung) sind alle Wetzlarer Spieler mit an Bord und haben am Samstagmittag die Reise gen Spree angetreten.
Das sagt Trainer Rúnar Sigtryggsson
„Ich habe einige Ideen für unsere Taktik im Kopf, aber ich muss erst einmal sehen, was die Spieler in der Kürze der Zeit davon umsetzen können. Was ich aber in jedem Fall sehen möchte, dass die Jungs mutig in diesem Duell mit dem Deutschen Meister sind. Denn Mut brauchen wir in jedem Spiel.“
So kann man die Partie sehen
Der Streamingdienst Dyn überträgt live und auf Abruf am Sonntag ab 16.15 Uhr aus der Max-Schmeling-Halle. Kommentiert wird die Begegnung von Markus Herwig. Hier kann man die Übertragung buchen.










